Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
briuten swV.
2 ‘(eine Frau) schänden, missbrauchen’
3 ‘sich (wie eine Braut) schmücken’ (vgl. brût 1.3)
1 ‘Beilager, Hochzeit halten; sich mit jmdm. vermählen’: – meist ohne Obj.: Ênêas der mâre / enbôt offenbâre, / daz her brûten solde En 12769. 12655; über vierzehen naht [...] wolder offenlîchen briuten Eracl 2357; nû was ouch briutennes zît Er 1887. 1891. 2195; wie Kriemhilt und Ezele brûten in der stat ze Wienne NibC 1363 (Überschr.). 699(Überschr.); EbvErf 884; ErnstB 485. – wan si warn in den tagen Noe vor der sintflvt ezzend vnd trinkend vnd pravtend vnd zv hohziten gebend [ nubentes et nuptum tradentes Mt 24] EvAug 61,11 u.ö.; diu werlt mit valsche wirbet: / einer briut, der ander stirbet Freid 177,20; GenM 39,20; UvZLanz 5528. – mit Präp.-Obj. mit: wie der künic Gunther ze Wormze mit frou Prünhilt prûtte NibC 585(Überschr.); daz man Pârîsen hiute siht / hie mit Helênen briuten KvWTroj 23257; RvEAlex 18096; HeslApk 20754. – im Passiv mit Dat.-Obj. ‘mit jmdm. vermählt sein/werden’ der [Christus] uns alse sîn êlîchen kune / minnet unde trûtet, / wende wir sîn ime gebrûtet Kröllwitz 878; der wolde des kvͦniges tochter nemin die gote do gebruͦtet was vnd gewilet JenMartyr 65; die wart von sente Clemens gote gebruͦtet ebd. 31 2 ‘(eine Frau) schänden, missbrauchen’ er [ Reinhart ] brvtet sie, daz erz [ Isengrin, ihr Ehemann] ansach ReinFu K,1176. K,589; do sprach der wirt zcu deme gaste / zcwischen vch vnd mir vil vaste / sal myn vrowe sitzin hute / die sult ir trvwen nicht gebrute HeidinI 392 (App.); WolfdB 570,1 (La.) 3 ‘sich (wie eine Braut) schmücken’ (vgl. brût 1.3): wænen wir, daz iz immer sô sul varn, daz wir suln brûten und zerten unsern lîp? PrStPaul 53,24; ich will mich gein der myniglichen brauten / sprach Megenbrecht Neidhc 79:7,1; (= Neidh WL 6:6,1; z.St. s.a. brütten)
MWB 1 1020,24; Bearbeiter: Hoffmann