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Burggraf

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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10 in 9 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Burggraf

Bd. 3, Sp. 628
Burggraf (lat. Burcgravius, Burgicomes, Praefectus urbis, auch Burghauptmann, Burgvogt, Pfleger etc.), im Mittelalter ein Graf, der zugleich Burgvogt, d. h. Stadtkommandant war. Die Burggrafen, regelmäßig Fürsten oder freie Herren, trugen ihr Amt von Kaiser und Reich oder auch von den Bischöfen zu Lehen; sie gehörten, wenigstens in früherer Zeit, kraft ihres Amtes, dem Stande der Edeln und hierdurch dem ersten Stande des Reiches, dem (ältern) Reichsfürstenstand an, gleichviel ob sie reichsunmittelbar waren oder nicht. Ihre Befugnisse waren in den verschiedenen Städten verschieden abgegrenzt; doch lag ihnen wohl überall die Wahrung des Burgfriedens, die Aussicht über die Festungswerke, die Marktpolizei, der Oberbefehl über die Militär- und Polizeimannschaft des Bezirkes ob. Ursprünglich war der burggrafschaftliche Bezirk von der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Markgrafen oder des Gaugrafen nicht befreit; der B. übte die Gerichtsbarkeit in seinem Sprengel entweder als Vertreter des Grafen aus, oder er vereinigte in seiner Person das Amt des Grafen mit dem des Burggrafen, so daß eine Kollision vermieden wurde; später erhielten jedoch die meisten Reichs- oder Bischofsstädte ihre eigne höhere Gerichtsbarkeit, mit deren Ausübung alsdann der B. betraut ward. Burggrafschaften waren unter andern in Augsburg, Straßburg, Nürnberg, Regensburg, Meißen, Magdeburg, Brandenburg. Das Amt des Burggrafen verlor seine Bedeutung schon im Laufe des 13. Jahrh. Der Titel B. hat sich in einigen fürstlichen Familien bis auf den heutigen Tag erhalten. So führen die Könige von Preußen den Titel B. von Nürnberg.
1612 Zeichen · 17 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Burggraf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Burggraf , des -en, plur. die -en, der Graf oder Richter einer Burg; Fämininum die Burggräfinn. 1) So fern Burg ein …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Burggraf

    Goethe-Wörterbuch

    Burggraf (vom König, Landesherrn eingesetzter) Befehlshaber, Verwalter einer Burg; mBez auf den antiken Götterolymp Ihr …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Burggraf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Burggraf , im Mittelalter ein vom Kaiser ernannter Militär- und Civilbeamter einer Burg, dem die Aufsicht und Verwaltung…

  4. modern
    Dialekt
    Burggrafm.

    Pfälzisches Wb.

    Burg-graf m. : 'Befehlshaber einer Burg'. a. 1560: ein burgrawe zu Randeck [PfWeist. I 255 (RO-Dörrmosch)]; vgl. Burgrit…

  5. Sprichwörter
    Burggraf

    Wander (Sprichwörter)

    Burggraf 1. Der Burggraf kann nicht dingen, denn mit voller Bank. – Graf, 414, 103. Ohne die erforderliche Anzahl von Sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit burggraf

7 Bildungen · 5 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von burggraf 2 Komponenten

burg+graf

burggraf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

burggraf‑ als Erstglied (5 von 5)

Burggrafenäcker

PfWB

Burggrafen-äcker Pl. : FlN in RO-Rußmühlerhof, Borgruweäcker; »die Rußmühle als rauhgräfliches Lehen von Kurpfalz war nach Alzey auf die Bur…

burggraf als Zweitglied (2 von 2)

Oberburggraf

DRW

ober·burggraf

Oberburggraf, m. I Befehlshaber in einer Burg [Pflichten eines Unterburggrafen:] die wacht beneben dem oberburggrafen vleissig bestellen 156…

Oberstburggraf

DRW

oberst·burggraf

Oberstburggraf, m. der höchste Titel im Königreich Böhmen vgl. Oberburggraf (II) Behaim gefallt ihm ... wohl; der oberstburggraf thut ihm au…