Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
arbeitlich
2 ‘quälend, qualvoll’
1 ‘mühevoll, beschwerlich, angestrengt’ min arbeitlich versuch / hat alhie daz erste buoch / in gots helfe vollenbracht PassI/II 154,59; Martinus der heilige man / greif do selber dar zu / mit arbeitlicher unru / und woldez hus gebrochen haben Pass III 601,66; idoch sint der [Marias] zweier leben, / ir minne, ir arbeitlich amt, / noch vil gerne beide ensamt / in eime der mit truwen Got / stete minnet Vät 20215; dô fuor der massnîe vil / gein dem arbeitlîchen zil, / ein âventiur ze schouwen Parz 334,2; Kreuzf 7009. – bei Rudolf von Ems in der Wendung mit arbeitlîchen siten ‘unter großen Anstrengungen, Entbehrungen’ al dú wnder und die not / die si mit arbeitlichen sitten / hatin uf der vart irliten RvEWchr 11366; RvEBarl 1643. 15527; RvEAlex 5923. 8163. – Adv.: manic hundert mile verre si dar gevlozzen waren arbeitliche JTit 5754,2; die rittêre [...] sich wâgten alsô / arbeitlich um ein cranc fûterstrô Kreuzf 3866 2 ‘quälend, qualvoll’ durch der israhêlschen schar / sante got mit zorne dar / zehen arbeitlîchiu leit [zehn Plagen] RvEBarl 2205. 5111; die andern tôt / wâren von arbeitlîcher nôt Kreuzf 6322. – in der Wendung durch arbeitlîchen muot ‘in der Absicht zu quälen’ daz si [die Frauen] durch arbeitlîchen muot / ir zuht sus parrierent / und sich dergegen [gegen das Liebesbegehren der Männer] zierent Parz 201,24
MWB 1 345,49; Bearbeiter: Schnell