Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
anschnauzen
anschnauzen
anschnauzen Vb. ‘heftig anfahren, grob zurechtweisen’ (1. Hälfte 16. Jh.) gehört für das nhd. Sprachgefühl zu Schnauze (s. d.), obwohl das Substantiv selbst seine heutige Lautgestalt erst im 16. Jh. gewonnen hat und das davon abgeleitete Simplex schnauzen im Gegensatz zu den Präfixverben an-, be-, überschnauzen noch Ende des 17. Jhs. von Stieler als ungebräuchlich bezeichnet wird. Seit J. Grimm wird anschnauzen daher meist als Frequentativ- bzw. Intensivbildung auf -(e)zen betrachtet und zu gleichbed. anschnauen (Anfang 16. bis 19. Jh., heute noch mundartlich), Präfixbildung zu mhd. snāwen ‘schwer atmen, schnauben’, oder (über ein zu erschließendes *anschnaub(e)zen) zu ebenfalls gleichbed., heute unüblichem anschnauben (15. Jh.) und damit zum Simplex schnauben (s. d.) gestellt.