armuot (gen. armüete oder armuot) stf., eine zwar schon alte (vgl. ahd. aramuoti
Graff 1,422. 423 ), aber fehlerhafte bildung, die durch die irrige annahme einer zusammensetzung mit muot begünstigt wurde. die richtige bildung würde ahd. daʒ aramôdi
, später ahd. armœde
sein; auch gegen ahd. armôte, armœte
wäre nichts zu erinnern. vgl. Gr. 2,256. 257. wirklich findet sich noch daʒ armôte
litan. 327. daʒ armôt
kchr. 64. c. von deme armôde
Roth. 41. b. ferner ein neutrum armuote
und armuot: daʒ armuote
Diut. 1,376. vor grôʒeme armuote
das. 418. in grôʒeme armuote
das. 455. armuotes pflegen
das. 429. nim dich niht armuotes an
Trist. 4454. des armuotes
Marleg. 22,39. mit dem armuot
Kolocz. s. 94. daʒ ermuote
myst. 1,160,19. zuo willigeme ermuote
das. 81,9., woran sich das dialektische armet, ermet (
Diut. 2,138)
so wie 'das armuth' (die armen) bei Lessing anschließt. Ein seltener plural steht, wenn er echt ist, Genes. fdgr. 2, 24,43: die von rîchtuomen zarmoten choment,
wo wohl armuote
zu lesen ist, wie das. 25,4 lehrt. —
Die bedeutung des wortes ist 1. dieselbe, die das heutige 'armuth' hat. ist iuch disiu armuot an geborn. der selben armuot
Iw. 232. der armüete lære
Parz. 674,30. armüete vrî
W. Wh. 125,11. nu het diu grôʒe armuot zuo im gehûset in den glêt
Wigal. 5691. übric armuot
Walth. 81,29. 2. das wenige was ein armer besitzt. wie du einem sîn armuot angewinnest mit wuocher
Bert. 69. si brechent iu die selben armuot abe mit unrehte
das. 131. 3. personificiert. nu bedaht diu frowe Armuot von grôʒer schame daʒ houbet
Er. 1578.