Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
anheimfallen
anheimfallen
anheim- verdeutlichende Form des Akkusativs heim ‘nach Hause’, die in frühnhd. Zeit zur Unterscheidung vom gleichlautenden Dativ heim ‘zu Hause’ gebildet wird. Im Mhd. sind beide Formen noch getrennt: heim ‘nach Hause’, heime ‘zu Hause’ (s. heim). Die ursprüngliche Bedeutung verblaßt, als im 16./17. Jh. der adverbiale Akkusativ (besonders in der Kanzleisprache) mit zahlreichen Verben verbunden wird, von denen anheimfallen Vb. ‘in Besitz übergehen, zufallen’, anheimgeben Vb. ‘übergeben, anvertrauen’ und anheimstellen Vb. ‘jmds. Entscheidung überlassen’ in gehobener Stilschicht noch gebräuchlich sind.