BEEIFERN vb. 1
sich mit eifer bemühen, etwas zu tun, zu erreichen (vgl. eifern 2
); selten sich um, für etwas, jmdn. beeifern;
auch als part.adj.: 1532 und wie sich ein jeder beiveren solte, domit er das
(hl. abendmahl) wurdiglich niesse
urk. u. akten Strassb. II 2,115. ⟨v1709⟩ welcher himmlischen muteten ich .. beyzustimmen mich beeyfern werde Abraham a
s. Clara
kramer-laden (1710)2,154. 1724
(Tcilio:) durch diesen weeg allein kanstu in die schos einer königin gelangen.
(Articio ) umb dieses beeifere ich mich nicht mehr Stranitzky
haupt- u. staatsaktionen 1,193. 1762 das ausserordentliche in dem .. vorfall erhöhet .. den .. für die ehre der nation beeiferten handelsfürsten Hagedorn
mahlerey 1,447. ⟨v1809⟩ alle zuschauer beeiferten sich um die wette, mich ihrer gastfreundschaft zu versichern Pfeffel
pros. vers. (1810)1,192. 1846 Humboldt hat sich für ihn beeifert K. A. Varnhagen
tgb. (1861) 3,283. 1947 und alles beeifert sich zu helfen R. Huch
br. an d. freunde 367 B. 1962 hier tut die sprache der p(redigt) ihren freien dienst, .. nicht subaltern beeifert um die „sprache des heutigen menschen“
rel. gesch. u. gegenwart 35,533 G. —
nur selten ‘
jmdn. anspornen, antreiben’,
mit sachobjekt ‘etwas vorantreiben mit eifer betreiben’: 1680 sintemal selbige heiden ihre reputation gewaltig beeifern und auch .. den blossen schatten eines schimpffs .. für eine würckliche schmach aufnehmen Francisci
uberzug 1180. ⟨1797⟩ man beeiferte sich gegenseitig, und einer suchte den andern .. zu übertreffen Tieck
(1828) 9,52. 1830 herr Michael Mayer, welcher aufgefordert durch den bäckermeister .., beeifert durch dessen menschenfreundliches herz .. die lebensgefährliche fahrt wagte Sartori
überschwemmung 1,158. 1875 wie sie
(die kinder) dabei zettern und mit leuchtenden augen und wangen die sache beeifern! Rosegger
waldschulmeister 429. 1915 „.. vernichtet sie alle! al- le!“ so hat sie – wie mit schlachtgesang – die männer beeifert
ders., ges. w. (1913)22,250. 2
etwas mißgünstig aufnehmen, kritisieren (vgl. eifern 1): 1681 vielleicht hat man / bey der auferziehung dieses printzen .. zu grosse lindigkeit gebraucht: und die / an ihm hervor blickende / zeichen der unart nicht beeyfert Francisci
trauer-saal 4,45. 1681 alle falschheit und heucheley .. wird im urtheil
(des jüngsten gerichts) hefftiger als gemeine sünden beeyfert
ders., rechenschafft 1082. ⟨1733⟩ wenn man den tand zerschellt, den gottes zorn beeifert Werlhof
ged. (1756)10. 1860 ein versehn b(eeifern) Sanders
wb. (1876)1,348c. —
jmdn. beneiden: 1716 besser ist beeifert als beklagt werden Ludwig
t.-engl. lex. 234. ⟨1728⟩
(metaphor ) der himmel, der sie nun zum eigenthum erhält, / beeiferte schon längst um diesen schatz die welt König
ged. (1745)348. Scheider