daling,
adv. jetzt, heute, das mhd. aus tagelanc
zusammengezogene tâlanc,
das eigentlich den tag über heiszt und schon im 12
ten jahrh. erscheint. dâlanc
Reinhart fuchs 656. 660, tâlanc
Dietleib 10438,
im 13
ten Parz. 225, 24.
Eracl. 3051. Lichtenstein 488, 17, tâlanc arm, morne rîch
Livl. chr. 2682. du hast mich je wol plagt und kröst nun daling fast auf dreiszig jar H. Sachs 2. 4, 29
b. nun so schweig du nun daling still 5, 245
c.
Morolt 1, 3318. 3476
hat doling,
Dieterichs flucht 3939 tâlung,
Fastnachtspiele 54, 27. 88, 30 dalung, 485, 27 daland, 482, 11 talung, 622, 14, 623 tolung.
noch weiter ab steht dalig
bei dem Schweizer Joh. Ruff glich wert ihr hören ein andres gschrei, ee dallig werd zwo stund verschinen, al werden ihr der straf gotts innen.
Adam und Heva 6062. Kottinger,
der darin da allig
sieht, erklärt es durch '
völlig',
aber die folgenden stellen kennt er nicht, ee zwurend talig kräit der han wirst drimal mich verlöugnet han.
das lyden vnsers herren Jesu Christi. Zürich 1545. 8. fiiij. ich han es gredt und sags wie vor, er ist ein narr darzu ein thor, was wend wir dalig usz ihm machen? I viij. ich reds bi minem gschwornen eid, er musz sinr hoffart nit genieszen, es soll ihm talig wol erschieszen
M. Bei Neidhart
wird schon tâlanc
in tâlâ
gekürzt (
MS. 2, 75
b)
und diese kürzung hat zu weitern umbildungen geführt. durch ein angehängtes mê
magis entstand dalame
und dalome
in der bedeutung von nun, nunmehr, jetzt, und in dieser bedeutung gilt noch heute in der Schweiz dalomee Stalder 1, 260. dalame Tschudi 2, 312
b. 338
a. 428
a. ob wir denn iez nit tallomee sollend unsere kundschaft stellen?
Fastnachtsp. 869, 20. nun dalame mir nüt anders brist, denn das ich zu miner küngin gange
Joh. der täufer H iij. Joannes lit dermasz hert gfangen, das dalame im ist vergangen sin gschwätz L vij. du weist wol dalome min sin, das ich nit gern der bösist bin. H. R. Manuels
fasznachtspil, darin der edel wyn von der Trunkenen rott beklagt wirt (
Zürich 1548). 8. E vi
b.
abermals wird dies gekürzt in dalme, dalmi, gnädiger küng, groszmächtigster fürst, nach unsern finden uns jetz dürst, wänn wend mir (
wir) dalmi in si fallen? Valentin Bolzens
Ölung Davidis Vnnd sein streit wider den Risen Goliath (
Basel 1554 8.) e 5.
ferner in dalme doleme dolme, do gedenkest du an din metz und gedenkst es gat doleme ein ander zu ir Keisersb.
Bilger 92
b. ich antwurt wan es unmäsziklich geschicht, da man zevil macht, als man spricht 'des schimpfs (
scherzes) wär dolme genug'
Sünden des munds 53
b. und wan du uf stost, so fluochestu und bochest uber weib und kellerin, wan sie dalme uf wellen ston 82
a. wan du an dem morgen anfahest zuo beten vatter unser, so sprichst du zuo der frauwen oder zuo der kellerin 'wan wilt du dalme die suppen anrichten?' 84
a. wenn will es dolme kummen Wackernagel
Leseb. 3, 1. 59, 30. deins rüfens wär doch dolme gnug. Murner
Schelmenzunft 8
a.
mehrmals in Freys
Gartengesellschaft, in der späteren ausgabe (
Frankfurt a. M. 1665. 8.)
wird es durch ein anderes wort ersetzt, das hier in einer klammer soll beigesetzt werden, er nahm kein geld oder kleider mit ihm, es wirt ihm dolme (forthin
bl. 72) an zehrung und geld übel gehen
s. 85. het er ihn als oft hin und wider geketscht, als ihr heut darvon geschwetzt, so wär es lang zeit gewesen dasz er dolme (nun
bl. 93
a) zu morgen äsz, er sollte doch gar nahe verschwächt sein
s. 111. hetten ihr uns unsern gott lebendig und ungekreuzet gelassen, er wäre wol dolme (nun
bl. 119
a) als alt als euer alter gott ist
s. 143.