lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Dē¹f

mhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
9 in 3 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
0
Verweise raus
1

Eintrag · Westfälisches Wb.

Dē¹f m.

Bd. 2, Sp. 70
Dē¹f m. [allg.] Dieb. — Ra.: De lacht wie ’n Doeif in’n Peastalle er lacht versteckt (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). — Sprichw.: Bei oeinmol stiehlt, is alltuit ne Deiw (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Junge Laigners, olle Daiwe (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi || mehrf.). Geliärgenheit mäck Deiwe (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr). Löcker in den Tune locket Deiwe an (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Kin Miäken ohne Leiw, kin Jaohrmarkt ohne Deiw (Münsterl WA-GENF 71). Jeere (jeder) is en Deif för sine Nahrung (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@OndrupOn). De lüttken Däiwe hanget se, un de groten laot se lopen (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa || verbr.). ’n slechten Daif, bai sik kreïgen lett (Kr. IserlohnIsl Is). Ehrlich währt am längsten, den Schelm un den Daif am bängsten (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EickumEi). Vör’n Deiw kann me de Düren tomaken, vör enen Bedreiger nich (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Teggen Dewe is schlecht tühnen (Zäune errichten) (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Wenn twäi Daiwe iärk strejet, küemmet de ehrlike Mann tau sejnem Vermüegen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || ähnl. mehrf.). ’n Doäf unna’n Dahke eß schlächt teo buiwahken (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BischofshagenBi). Ne Hor (Hure) schännet sik selwer, en Deiw sine Fröndskop (HONC || mehrf.). — Küper un de Siegen sind Deiwe för de Hiegen (Münsterl WAGENF 124 || mehrf.). ’n üäwrigen Goul is ’n Deif in’n House (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@PeckelsheimPe). — Bauernregel: Baddelmaiwes (24. August) is os ’n Stück Deiwes der Bartholomäus-Tag nimmt das Licht, holt den Erntewagen von der Diele und bringt die Laterne (Kr. HalleHal Kr. Halle@LoxtenLo || mehrf.). — Sagw.: a) Dieb als Betroffener: Spoaß mott sin, siä de Bur, dau kiddelde he enen Deiw mit de Meßfuorken (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Nun leb wohl, saggte de Pastour taum Deif, dei ehanget wären soll (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — b) Dieb als Sprecher: Jieder Anfang is swor, siä de Deiw, dau stöühlt he enen Amboß (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi || verbr.). Me mat et niämmen, bü et küemmet, saggte de Deif, doa har hei nen Nachpott erwischet (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Diäm Fleïsch es et gliek, beckert (wer es) frietet, saggte de Deif, doa har hei diäm Buern nen Schinken estuoallen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Dei annern stiält noach mähr as iek, saggte de Deif, at hei ’n Piärt estuoallen har (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Du kömmst auk noch an’n Galgen, ha dä Daiw gesagt, do hät sä ’ne selwes bestuolen wenn jemand durch die eigenen Methoden, die andere gegen ihn anwenden, verärgert oder geschädigt wird (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). De Wieke fänk gut an, sägg dei Deif, doa wöd hei maundags noa’n Galgen föet (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). Iek well mi te Ruhe setten, saggte de Deif, doa staken se ne innen Kasten (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). Ett issen kieteleg Gefail, saggte de Daiw, do sull hei hangen weren (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr || verbr.). — Rätsel: En Kalw, en halw Kalw un ein halw Kalw halw, wieviel Boine hiätt’en Dai(w)? Antwort: 2; das w wird meist überhört, wodurch es zu einer Verwechslung dai ’diese(r)’ und Daiw ’Dieb’ kommt (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr || verbr.). — Ortsspott: Haddenhuser Deiwe, / Stählt mi mine Breiwe, / Stählt mi mine bunten Kauh, / Teihet darmeit na’m Galgen tau, / Von den Galgen up dat Rad, / Haddenhuser Äue-Fatt (Aue: Bach zwischen Haddenhausen und Hahlen) (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — Reim: Kin Miäken aohne Leiw, / kin Jaohrmarkt aohne Deif, / kin Buck aohne Baort, / kin Wif aohne Waort (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). Zus.: Appel~, Ärd-appel~, Ären~, Brō²d~, Dāge~, Feld~, Gau~, Grund~, Hippen~, Holt~, Hō¹ner~, Immen~, Katten~, Kirken~, Liᵉpel~, Linnen~, Lō²f~, Ō²gen~, Stāken~, Steªl~, Tasken~, Toªrf~, Wāter~, Wild~.
3181 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dêfstf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    dêf stf. s. diube.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dêfm.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +6 Parallelbelege

    dêf , m. , Dieb. — Als Schelte auch abgeschwächt : ên vortwîvelt d. ein jämmerlicher Narr. —

  3. modern
    Dialekt
    Dē¹fm.

    Westfälisches Wb.

    Dē¹f m. [allg.] Dieb. — Ra.: De lacht wie ’n Doeif in’n Peastalle er lacht versteckt ( Hfd Go || mehrf.). — Sprichw.: Be…

Verweisungsnetz

20 Knoten, 11 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Kompositum 11 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit def

608 Bildungen · 591 Erstglied · 17 Zweitglied · 0 Ableitungen

def‑ als Erstglied (30 von 591)

defabricor

MLW

* defabricor , -are defabricari . destruere, delere — zerstören : Mirac. Bert. 10 p. 515,20 inreverens ... coepit curialis quisquam eam (cru…

De facto

Meyers

De facto (lat.), der Tat nach, faktisch, abgesehen davon, ob etwas auch rechtlich begründet ( de jure ) ist oder geschieht; daher de facto e…

De facto-Untertanen

Meyers

defacto·untertanen

De facto-Untertanen , Staatsfremde, denen der Staat auf Grund eines auf ihre Person lautenden Schutzbriefes (s. d.) seinen Schutz in seinen …

defaecate

MLW

adv. * defaecate . diligenter — sorgfältig : Nicol. I. epist. 33 p. 303,22 cetera ... Arsenio ... -issime defaecatissime prosequenda non ind…

defaecatio

MLW

defaecatio (-fec-) , -onis f. purgatio — Reinigung : Ps. Galen. anat. 3 p. 172 D creavit Deus ... fel ... et posuit ipsum annexum hepati adi…

defaecatus

MLW

adi. defaecatus , -a, -um . 1 mundus — lauter : Vitae patr. Iur. 34 ut solent capti mente ... per Christi famulos expulsione daemonum purior…

defaeco

MLW

defaeco (-fec-) , -avi, -atum , -are defaecare . script. -fet-: l. 38 . (a faece) purgare, deliquare — (vom Bodensatz) reinigen, läutern : 1…

Defäkation

Meyers

Defäkation (lat., von faeces , Kot), Läuterung, Reinigung, Kotentleerung.

Defätismus

Pfeifer_etym

Defätismus m. ‘Überzeugung, militärisch geschlagen zu werden, Mutlosigkeit, Schwarzseherei’. Das im ersten Weltkrieg aufkommende frz. défait…

Defätist

Pfeifer_etym

Defätismus m. ‘Überzeugung, militärisch geschlagen zu werden, Mutlosigkeit, Schwarzseherei’. Das im ersten Weltkrieg aufkommende frz. défait…

defätistisch

Pfeifer_etym

defaetist·isch

Defätismus m. ‘Überzeugung, militärisch geschlagen zu werden, Mutlosigkeit, Schwarzseherei’. Das im ersten Weltkrieg aufkommende frz. défait…

DEFAITISMUS

DWB2

DEFAITISMUS m. s. defätismus. B. Garbe

DEFAITIST

DWB2

DEFAITIST m. s. defätist. B. Garbe

defakto

Idiotikon

defakto Band 12, Spalte 600 defakto 12,600

defalcata

MLW

subst. defalcata , -orum n. territoria concessa — abgetretene Ländereien : Chart. Stir. II 161 p. 242,1 (dipl. Frid. II.) quas (cathedrales)…

def als Zweitglied (17 von 17)

kôdêf

MNWB

kôdêf , kuͦ- , m. , Kuhdieb, Viehräuber.

lêᵉndêf

MNWB

lee·n·def

° lê e ndêf (Bugenhagen-Bibel) = Luther: pfründendieb (Vorrede zur Apokalypse).

pāgendêf

MNWB

pagen·def

° pāgendêf , m. : Pferdedieb, (in der Fabel als Beschimpfung des Wolfes:) mî wêre lêf dat dû snö̂de p. mî tô strîde kōmen woldest (G. v. M. …

pērdedêf

MNWB

perde·def

pērdedêf ( -deif ), m. : Pferdedieb, den 15 julii wort noch ê(i)n p. gehangen (J. Brandis 416).

rôkersdêf

MNWB

roker·s·def

° rôkersdêf ( rochers- ), m. : Dieb der seinen Brotherrn bestiehlt (Strals. Verf. 33); — vgl. rö̂kerich 2.

schriftdêf

MNWB

schrift·def

° schriftdêf , m. , der die Schafe Christi stiehlt, nicht weidet (nach Joh. 10, 1 ff.), Ketzer (Dan. v. Soest 266 u. ö.).

taschendêf

MNWB

taschen·def

° taschendêf , m. : Dieb einer Geldtasche, einer Börse (Münst. Täufer 2, 154; vgl. Kirchhoff Täufer 216).