lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Demokratie

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
11
Verweise raus
3

Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Demokratie

Bd. 2, Sp. 318
Demokratie, griech., diejenige Staatsform, wo die höchste Gewalt von allen Staatsbürgern, ohne Rücksicht auf Vermögen, Rang, Amt und Bildung, ausgeübt wird. Die D. findet ihre Verwirklichung in Volksversammlungen, welche die Staatsämter durch Wahl besetzen, Gesetze annehmen, besteuern, strafen, begnadigen, über Krieg u. Frieden, Verträge etc. entscheiden; diese Form galt in mehreren altgriech. Republiken, so namentlich in Athen; ihre Einführung bezeichnet aber bei allen ohne Ausnahme die Zeit des beginnenden Verfalls. Nicht anders ist es bei der röm. Republik; als die Volksversammlungen der Tribus souverän wurden, begann die Demagogenwirthschaft, die in der Militärdespotie endigte; bei den italien. Republiken des Mittelalters trat der ähnliche Fall ein. Die Landsgemeinde-D. einzelner schweizerischen Kantone ist politisch bedeutungslos u. deßwegen keiner Feuerprobe unterworfen, durch die neue Bundesverfassung ohnedies der wichtigsten Rechte beraubt. Eine andere Form der D. ist die repräsentative, die in der nordamerikan. Union ihre bedeutendste Entwickelung gefunden hat; in ihr gibt der Einzelne seine Rechte zur Ausübung der höchsten Staatsgewalt an einen andern, den Mann seiner Wahl, einen Repräsentanten ab u. übt also seinen Antheil an der allgemeinen Volkssouveränität nur mittelbar. Diese repräsentative D. befriedigte die neuesten Republikaner nicht; sie verlangten reelle Gleichheit, d.h. denselben Lebensgenuß, den sonst Rang, Reichthum und Bildung geben; folgerichtig müßte diese D. zur Beraubung des Vermöglichen, zur Aechtung der Gebildeten, u. durch das Wegfallen des Triebs zum Erwerbe und höherer Erkenntniß zur allgemeinen Fäulniß führen. An eine Ausführung dieser demokratischen Idee ist nicht zu denken; das ihr zu Grunde liegende Gelüsten kann sich aber gelegentlich bei einer Revolution durch Mord und Raub äußern und wahrscheinlich hätten wir ohne Cavaignacs Sieg in der Junischlacht 1849 davon ein Beispiel im großen Maßstabe erlebt. — Demokratische Elemente finden sich in jeder Verfassung, ohne daß diese deßwegen eine D. ist; wo z.B. für alle Staatsbürger dasselbe Recht ist, alle zu den Staatsämtern befähigt sind, insofern sie die gesetzlichen Bedingungen erfüllen können, verhältnißmäßig die gleichen Lasten tragen u.s.w.; ebenso in den Corporationen, denen die Gleichberechtigung aller Mitglieder zu Grunde liegt; aber auch sie stellen gewisse Bedingungen, weil unter tüchtigen Menschen nur der die gleiche Berechtigung empfangen kann, der seine eigene Tüchtigkeit beweist, od. hinlängliche Bürgschaft für sich leistet. — Demokrat, Anhänger der demokratischen Staatsverfassung; demokratisch, was sich auf D. bezieht.
2665 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Demokratīe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Demokratīe , (viersylbig,) plur. die -n, (fünfsylbig,) aus dem Griechischen, diejenige Verfassung des gemeinen Wesen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Demokratie

    Goethe-Wörterbuch

    Demokratie a als freiheitl Staatsverfassung, krit; auch in Korrelation zu ‘Aristokratie’ [ Aufenthalt in Pempelfort ] Wa…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Demokratie

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Demokratie , griech., diejenige Staatsform, wo die höchste Gewalt von allen Staatsbürgern, ohne Rücksicht auf Vermögen, …

  4. modern
    Dialekt
    Demokratief.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Demokratie f. : ' demokratische Staatsform '. Die Demokratie hat abgewertschaft [LA-Gommh, verbr. (1932)]. Südhess. I 14…

  5. Spezial
    Demokratie

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    De|mo|kra|tie f. (-,-n) democrazia (-ies) f.

Verweisungsnetz

23 Knoten, 12 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 12 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit demokratie

9 Bildungen · 9 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von demokratie

demokratin + -e

demokratie leitet sich vom Lemma demokratin ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

demokratie‑ als Erstglied (9 von 9)

Demokratieprinzip

DERW

demokratie·prinzip

Demokratieprinzip, N., ›demokratisches Prinzip, Grundsatz daß das Volk selbst durch eine von Parteien - und der öffent- lichen Meinung - get…