Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
anatret st. m.
st. m., mhd. anetret m., mit abweichender Bedeutung.
ana-tret: nom. sg. Gl 3,588,20 (11. Jh.). 589,12 (späte Abschr.). 4,30,54 (Sal. a 1, 6 Hss., 11.—15. Jh.); ane-: 3,602,5 (Würzb. Mp. th. f. 146, 10. Jh.); an-: 4,166,53 (Sal. d, 12. Jh.).
Verstümmelt ist ana-tre: nom. sg. Beitr. 73,208 (Sal. c, nach Gl 4,129,39).
der ‘Antritt’, Name einer Pflanze: a) wohl Polygonum aviculare L., der Vogelknöterich, der besonders viel an Wegrändern wächst, vgl. Hegi iii, 191 ff.: proserpinaca [Apul., De medic. herb. liber xix] Gl 3,588,20. 589, 12. centenodia [zu Rez.] 602,5; vgl. Fischer, Pfl. 199. 279, Marzell, Heilpfl. 50 ff.; vgl. auch uueg(e)tret st. m., uuegetreta f.; b) die sonst, Gl 3,525,22. 547,18, eburuuurz genannte Pflanze, lat. agramen Gl 4,30,54. 166,53. Beitr. 73,208 (nach Gl 4,129,39), wohl Carlina acaulis L., die stengellose Eberwurz, die Silberdistel, vgl. Hegi vi, 817 ff., Marzell 1,840 ff. (agramen Nachbildung zu a-caulis? Diefb. vermutet Mischung aus ἄγριστον und gramen; Fischer, Pfl. 263 und Marzell a. a. O. schreiben a(l)gramen (ohne Quellenangabe), was arabischen Einfluß möglich macht). Die Pflanze wächst auf Schutthalden, mageren Wiesen, trockenen Kalkböden und sitzt mit ihrer Blüte auf dem grünen Teller der Blattrosette unmittelbar auf dem Boden.