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bettlägerig

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bettlägerig

bettlägerig

Bett n. ‘Liegestatt zum Schlafen, Federbett, Bettdecke’. Dem gemeingerm. Wort für ‘Liegestatt’ ahd. betti ‘Lager, Bett, Federbett, Beet’ (8. Jh.), mhd. bette, asächs. bed, mnd. mnl. bedde, nl. bed, aengl. bedd, engl. bed, anord. beðr m., got. badi. Herkunft ungewiß. Vielleicht liegt die Verbalwurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ zugrunde, zu der lat. fodere ‘graben’ und fossa ‘Graben’, lit. bèsti (bedù) ‘stechen, bohren, graben’, aslaw. bosti ‘stechen’, russ. bodát’ (бодать) ‘mit den Hörnern stoßen’, kymr. bedd ‘Grab’, gall. bedo- ‘Kanal, Graben’ gehören. Danach wäre germ. *badja- ursprünglich eine ‘in den Boden eingegrabene Lagerstätte, Schlafgrube’, zunächst wohl für Tiere. Die Vorstellung, wonach der Mensch seine Schlafstelle nach dem Lager eines Tieres benennt, wird von de Vries Nl. 34 bezweifelt, der Bett als ‘warme Stelle, wo man vor Kälte geschützt ist’ erklärt und etymologisch zu Bad (s. d.) stellt. Den Germanen ist das Bett in seiner heutigen Gestalt unbekannt; sie schlafen auf Tierfellen, später auf Matten, bis schließlich feste Schlafbänke an den Wänden der Wohnräume aufgestellt werden, vgl. ahd. bettibret (9./10 Jh.), mhd. bettebret, asächs. beddibred ‘Bettstelle’. Das bewegliche Bett auf hölzernem Gestell, eine Erfindung der Mittelmeervölker aus klassischer Zeit, wird erst später üblich. – betten Vb. ‘zur Ruhe niederlegen’, reflexiv ‘sich ein Lager bereiten’, ahd. bettōn ‘betten, ein Bett zurichten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. betten, mnd. mnl. bedden, aengl. beddian. Dazu Bettung f., zuerst Mitte des 15. Jhs. im Sinne von ‘Bett’; in dieser Bedeutung bis ins 19. Jh., zuweilen sogar noch im 20. Jh. Anfang des 17. Jhs. wird Bettung ‘feste Unterlage’ ein bis heute gültiger Fachausdruck im Bauwesen, zuerst im militärischen Bereich (Bettung der Kanonen), später im Bereich der Wasserwirtschaft (Bettung einer Schleuse); die heute häufige Bedeutung ‘Unterlage für die Gleise einer Eisenbahnstrecke’ ist seit den 40er Jahren des 19. Jhs. nachweisbar. bettlägerig Adj. ‘erkrankt zu Bett liegend’ (Mitte 16. Jh.; obd. bettligring schon Mitte 15. Jh.). Bettstelle f. ‘hölzerner oder eiserner Rahmen eines Bettes’ ist wie gleichbed. Bettgestell n. seit Anfang des 18. Jhs. belegt, voraus geht westmd. bettsteill (Mitte 16. Jh.).
2283 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bèttlägerig

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bèttlägerig , adj. et adv. Krankheit halber das Bett hüthend. Bettlägerig seyn, werden. Niedersächs. bedderedig, legerha…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bettlägerig

    Goethe-Wörterbuch

    bettlägerig wegen anhaltender Leiden, akuter Krankheit zu Bett liegend Leider war unsere Freundin von Klettenberg bettlä…

  3. modern
    Dialekt
    bettlägerigAdj.

    Pfälzisches Wb.

    bett-lägerig Adj. : nach dem Schd. Er isch bettlägerich (-lęgəriχ) [ GH-Kand ], -lächerisch (-lęχəriš) [ BZ-Dierb ], -lä…

  4. Spezial
    bettlägerig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    bett|lä|ge|rig adj. 1 che mëss sté jö, che mëss sté te let 2 (krank) malsann (-agns, -ana)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bettlaegerig

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von bettlaegerig

bettlager + -ig

bettlaegerig leitet sich vom Lemma bettlager ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von bettlaegerig 3 Komponenten

bett+(laege+rig)

bettlaegerig setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bettlaegerig‑ als Erstglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „bettlaegerig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bettlaegerig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „bettlaegerig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bettlaegerig/pfeifer_etym. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „bettlaegerig". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bettlaegerig/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„bettlaegerig"},
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