Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
brüel stM.
2 übertr.
1 eigentl. ‘Brühl; feuchte Wiese, eingefriedetes Wiesengelände, das zum Herrenland gehörte’ (vgl. LexMA 2,751): woldet ir [Geiß] volgen mîner lêre, / ich [Löwe] bræhte iuch zeinem brüele. / dâ ist luft und küele, / gras, bluomen unde klê Bîspel(Pf) 20,9; her Jûpiter, [...] / der hete sînen hof geleit / ûf eine wisen liehtgevar: / dâ von was er der êrste dar / zuo dem erwelten brüele [ : gestüele ] KvWTroj 939. 3872; KvWKlage 4,8; KvWPart 16496; so sint die gruonen brvole / gevalwet vnd die heiden / von lihter wæte gescheiden Martina 250,18. 47,96 u.ö.; EckenlE2 229,10; JTit 6110,3; Neidhc 17:5,14. – in Urkunden: habet etiam ibi archiepiscopus .ii. prata que dicuntur brule UrkMittelrhein 2,395 (a. 1220); an wise, diu haisset der stûche [...] vnd lith indem bruel des hofes ze Ammern UrkCorp 2326,29 u.ö.; unse [der Gemeinde gehörende] zwo weiden, die da heissen die zwen brüle, die da gelegen sint hinder dem hof zu Nennich UrkMoselQ 199,33 (a. 1348). – als Bestandteil von Ortsbezeichnungen: die mattun die heizet des vassers bruͤgel UrkCorp 2909,40; dim conuenth der swestervn andem Brvͤle ze sant Gallin ebd. 278,24 2 übertr.: daz ich der tugende cleider / so lüzil han an mich gesnitten / dez muoz ich nach toren sitten / erfrorn wan [l. varn?] vnd kvele / uf dirre welte brvele Martina 73,20; jn ir brüel [bildl. für die weibliche Scham] zefuort er daz broz, / daz mit blüete was entsprungen Krone 11726
MWB 1 1043,10; Bearbeiter: Hoffmann