Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
benahten
1.1 ‘übernachten’
1.2 ‘die Nacht (mit etw.) zubringen’
1.3 ‘jmdn. beherbergen’
2 ‘jmdm. bei Nacht widerfahren’
3 Part.-Adj. ‘mit Nacht überzogen, bei Nacht’
1 ‘die Nacht verbringen’ 1.1 ‘übernachten’ ich benahte in disem walde Tr 2520; er benahtet uf dem wege / bi einim brunnen RvEWchr 8009; nu benahte der vil reine / uf einem velde al eine Vät 17609; si [ werde minne ] mac ein herze niht getragen, / daz mit untugenden ist beslagen: / dâ enwil si âne zwîvel niht / benahten inne noch betagen Winsbeckin 39,7; Erinn 498; PrBerth 1:356,15; PrMd (J) 346,36 1.2 ‘die Nacht (mit etw.) zubringen’ so ’nweiz ich waz du jagest / oder wie dû benahtes oder wie dû betagest KLD:Hawart 3:3,8; tumber gouch, der dar an [mit der Ergründung von Gottes Größe] betaget oder benahtet Walth 10,7. – mit susgetanen sachen [Reimen] / bin ich dicke benachtet HeslApk 1437 1.3 ‘jmdn. beherbergen’ ein jude was benachtet / in eime vil alden spilhuse Brun 9788 2 ‘jmdm. bei Nacht widerfahren’ ouch gienc Isôt, Tristandes trût, / die mit dem namen was ein brût / und noch der werke was ein maget, / als ir benachtet noch betaget / wêre der dinge ichtes icht, / dâ von man brût den briuten spricht HvFreibTr 870 3 Part.-Adj. ‘mit Nacht überzogen, bei Nacht’ daz land noch hiut schinbære da stent betagt, benahtet und besunnet JTit 3396,2
MWB 1 570,45; Bearbeiter: Schnell