Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
brahsa
‚Brachse(n),(Abramis brama
Brasse(n), Blei, cluma, phoca‘
L.), einmal übertr. auf die
‚Muräne, zmyrus‘
(Murena helena L.), erst vom 12. Jh. an belegt
und darum in den Hss. auf -e endigend oder
ohne ausl. Vokal (aber s. u.): prachse, ver-
schrieben brasch u. a.; ab 13. Jh. auch Neben-
formen mit -e- in der Stammsilbe pre(c)hs,
praechs. Damit konkurrieren Bildungen auf
S281brahsa – brahsina 282
-n- wie prahsine, prehsin f. ō-St. (vgl. Wil-
manns, Dt. Gr. II § 236 Anm. 2) sowie auf -m-
wie brahs(e)ma f. n-St.(?) (aber s. Ahd. Wb. I,
1311) neben den durch Assimilation von -hs-
zu -ss-, -s- vereinfachten md. und ndd. For-
men, z. T. noch im 11. Jh. prasma, bresmo,
bresma m.f. n-St., zweimal übertr. auf den
‚Tintenfisch, lolligo‘(Sepia loligo L.). Zu -hs-
> -s(s)-, s. Wilmanns, Dt. Gr. I § 91 S. 124. –
Spätere mhd. Belege lauten brahsem, brasme,
bresme usw.; frühnhd. brachsen m., nhd. Brach-
sen m., Brachse f. – Auch in die Hochsprache
der Gegenwart haben die Lautungen mit und
ohne -ch- Eingang gefunden (s. o.).