Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
brâtære mhd. st. m.
mhd. st. m.
pratere: nom. sg. Gl 3,428,51 (Wien 804, 12. Jh.).
ardalio; die Bedeutung ist nicht sicher auszumachen. ‘Der welcher den Braten wendet’ gibt das Mhd. Wb. 1,234 an, ebenso ‘Bratenwender’ Lexer, Hwb. 1,342. ardalio bezeichnet einen geschäftig tuenden Müßiggänger, Schlemmer (Georges, Handwb.11 1,550, vgl. auch Thes. ii, 481,20 ff.), später vor allem einen Fresser, Schlemmer (vgl. Duc. s. v., Habel s.v.) Für die Bedeutung ‘Bratenwender’ könnten die unserer Glosse unmittelbar vorausgehenden Glossen chuchenchneht inquilinus 49 und schuzelspovler parasitus 50 sprechen, dagegen führen die sich anschließenden Glossen naschere gnatus 52, snurrinch scurra 54, lechere leccator 55 eher auf ‘Schlemmer’. Die Übersetzungstechnik d. Glossators läßt darauf schließen, daß er seine Wortwahl überlegt trifft. So scheint er den Prototyp des Schmarotzers im Schüsselspüler zu sehen, als einem, der um freier Kost willen niedrige Küchenarbeit verrichtet. Ist ihm dann der br. einer, der sich mit dem Braten befaßt und sich dabei ein Gütchen tut?