befleiszen ,
studere, satagere, praet. beflisz,
part. beflissen,
statt des einfachen ahd. flîʒan fleiʒ,
mhd. vlîʒen vleiʒ. 11)
intransitives befleiszen, ohne sich, müste ebenso zulässig sein, wie mhd. vlîʒen,
ahd. flîʒan: herre, ich hân gevliʒʒen an iegelîchem seitspil.
Trist. 93, 26; dô wart vil michel flîʒen von schœnen frouwen getâ
n. Nib. 261, 4; dages inti nahtes fleiʒ si thar thes rehtes. O. III. 16, 32; sie fliʒʒun sâr thes sinthes. I. 16, 22;
obwol schon mhd. sich vlîʒen
vorwaltet. nhd. findet sich nur der substantivische inf. und das part. praet. im gebrauch, die construction, wie bei sich befleiszen: die damen wolln von nichts als chevaliers jetzt wissen, das macht sie sind zum krieg auf reuterei beflissen. Logau 1, 1, 66; ich bin auf die beflissen, die mir viel gutes thun, und doch von mir nichts wissen. 1, 5, 2; falschheit streicht sich zierlich an, ist auf mäntel gar beflissen. 2,
zugabe s. 231; er zweifelte nicht, dasz er eine mächtige feindin habe, die darauf beflissen sei, ihn in der liebe unglücklich zu machen. Wieland 11, 37; solches löbliche befleiszen musz der dichter höchlich preisen. Göthe 47, 210; natürlich mit verstand sei du beflissen. 4, 384; sei du im leben wie im wissen durchaus der reinen fahrt beflissen. 4, 390; wie sind die vielen doch beflissen und es verwirrt sie nur der fleisz. 47, 246; und noch viel anders mehr, davon ich beflissen (
absichtlich) nichts melde. Schuppius 556.
man setzt beflissen
für studiosus: der tugend, des anstandes beflissen; der kunst, der weltweisheit beflissen; ein handlungsbeflissener. 22)
häufig sich befleiszen, mhd. sich vlîʒen: 2@aa)
mit genitiv: befliszend sich der bscheidenheit.
trag. Joh. h 7; des besten weins ich mich befleisz. Ayrer
fastn. sp. 38
a; wer sich dessen wil befleiszen. Logau 1, 9, 71; der musz bedachtsamkeit sich wol befleiszen. 1, 4, 79; gleichwie Achilles sich beflisse aller tugend. Weckherlin 359; dasz er sich der frömmigkeit beflissen hab. Schuppius 141; die seltnen fürsten götter heiszen, die sich der menschenhuld befleiszen. Hagedorn 3, 61; zu meiner zeit beflisz man sich der heimlichkeit. 3, 72; befleiszen sie sich jetzt der schlau erdachten zucht. Gotter 2, 418; doch euch des schreibens ja befleiszt, als dictiert euch der heilig geist. Göthe 12, 97; Melina, der sich eben nicht der gröszten feinheit beflisz. 18, 209; sie wuste sich in Serlos launen zu schicken und beflisz sich des singens ihm zu gefallen. 19, 237; der sich einer vollkommenen reinigkeit der sitten beflisz. 25, 83; mancher fabriken beflisz man sich da und manches gewerbes. 40, 236; ich habe mich der äuszersten treue beflissen. Bürger 141
a; wenn man sich jederzeit dieser methode beflissen hätte. Kant 8, 107. 2@bb)
mit an: warumb befleiszen wir uns nit an die art der schrift? Melanchth.
hauptartikel bl. 2.
vgl. jenes mhd. gevliʒʒen an seitspil. 2@cc)
mit auf: hat sich one zweifel Cain hernach auf eisenwerk weiter beflissen. Mathesius 78
a; disz wird kein gut nicht heiszen, worauf ein böser mensch sich pfleget zu befleiszen. Opitz 1, 56; mein bund sol mit dir sein, so lange man wird wissen, dasz sich ein Fleming hab auf solch ein thun beflissen. Fleming 108; sie wird mir nützer sein, als dasz ich mich befliss' auf hundsphilosophei. Logau 1, 5, 3
p. 97; kan ich, wil ich mich befleiszen mehr auf glimpflich als auf spitzig. 1, 7, 28; der sich auf glauben nur und auf geduld befleiszt. 1, 9, 22; wil sich sonst auf nichts befleiszen. 2, 5, 55; der sich mehr auf eitelkeit wil, als auf die witz befleiszen. 2, 6, 49; dasz ich frömmer sei als er, drauf befleisz ich mich. 2, 7, 24; weibervolk pflegt auf die tittel sich nicht wenig zu befleiszen, jungfern wollen jungefrauen, jungefrauen mütter heiszen. 2, 10, 58; es haben nicht allein die laten Lateiner und Griechen, sondern auch die ältesten juden sich auf diese fabelweisheit beflissen. Schuppius 829; wär ich ein groszer herr worden, ich hätte mich treflich auf rare hunde beflissen. Weise
erzn. 337; wenn man bei diesen sich vorzüglich auf urtheile beflisse. Herder 1, 17. 2@dd)
mit um: also sein wir beschaffen, dasz ein jeder umb etwas sich befleiszt. Schuppius 717; wenn er nicht noch freunde hätte, die sich um ihn beflissen, so wär es längst gethan um ihn. Lenz 1, 224. 2@ee)
mit folgendem dasz: befleisze dich, dasz du lauter und rein predigest. Luthers
tischr. 194
a; und da befleiszt sich das weib, dasz sie dise himlische sackpfeif oder pfeisen mit eim jungen discantbläserlein, vogelgeschrei und pfeifrörlin stäts ersetz, damit das orgelwerk ganz bleib.
Garg. 68
a; die bosheit, die für sich in keinem wesen steht, befleiszt sich, dasz sie stets auf etwas gutes geht. Logau 2, 2, 84. 2@ff)
oder einem infinitiv: tummelt und befleiszt sich manniglich etwas ins läger zu holen. Kirchhof
mil. disc. 130; wie meine hand und füsz die arbeit und den weg, die got befohlen hat, zu halten sich befleiszen. Weckherlin 65; wann man weislich sich befleiszt, seinem feind, eh ers wird innen, schand und schaden anzuspinnen. Logau 1, 4, 63; diejenige, so sich beflissen, nur das böse aus andrer leut schriften zusammen zu klauben. Schuppius 569; damit wir aber reine reden mögen, sollen wir uns befleiszen, deme, welches wir hochdeutsch nennen, bestens vermögens nachzukommen. Opitz
poet. 29.