Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
bîbôz
Rezept, 8. Jh. (Steinmeyer, Spr.denkm. 39, 8)
und ausschließlich im Nom. und Akk.Sg.:
‚Bei-(Artemisia vulgaris
fuß, artemisia, ambrosia, valeriana, valentina,
matricaria, mater herbarum‘
L.), auch ein paarmal übertragen auf die
‚Me-(Cucumis melo L.) und einmal auf
lone, melo‘
die
‚Runkelrübe, beta‘(Beta vulgaris L.) 〈Var.:
pipoz, piboz, bipoz, biboz, bibez, bibot, mit
anderem Anlaut der zweiten Silbe: biuot, -voz,
-vuz (12.–13. Jh.), -uuz (Juniusgl. 13. Jh.),
oder, wie E. Karg-Gasterstädt ausgerechnet
hat,
„47 Belegen (in 59 Hss. aus dem 9.–(PBB 62 [1938], 56)〉.
14. Jh.) für inlautend b, p stehen nur 11 (in 11
Hss.) mit v gegenüber“
– Im Mhd. beginnt sich die Form bîvuoz st.m.
neben gelegentlichem bîbôz u. a. durchzuset-
zen; frühnhd. begegnen noch beiposz, peipus-
(kraut) neben häufigerem beifusz u. ä. In der
Hochsprache von heute gilt nur noch Beifuß
m.; zu der unabsehbaren Zahl von mdartl. Va-
rianten und Volksetymologien vgl. Marzell,
Wb. d. dt. Pflanzennamen I, 435 f.; Hegi, Il-
lustr. Flora VI, 2, 637; die Formen mit anl. -b-
der zweiten Silbe halten sich nur noch in einem
schmalen md. Streifen vom Riesengebirge über
Thüringen nach Lothringen und der Pfalz (s.
auch unten).