Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Chirurg m.
Chirurg m.
Chirurg m. ‘Operateur’, von lat. chīrūrgus ‘Wundarzt’, griech. cheirūrgós (χειρουργός). Das Kompositum aus griech. ché͞ir (χείρ) ‘Hand’ und dem nur in zusammengesetzten Nomina agentis erscheinenden -ūrgós (-ουργός) ‘wer etw. schafft, tut’, zu griech. érdein (ἔρδειν) ‘tun, machen, handeln’ und érgon (ἔργον) ‘Werk, Tat’ (verwandt mit nhd. Werk, s. d.), bezeichnet zunächst den ‘mit der Hand Arbeitenden, ein Handwerk, eine Kunst Ausübenden’, dann den ‘mit der Hand arbeitenden Arzt, Operateur’. Die Bezeichnung begegnet im 15. Jh. in dt. Texten, anfangs noch lat. (bis ins 18. Jh.), seit Anfang des 16. Jhs. auch dt. flektiert. Älter (14. Jh.) ist Wundarzt, seit dem Ende des 15. Jhs. die Bezeichnung für den ungelehrten Vertreter der Wundarznei, im Unterschied zum gelehrten Chirurgen. – Chirurgie f. ‘operative Medizin’. Griech. cheirūrgía (χειρουργία) f. ‘Arbeit mit den Händen, Ausübung eines Handwerks’, daher auch ‘mit den Händen wirkende Arzneikunde’, entspricht lat. chīrūrgia ‘Wundarznei’, das seit dem 15. Jh. mit lat. und dt. Flexion (z. B. cirurgi) in dt. Texten erscheint; daneben gleichbed. Wundarznei. chirurgisch Adj. (16. Jh.) nach griech. cheirūrgikós (χειρουργικός), lat. chīrūrgicus.