Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
anevanc stM.
2 in Rechtstexten
2.1 durch Handanlegung begonnene Klage um Gut ‘Anfangsverfahren’ , Beanspruchung oder Rückforderung (gestohlenen) Gutes oder eingefangener Tiere (vgl. DRW 1,623 V., 2 HRG, 1,228-232)
2.2 eine Abgabe (vgl. DRW 1,623 III.)
1 zeitlich und räumlich ‘Beginn’, gelegentl. kausal ‘Anlass, Ursache’ – zeitlich: aber daz muoz geschehen an dem anvang des siehtums BdN 364,11; in dem lenzen und in dem anvang des sumers ebd. 376,27. 69,36; KvMSph 20,7; Augustînus [...] hât an seinem anvanch vil gesprochen, daz er hinden nâch widersprochen hât BdN 56,33; in guot ende kanst du kêren / Êven tumben anevank SM:EvS 1: 11,12. – räumlich: der brunne ist dem vssflusse ain anfang Gnadenl 1,261; der ruck hât seinen anvanch an dem hals und strecket sein leng unz an die mistporten BdN 24,8; des selbin gebirgis strich / beginnit gein Marsilie sich / mit anvange hebin an RvEWchr 2536; auf Texte bezogen: [des Buches] ende, mittel, anevang / so hab in diner [Gottes] pfliht! SHort 4392; niht verre von dem anevange / stêt an dem buoche der gesange / daz ich nû gesprochen hân LvRegSyon 2012; SM:EvS 1:2,4. – ‘Anlass, Ursache’ wîp diu sint dar under / besunder / ganzer fröide ein anevanc KLD:Kzl 11: 1,17; ez ist der üppige gedanc / der sünden werke ein anevanc RvEBarl 6992; in dem da ward des ersten kunt / des suͤssen saiten spils suͦsser klang, / das also hat ainen anefang [Ursprungslegende] KvHelmsd 1892 2 in Rechtstexten 2.1 durch Handanlegung begonnene Klage um Gut ‘Anfangsverfahren’, Beanspruchung oder Rückforderung (gestohlenen) Gutes oder eingefangener Tiere (vgl. DRW 1,623 V., 2HRG, 1,228-232): si quis equum suum cum iusticia apud aliquem detinuerit, quod dicitur anevanck StRIglau 257; de jure, quod dicitur anevanck ebd. 290; von dem rechten, das anfang haisset ebd. 290 2.2 eine Abgabe (vgl. DRW 1,623 III.): ab [falls] hez vordiri wil, so sal he geibi sienin rechtin anivanc; daz is ein schillinc mulhuschir phennigi Mühlh 118,11. 119,9
MWB 1 297,41; Bearbeiterin: Baumgarte