Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Beelzebub m.
Beelzebub m.
Beelzebub m. In der Bibel (Neues Testament) ‘oberster Teufel’, mit dessen Hilfe Jesus nach Vorstellung der Pharisäer die bösen Geister austreibt, vgl. den Teufel durch, mit Beelzebub austreiben ‘ein Übel durch ein anderes Übel bekämpfen’, kirchenlat. Beelzebūb. Es gibt unterschiedliche Deutungsversuche. Nach einigen wäre der Teufelsname gleichzusetzen mit dem im Alten Testament belegten Baal-Zebūb, dem Namen der Orakelgottheit von Ekron, hebr. Ba‛al zewūw, wörtlich ‘Herr der Fliegen’. Nach anderen stellt die neutestamentliche Variante Beelzebūl (griech. Βεελζεβούλ neben im Neuen Testament üblichem Βεεζεβούλ, das wohl auf nachlässige palästinensische Volksaussprache zurückgeht, kirchenlat. Beelzebūl) die ursprüngliche Namensform des Teufels dar, die erst nachträglich an den Götternamen angeglichen wurde. Sie wird entweder (als verächtlich machende rabbinische Bezeichnung) zu hebr. zibbēl ‘düngen’, auch ‘Götzendienst leisten’ (eigentlich ‘Mist darbringen’) gestellt. Beelzebūl wäre danach ‘Herr des Mistes’, d. h. ‘Teufel’, dem letztlich jeder Götzendienst dargebracht wird. Oder sie ist Wiedergabe von hebr. Ba‛al zewūl ‘Herr des Himmels’. Die Namensform Beelzebub kommt mit der Übersetzung des lat. Bibeltextes ins Dt., vgl. ahd. Beelzebub (Tatian).