1DEMNACH adv. spätmhd. demnâch.
mnd. demnâ.
zuss. des d. sg. neutr. von der
pron. 2 b
mit nach
präp. 1
als adverbiale bestimmung zur bezeichnung einer aufeinanderfolge. im älteren nhd. dominierend, im 18. jh. auslaufend. a
temporal; daraufhin: 2.h14.jh. nach dem zúrich krieg sige sin vater by fúnf oder sechs jaren uff der taffern zuͦ Altstetten gewesen und schanckte elsißer und ander win .. demnach sige sin oͤmly genant der Tangler och uff der taffer gewesen und och elsißer geschenckt
rechtsqu. Zürich I 1,268. 1508/16 und über etliche jar demnach verlor Hans Meys sin red Brennwald
schweizerchr 2,308 L. 1652 demnach wenn einer ausgelernet hat, so soll derselb zwei jahre wandern, ehe er meister wird
qu. rechtsgesch. rhein. städte, kurtrier. 1,574. 1716 sie hatten 9. monaht weniger 5. tage an diesem wüsten orte ausgehalten, kamen demnach gesund wieder nach hause Marperger
küch- u. keller-dict. 436b. 1780 er verließ aber bald hinnach .. das zeitliche, .. es traten demnach die beede hinterlassene söhne graf Ulrichs .. die regierung gemeinschaftlich mit einander in einer sehr unruhigen zeit an Hünlin
staats-beschr. 1,707. –
neben andern adverbien: 1522/4 demnach do kam sant Peter und Paulus hinden herfür
N. Manuel
86 B. –
präpositional: 1485/6 darnach demnach allem da macht unsser her der römsch küng ein nüwe büntnis mit sin bruder Albrech Edlibach
chr. 33 U. b
darüber hinaus; selten: 1508/16
(seine diener) schwuͦrend im .. den kúng darum zuͦ töden .. die namend demnach zuͦ inen etlich ander ritter und knecht Brennwald
schweizerchr. 1,152 L. 1515
zürcher stadtb. 3,257 Z.-W. 2
als adverbiale bestimmung zur herstellung abstrakter beziehungen. a
eine aussage als folgerung aus einem vorher genannten tatbestand bestimmend, folglich. seit dem 18. jh. dominierender gebrauch: 1360 der hat wider vns vnd das reich swerlich getan, vnd demnach sol es alles vntuglich vnnucze vnd tod sein
in: L. E. Schmitt
urkundenspr. Karl IV. 181. 1557 es kombt alles von gott, gluͤck vnd vngluͤck, leben vnd todt, demnach klerlich abzunemen, das dise vnnd andre kranckheitten sonderlich auß gottes verhengknus vnnd vberschickung vnns zum theil Renner
handtbuͤchl. 11b. 1696 Paris wolte nun die grausamkeit, welche Achilles an seinem brudern dem printzen Troilus verübet hatte, mit gleicher müntze bezahlen, befahl demnach die todten cörper den hunden und vogeln zur speise hinzuschmeissen Amydor
Scipio 1,197. 1806 willenlos kommt das kind zur welt; unfähig demnach jedes sittlichen verhältnisses Herbart
pädagogik 46. 1960 ‘wir sind der ansteuerungspunkt’, sagte Freytag. ‘sie sehen uns auf fünfzehn seemeilen.’ ‘demnach richten sie sich nach uns’ Lenz
feuerschiff 55. – neben andern adverbien: 1518 von demselben stamm sol darnach auf der andern seytten wider herab bis auf das annder enigkl auch gezellt werden, so finden sich sechs person, demnach so sind der grad zwischen zwayer bruͤeder enigkl auch souil
ref. bayr. lanndrecht 152a. 1841 da keines von meinem gelde mehr vorhanden ist, so berücksichtige demnach meinen wunsch, die schüblinge betreffend, nicht weiter Keller
leben 2,48 E. b
einen gegensatz zur vorhergegangenen aussage herstellend, trotzdem vereinzelt: 1533 wiewol er
(Marcus) .. wenig hinzue setzt, demnach bas auszstreicht Turmair
4,2,772 ak. 1781 so gern also der edelmann hören mogte, so wenig war er selbst fürs viele reden; .. wie er demnach dazu kam, daß er mit dem ludimagister manchen ausgelängten tag verplaudern konnte, .. das – ist würklich ein wenig mehr, als sich begreifen läßt J. G. Müller
Lindenberg 1,125. c
analog zu einem tatbestand, dementsprechend; selten: 1529 gleich aber wie wir christen das alte testament auch fuͦr goͤttliche schrifft erkennen, .. eben dem nach thut der Mahometh mit dem euangelio, gibt fur es sey auch wol recht Luther
w. 30,2,141 W. 1696 der brunqvell alles guten ist die vernünfftige liebe, so muß demnach nohtwendig der brunqvell alles bösen die unvernünfftige liebe seyn Thomasius
artzeney 20. –
präpositional: 1756 demnach §. 9. 10. darf man also einem eigenthums-herrn das recht in seiner sache .. nicht absprechen Knausz
lehen-recht 25. 3
als präpositionalobjekt einen orientierungspunkt für ein verhalten und beurteilen bezeichnend; danach: 1533 kaiser Ludwig vermainet, seinem aid nach .. möcht er ie die seinen und des reichs undertanen nit verlassen, .. demnach tet er Turmair
5,1,457 ak. 1752 die hof-marschallische gerichtbarkeit kan demnach betrachtet werden, entweder daß der nahm des hofes das ganze reich bedeute, .. oder .. Greneck
theatrum 110. H. Rahnenführer