Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Archiv n.
Archiv n.
Archiv n. ‘Sammlung von Schriftstücken, Urkunden, Akten, Aufbewahrungsort einer solchen Sammlung’, entlehnt (15. Jh.) aus gleichbed. spätlat. archīvum, einer Nebenform von lat. archīum, anfangs noch häufig in lat. Form. Zusammensetzungen wie Landesarchiv und Stadtarchiv sind im 17. Jh., Reichsarchiv im 18. Jh. bezeugt. Lat. archīum führt auf griech. arché͞ion (ἀρχεῖον) ‘Regierungsgebäude, Behörde, Amt’, das von griech. archḗ (ἀρχή) ‘Anfang, Ursache, Ursprung, Herrschaft, Regierung’, einem Verbalnomen zu griech. árchein (ἄρχειν) ‘der erste sein, vorangehen, anfangen, herrschen’, abgeleitet ist (s. Archaismus, Architekt, Hierarchie sowie die Vorsilbe Erz-). – Archivar m. ‘Betreuer eines Archivs’; nach Archivarius (1. Hälfte 17. Jh.), gebildet aus Archiv mit der lat. Endung -ārius, setzt sich Archivar von der Mitte des 18. Jhs. an mehr und mehr durch. archivalisch Adj. ‘die Archivalien betreffend, urkundlich’ (2. Hälfte 18. Jh.). Archivalien Plur. ‘in einem Archiv aufbewahrte Schriftstücke’ (Anfang 19. Jh.), gebildet mit der Pluralendung -alien (aus lat. -ālia) nach Mustern wie Naturalien (s. d.). archivieren Vb. ‘Schriftstücke in ein Archiv aufnehmen’ (Mitte 19. Jh.).