Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
behouwen stV.
1.1 ‘etw. behauen, bearbeiten’
1.2 ‘jmdn./etw. bearbeiten, formen’
2 refl. ‘sich verschanzen’
1 tr. 1.1 ‘etw. behauen, bearbeiten’ wie tût der der eine burc wil cimmerin? der gwinnit steine unt behouwit die unt wirkit die unt billit [bearbeitet] sie mit sîme wâfine nâch sîme richteschîte PrMd(J) 352,14; daz sie ez mit meisterschefte / mir helfen volfüeren, / rihten unde stiuren, / behouwen und besnîden Eracl 133; so mochte man in schowen / als einen stoc behouwen Herb 6416; so behoͮwet er und besnidet sin boͮme Tauler 97,21. – der stein Petrus vnd die gotis heiligen, die waren vil wol behowen vnde gebuwet, wane sie warn gequelet vnt gemartert mit aller slachte vngemache PrLpz(L) 116,21 1.2 ‘jmdn./etw. bearbeiten, formen’ villicht vnser einer mag / die auentùre behauwen / vnd auch die edelen frauwen, / jst vns glùck waͤge Krone 17592; also der usser mensche und die nidersten und obersten krefte wol behoͮwen und bereit sint Tauler 98,5; obe man solle behauwen mich / odir wie ich solle lyden mich, / und wie ich nach syme gefuge mich fuͤgen / solle odir mich dun besnyden Pilgerf 3827; als wo behibe / durch rehter czucht in libe / ein vater sin sœnil czart TvKulm 5737. – die da zeihent unser frawn / dazz mit sünden sey behawn [dass sie durch Sünden verformt sei] / nach ir menschleichait besunder Teichn 465,214. – ‘jmdn. schlagen’ so han ich mir des gedacht / das ich im den rukchen sein / mit ainer gaisel riemein / ser lan behawen Seifrit 2219 2 refl. ‘sich verschanzen’ nû hattin sich behouwin / dî Prûzin und vorheinit [zu verhagen ] NvJer 12760
MWB 1 517,19; Bearbeiter: Diehl