ABBRECHE f. lichtschere. nomen instrumenti zu abbrechen,
s. d. A 1 a.
literarisch selten und kaum über das alem. hinausreichend; in den wbb. jedoch seit dem 15. jh. neben schneuze, lichtschere, kluft, zange
u. ä. glossierungen für emunctorium (
vereinzelt für corruptela: abebrech vel klofft
15. jh. md. Diefenbach
gl. 153b)
bis zu Campe
wb. 1(
1807)
7a (landschaftl.) fast durchgehend verzeichnet (
nicht bei Frisius
dict. [
1556], Maaler, Stieler, Adelung
): 15.jh.
emunctorium ab brech Diefenbach
gl. 201c. 15.jh. eyn abbrech
(obd.) ebd. 1489
munctorium abbreche Brack
voc. rerum g 1a (im kap.: de scriptoribus et eorum instrumentis). 1505
emunctorium ein abrech zu liechten
(Straßb.) voc. gemma gemm. i 1a – (
ebenso in den ausg. Hagenau [
1510],
Augsb. [
1512]
und Lohr [
1514]
; dagegen: een snuterken
Deventer [
1495]
l 6b,
Köln [
1495]
und Magdeb. [
1495]). – 1521 Anthiochus .. beraubet den tempel, fuͤrt hinweg .. die liechtstoͤck, die abbrechen, die alle guldin waren
(nach 1. Makk. 1,35) Geiler, b. arbore humana 113a. 1531 vnd macht die siben ampelen, mit jren abbrechen vnnd loͤschnaͤpfflin von lauterm gold
(exod. 37,23) bibel Zür. 1,46d (1667: liechtbutzer). 1534 mit jren abbrechen vnd leschgeschirren Dietenberger
46c – (
aber: mit iren zangen [
u1466]
1. dt. bibel 3,350 LV; snuten [
Köln u1478], tangen [
Halberst. 1522]
nd. bibelfrühdrucke 1,514/5 DTM; liechtschneutzen [
1523] Luther; Wolf
gl. z. basler ausg. d. lutherbibel v. 1523, nach zfdph. 22,328, erklärt schneützen
durch abbrech, bützer; lichtscheren
biblie Lüb. [
1533]
1,46b; butzer vnd geschirr Eck
[1537]
1,46c). – 1541 ein abbraͤch oder butzer Cholinus/
F. dict. 317a. 1551 die abbrech
(sollst du) lassen offen stehn,/ so glunßt der butzen vber langk,/ vnd geht darauß der schoͤn gestanck Scheit
Grobianus 55 HND. ⟨1660⟩ 4 ganz eiserne kerzenstöck sammt 4 abbrechen
schweiz. id. 5,326. 1686 eine abbrechen Dentzler
germ.-lat. 2b. 1700 abbreche Kramer
t.-it. 1,148b. abręәxә Fischer
schwäb. 1,6. als symbol mit lasziver bedeutung (
vgl. Ch. Schmidt
els. 1a) ⟨1510⟩ so muͦß er ir ein blaßbalck kauffen, so kramet sie im ein abbrechen, die ding machen sie
(eheleute) dann vff den ermel Geiler
brösamlin (1517)1,95c. bildlich: 1669 also ist dieses der mäßigkeit ampt und einraht, bey aller lust die abbrech brauchen, den zügel einlegen, maaß halten Schottel
sittenkunst 541. ⟨1844⟩ nicht nur an die tafelungen, auch an die übrigen gebräuche und herkommen
(bei hochzeiten) legte man die abbreche
schweiz. id. 5,326. 1867 die abbrech nicht finden können
(das ende), nimm die abbrech!
höre auf! Wander
sprichw.-lex. 1,5. si nemend d’abbrechen fangen an sich einzuschränken, schweiz. id. 5,326. Braun