Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Apostrophe
Apostrophe
Apostroph m. ‘Auslassungszeichen’, entlehnt aus gleichbed. spätlat. apostrophos, apostrophus, griech. apóstrophos (ἀπόστροφος), einem substantivierten Adjektiv (mit der Bedeutung ‘abgewandt, weg-, entfallend’), das zu griech. apostréphein (ἀποστρέφειν) ‘sich abkehren, abwenden’ gehört; vgl. griech. stréphein (στρέφειν) ‘drehen, wenden’ (s. Strophe). Im Dt. zunächst in der lat. Form Apostrophus und (wohl unter frz. Einfluß) Apostrophe (Mitte 17. Jh.), dann Apostroph (18. Jh.). – Apostrophe f. in der Rhetorik von der überraschenden Abwendung des Redners vom Thema und der Hinwendung zu einer anderen Person oder Sache, insbesondere ‘an jmdn. gerichtete feierliche Ansprache, Anrede’ (1. Hälfte 18. Jh.), aus spätlat. apostropha, apostrophē, griech. apostrophḗ (ἀποστροφή), eigentlich ‘Abwendung, Abkehr’. apostrophieren Vb. ‘erwähnen, anführen, als etw. bezeichnen, ansprechen’ (1. Hälfte 18. Jh.), zu Apostrophe.