augbraue,
augbraune,
schwankend in bedeutung, geschlecht und gestalt des zweiten worts. skr. bhrû
supercilium, gr. ὀφρύς,
ir. gal. abhra,
armor. abrant,
altsl. brʾʾvʾ,
russ. brov',
poln. brwi,
goth. brahv
n., ahd. prâwa
f., prâ
n., mhd. brâwe
und brâ;
altn. brâ
f. cilium, brûn
f. und brŷn
n. pl. supercilium. Dasypodius
setzt augbraw
cilium, ober augbraw
supercilium, augbrawenhaar
palpebrae, Maaler 38
d augbrawen
beides palpebrae und supercilium, wie schon ahd. oucprâ
palpebrae, mhd. brâ
bald supercilium bald palpebrae. Luther 6, 500
b: ich bin als lange nie on pein gewesen, als ein augenbraw zu der andern möcht kommen. Fischart
schreibt den pl. augbroen (
wie pfo
für mhd. pfâ, pfâwe,
nhd. pfau); Luther
aber 3 Mos. 14, 8 an den augbrunen
und kühn Hiob 3, 9 die augenbrün der morgenröte,
vulg. ortus surgentis aurorae,
LXX Ἑωσφόρος ἀνατέλλων,
augenlieder der morgenröte, vgl. Hiob 41, 9.
schon nach dem altn. brûn
neben brâ
musz man der form braune
neben braue
ihr recht lassen, sie scheint auszerdem bestätigt durch das gr. πρών hügel, anhöhe, das lat. frons frontis
und jenes abrant;
mehr davon und über die wurzel unter dem einfachen braue, braune.
Das nhd. neutrum neben dem fem. bezeugen folgende stellen: strich dem heiligen das kinn, das augbran. Herder 6, 63. 19, 12; sein finsteres, überhangendes, buschiges augenbraun. Schiller 129; mit verdrusz und unwillen sieht man, wie Priestley in seiner geschichte der optik, und so manche vor und nach ihm, das heil der farbenwelt von der epoche eines gespalten sein sollenden lichtes her datieren und mit hohem augbraun auf die älteren und mittleren herabsehen. Göthe 52, xvii.
gewöhnlich aber gilt weibliches augbraue
oder augbraune
in der bedeutung von supercilium unterschieden von wimper (
d. i. wintbrâ)
palpebra: zarte dunkle sanftgezogene augenbrauen. Göthe 19, 85; meine augbrauen sind versengt. Göthe
an fr. v. Stein 1, 317.
s. augenbraune.
Von alters her waren die augbrauen
nicht nur ein wesentlicher bestandtheil der schönheit, sondern auch in ihrer regsamkeit zeichenhaft und bedeutungsvoll. die dichter vergleichen ihre krümmung dem bogen und der schlange, in den serbisehen gesängen heiszen die augbrauen egel (pijavitze),
die augenlider schwalbenflügel; schwarze brauen, als säszen zwei krähen über den augen ist ein altnordisches bild (
Vilk. saga cap. 1),
fast wie skr. kâkapaka,
krähenflügel die locke bezeichnet. bekannt ist ihr winken, ἐπινεύειν ὀφρύσι und das supercilium gerere,
jenes herabsehen mit hohem augbraun, sie aufziehen, werfen oder sinken lassen drückt wechselsweise stolz, ernst, zorn, trauer, müde und heiterkeit aus, bhrûkêpâlâpa
heiszt skr. die augbrauensprache. sîga lætr þû brŷn for brâr,
fallen lässest du brauen auf wimper, sagt die edda, du bist dem schlafe nah. meine augbraunen sollen über euch herhangen wie gewitterwolken. Schiller 117; zuweilen die frümettliche augbroen oder das vespasianisch cacantis faciem ablegen.
Garg. 15; ir augbroen waren wie ein gewelb von ebenholz. 76
b; regt die stirn, augbroen und ohren. 230
a; mit sawrgerünzelten augbrawen. Weckherl. 557; mord sasz in den düstern winkeln ihrer borstigen augbrauen. Fr. Müller 3, 283.
vgl. augenblick.