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Burggraf

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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10 in 9 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Burggraf

Bd. 1, Sp. 1266
Der Burggraf, des -en, plur. die -en, der Graf oder Richter einer Burg; Fämininum die Burggräfinn. 1) So fern Burg ein mit Regalien versehenes Schloß bedeutet, führete derjenige diesen Nahmen, welcher von dem Eigenthümer einer solchen Burg zum Hauptmanne in derselben ernannt wurde, die Aufsicht über dieselbe und über die Besatzung und die Verwaltung des Gerichtswesens und der Einkünfte in und aus ihrem Gebiethe hatte. Dergleichen Burggrafen gab es in den mittlern Zeiten eine große Menge, und viele ihrer Nachkommen haben diesen Titel beybehalten, ob sie gleich jetzt dergleichen Bürge weder erblich noch auf andere Art besitzen. Der Vorsteher eines Ganerbenschlosses, welcher von den Ganerben erwählet, und von dem Kaiser bestätiget wird, führet noch jetzt den Nahmen eines Burggrafen, dergleichen der Burggraf von Friedberg ist. In Thoren ist der erste Bürgermeister zugleich königlicher Burggraf. Die vornehmsten unter diesen Burggrafen waren die Vorgesetzten der kaiserlichen Bürge, dergleichen ehedem die Burggrafen zu Magdeburg, Regensburg, Brandenburg, Antwerpen, Würzburg u. s. f. waren, von welchen einige ihre Bürge und das dazu gehörige Gebieth erblich an sich gebracht haben, die reichsfürstliche Würde besitzen, und noch vorhanden sind. In den mittlern Zeiten kommen die Burggrafen auch unter dem Nahmen der Burgrichter, Burgvögte, Burgmänner, und Weichgrafen vor. 2) So fern Burg eine Stadt bedeutet, war Burggraf, nach der ehemahligen weiten Bedeutung des Wortes Graf, wie aus dem Schwabenspiegel erhellet, auch eine obrigkeitliche Person, welche die Aufsicht über Maß und Gewicht, und über die Preise der Lebensmittel hatte. Dahin gehöret vermuthlich auch diejenige obrigkeitliche Person zu Cöln am Rhein, welche noch jetzt den Nahmen eines Burggrafen führet, deren nähere Bestimmung aber mir unbekannt ist.
1828 Zeichen · 13 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Burggraf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Burggraf , des -en, plur. die -en, der Graf oder Richter einer Burg; Fämininum die Burggräfinn. 1) So fern Burg ein …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Burggraf

    Goethe-Wörterbuch

    Burggraf (vom König, Landesherrn eingesetzter) Befehlshaber, Verwalter einer Burg; mBez auf den antiken Götterolymp Ihr …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Burggraf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Burggraf , im Mittelalter ein vom Kaiser ernannter Militär- und Civilbeamter einer Burg, dem die Aufsicht und Verwaltung…

  4. modern
    Dialekt
    Burggrafm.

    Pfälzisches Wb.

    Burg-graf m. : 'Befehlshaber einer Burg'. a. 1560: ein burgrawe zu Randeck [PfWeist. I 255 (RO-Dörrmosch)]; vgl. Burgrit…

  5. Sprichwörter
    Burggraf

    Wander (Sprichwörter)

    Burggraf 1. Der Burggraf kann nicht dingen, denn mit voller Bank. – Graf, 414, 103. Ohne die erforderliche Anzahl von Sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit burggraf

7 Bildungen · 5 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von burggraf 2 Komponenten

burg+graf

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burggraf‑ als Erstglied (5 von 5)

Burggrafenäcker

PfWB

Burggrafen-äcker Pl. : FlN in RO-Rußmühlerhof, Borgruweäcker; »die Rußmühle als rauhgräfliches Lehen von Kurpfalz war nach Alzey auf die Bur…

burggraf als Zweitglied (2 von 2)

Oberburggraf

DRW

ober·burggraf

Oberburggraf, m. I Befehlshaber in einer Burg [Pflichten eines Unterburggrafen:] die wacht beneben dem oberburggrafen vleissig bestellen 156…

Oberstburggraf

DRW

oberst·burggraf

Oberstburggraf, m. der höchste Titel im Königreich Böhmen vgl. Oberburggraf (II) Behaim gefallt ihm ... wohl; der oberstburggraf thut ihm au…