brästig Adj. Adv. ⟨„-ä-“ und „-e-“; brassig (Kr. Grafschaft SchaumburgSch Li)⟩ 1. von einer großen Menge. — a) an materiellen Gütern: reichlich, massig, gut. „Niu mä lanksam, säo brästige hiät et äok nit“ so reichlich hat er es auch nicht, sagt man von einem Aufschneider (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || WWB-Source:256:SchmBSchmB). „Auf die Frage, wie es auf dem Hofe aussehe, antwortet jemand: säo brästig nit, man spürt den Krieg“ (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB). — b) an Selbstbewußtsein: selbstbewußt (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LimburgLb), wohlhabend und selbstbewußt. Hä sāt sau brästig op sīnem Staul; hä geng sau brästig dohēä(r) (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef); großtuerisch (Kr. SoestSos Kr. Soest@HeppenHp). — c) korpulent: „Hoä was unwies brästig“ (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@MennighüffenMh). „Son’n brassigen Kirl“ (Kr. Grafschaft SchaumburgSch Kr. Grafschaft Schaumburg@LiekwegenLi), so korpulent, daß die Atmung erschwert wird (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs), so’n brästigen Kǟdel so ein dicker Kerl (Frbg.) (Kr. WittlageWlg Kr. Wittlage@LintorfLi || Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh, Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@BlasheimBl Kr. Lübbecke@NettelstedtNe Kr. Lübbecke@ObermehnenOm Kr. Lübbecke@StockhausenSt, Kr. HerfordHfd Kr. Herford@LöhneLö Kr. Herford@MennighüffenMh, Kr. Grafschaft SchaumburgSch Kr. Grafschaft Schaumburg@LiekwegenLi); brästig ist eine Person, der das Körpergewicht zu schaffen macht (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo), korpulent, kräftig, gut aussehend (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = Platenau Wb); vierschrötig, breitschultrig (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh), stark, breit, bes. in den Schultern und in der Brust, vielfach in Bezug auf Frauengestalten gebraucht (Lip WWB-Source:219:OesterhOesterh), „vollsaftig“, mit breiter Brust, stark und gesund, groß und kraftstrotzend (von einem Mann) Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh; kräftig, gesund (früherer Verwaltungsbezirk BückeburgBük früherer Verwaltungsbezirk Bückeburg@MeinsenMe, Kr. Grafschaft SchaumburgSch Kr. Grafschaft Schaumburg@EscherEs, Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EickumEi); „he was derbe brestig“ sehr stark (Frbg.) (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@StieghorstSt); stark, groß (von Mensch und Tier) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — d) „breitspurig“, umständlich: „Stell di nit so brästig an“ (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LehmuferLu). — e) an Laub bei Pflanzen: bei Hackfrüchten, Kartoffeln usw. (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh), kräftig im Wuchs (Kr. Grafschaft SchaumburgSch Kr. Grafschaft Schaumburg@EscherEs Kr. Grafschaft Schaumburg@HohenrodeHr); übertr.: absterben, welk werden, bald zu Boden fallen: „Dat Loef es brästig“; dann auch beim Menschen: er ist dem Tode nahe (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@WelperWp), ist unpäßlich (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe). — 2. schwül: „’s nachts wast brästig“ des Nachts war es schwül (Frbg.) (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@JöllenbeckJö Kr. Bielefeld@Nieder JöllenbeckNj). — Vgl. →
Bras.