Eintrag · Rheinisches Wb.
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zwischen II dem Wort liegen heute hinsichtl. der Stammsilbe im rhein. Raum drei Formen zugrunde, u. zwar: α. mhd., nhd. zwischen, β. mnd., mndl. tu(s)schen, γ. mhd. züschen; die Form α ist anscheinend nur im Geb. der Nahe, SSimm, SGoar, Birkf u. im südl. Saargeb. bodenständig; darüber hinaus mischt sie sich stark mit den Formen β u. γ, u. zwar bis tief ins Rip hinein, letzte Ausläufer Grevbr, Düss-Stdt; dazu in der Pfälzerkolonie bei Kleve; den Kampf zwischen den mdl. u. hochsprachl. Formen zeigt die Karte IX, 9a recht deutlich; Lautung Rhfrk, Mosfrk tswiš-, –e- [WMosfrk, WEif häufig -ø-]; Rip (gemäss der Entwicklung der Lautgruppe -iš-) -eš-, –ei-, –øy-; die Form β ist Rhfrk in Birkf-Wolfersw, Saarbr-Lauterb, Simm (in 12 Orten) Goar-Gondershsn Morshsn Salzig Weiler bezeugt; Mosfrk in Saarl-Dilling Fürw Pachten Stdt, Saarbg-Wellen, Trier-Lutzw Menning Metzd Minden Rodt Schleid Wintersd, Bitb (stark mit tsw- durchsetzt), Wittl (desgl.), Bernk-Graach Maring Neumag (selten) Wehlen, Daun (oft tsw-) Prüm, Zell-Blankenr Grenderich Merl Moritzh Reidenhsn, Koch (in 13 Orten) May (in 16 Orten), Kobl-Güls Mallendar Waldesch, SNeuw (oft tsw-); Lautung Rhfrk, Mosfrk -e-, –i-, –ø-; Altk dø-, tø [NOAltk auffallend kyš-, køš-, –i- in 13 Orten]; Siegld dø-, de-; Rip von Aden, Ahrw, NPrüm. Malm an allg., doch stark durchsetzt mit tsw-; Lautung -øš-, –øy-; OBerg, NBerg tø-, ty- [Barm auch twø-]; Nfrk einschl. Eup tø-, ty- [NGeld, NMörs, Klev, Rees, Dinsl, Duisb-Meiderich -øs-, –ys-; Kemp-Breyell, Kref-Ürdingen teš-]; die Form γ, bei welcher nicht ganz klar ist, ob sie tatsächl. das mhd. züschen weiterführt od. eine Kontamination zwischen tüschen u. zwischen darstellt, ist Rhfrk in Birkf-Mosb Richw, Simm-Holzb Mengerschd Schönborn, Saarbr-Geislautern Sulzb, Wend allg. (oft tsw-), Ottw (8 Orte) bezeugt; Mosfrk in Saarl-Wadgass, Merz-Büschf Erbring Merching Nunk, Saarbg-Köllig Schoden Winchering, Trier-Euren Lampaden Mehring Mettnich Ruwer Tarforst, Bernk-Allenb Dhron Immert Woppenr, Daun-Deudesf Gees Schönb, Prüm-Laschd Nimsreuland Wallersh, Zell-Bärenb, Koch-Laub; Lautung -e-, –ø-. — Wortbildung (s. Karte IX, 9b): Wie bei neben (s. d.), u. wohl von diesem beeinflusst, tauchen in best. Geb. gewisse Bildungsformen auf: a. -šənt Mosfrk in Merz-Büding Büschf Merching Nunk, Saarbg-Köllig Körrig Nittel Rommelfang Wehing Wellen Winchering, Trier-Ld (10 Orte), Bernk-Dhron Horath Maring Wehlen, Wittl-Altrich Bruch Eckf Flussb Gladb Gransd Lüxem, Bitb (sehr verbr.; Wolsf tswiš), Prüm (18 Orte), Daun-Darschd Rengen Üdersd Wallenborn, Koch-Bruttig Faid Gevenich Kalenborn Laub Urmersb, May-Bermel Kollig Münk Nachtsh SJohann Waldesch, Neuw-Mittelelsaff; SRip in Aden-Baar Hönning NEsch u. noch hier u. da, Ahrw-Gelsd Mayschoss Nierend, Malm-Bracht Hinderhsn, Lengler Lommersw Schoppen Wallerode Wirtzf, Schleid-Baasem Berk; diese Endung kann einfache Sprossform aus -šə(n) sein, doch ist Beeinflussung von dem im gleichen Raum herrschenden newənt möglich (dies < *nebewent, mhd. nebent; vgl. ahd. obanenti). — b. -šiχ(t), –šiš(t), –ə- Rhfrk in Kreuzn-Gutenbg, Simm (21 Orte), Goar-Buchholz Dommershsn Gondershsn Hungenr Macken Morshsn Salzig Weiler; Mosfrk in Saarl-Stdt, Bernk-Wederath Woppenr, Wittl-Monzel, Bitb-Preist, Daun-Strohn, Zell-Altlay Bärenb Briedern Forst Haserich Moritzh Reidenhsn, Koch-Ellenz Illerich Laar Lieg Stdt Zilshsn, May-Burgbrohl Hatzenport Kell Löf NOWeiler OLützing Wassenach, Kobl-Güls; SRip in Aden (10 Orte), Ahrw (13 Orte); dazu -šəniχ(t) Zell-Grenderich, May-Naunh Polch Rüber Ruitsch, Ahrw-Brohl; auch hier entspricht die Endung der bei newiχ(t); sie stellt eine Abschleifung von –wendig dar (urkdl. bezeugt in innewendig, niderwendig u. a.). — c. -šər Rhfrk in SGoar (12 Orte); Mosfrk in Zell (8 Orte), Koch-Klotten Kond Moselkern Müden Pommern, Goar-Brodenb Buchholz NFell, May-Lehmen Metternich, Kobl-Kobern Mallendar Waldesch Winning, Neuw (17 Orte; -ərt Übersd Urbach), Altk allg. (-ərt Bitzen Dünebusch Fluterschen Hamm Steineb); Siegld allg.; Rip in Ahrw-Bachem Breisig, Rheinb-Buschhv, Schleid-Blankenh Freiling Hüngersd (-ərt), Sieg verbr. (20 Orte), MülhRh-Blecher Overath u. noch hier u. da, Waldbr (13 Orte), Gummb-Homburgisch, Wippf-Engeld Hahnenbg Hohkeppel Olpe u. noch hier u. da, uWupp; OBerg in Gummb-Schwarzenbergisch allg. (aber auch -šən); NBerg in Sol-Ohligs Stdt, Wermelsk, Remschd, Lennep-Dhünn Strassweg; SNfrk in Heinsb-Hilfarth, Erk-Grambusch KlGladb Tenholt, Rheydt-Stdt, Grevbr-Bettr Hoven, MGladb-Neuwerk; diese Endung ist hier wahrscheinl. eine Analogie zu den anderen Präpositionen auf -ər (hinter, unter udgl.). — d. -šənts nur vereinz. in Eup. — e. sonst herrscht im ganzen Geb. -šə(n), oft auch dort, wo die oben angegebenen Formen gelten: 1. Präp. a. örtl. α. wie nhd.; die Möüsch (der Spatz) satt sich t. die angere Vüəgel Kref, Allg.; Barl let (liegt) t. Örschau on Homberk (die Orte Mörs-Baerl, Orsoy u. Hombg); et Metz (Messer) ös me t. de Erpel (Kartoffeln) gefalle Rip, Allg.; de hät nicks t. de Reppen ist schlecht genährt Neuw-Asb, Allg.; de Weg t. de Hüs zw. den Häusern Emmerich, Allg.; he lef de ganze Dag t. Trapp un Köch MülhRh; he wor t. Jöche (Grevbr-Jüchen) am baue d. h. zw. hier u. Jüchen Grevbr-Priesterath; diese Bildung auch häufig in FlN: zwischen dem Wege, zw. dem alten Hof usf. Rip, SNfrk; zw. Dür on Angel Rip, Verbr.; t. Himmel on Erd Allg.; de äs t. de Dür kunn hat sich an der Tür geklemmt Sieg-Leuschd, Allg. — β. im bes. αα. t. os gesaht unter uns gesagt Monsch, Aach, Eup. — ββ. t. dem Dokter (de Doktersch), de Avekate lofe, gohn häufig zum Doktor, zum Advokat laufen Eusk-Dirmerzh, Aach, Mülh-Rh-Overath, uWupp, Eup, Elbf; de Moder lep t. der Schol lief oft zum Lehrer Mettm-Haan; der Schäng (Johann) geht töscherm Trengche (Katharina) er geht zu ihr freien MülhRh-Overath. — RA.: De hat sich z. zwin Stehl (Stühle) gesatt wie nhd. Koch-Laub, Allg. He sett t, de Dör sitzt fest, kann nicht mehr aus u. ein Klev-Kalkar. Enem de Kopp zw. zwei Ohre setze ihm den Kopf zurechtsetzen Düss, Verbr. Du krist ere paar t. Hals on Nack Grevbr-Priesterath. He hölpt em noch t. Kette on Bäng (Banden) hilft ihm in allen Lebenslagen Aach, Selfk, Sülzt. T. Hömmel on Erd hänge am Galgen Aach-Breinig. Enen t. de Zäng han über ihn herziehen Rip, Mosfrk verbr. — Rätsel: T. zwing Bergen brommt e Bär? der Furz Bitb-Wiersd. — γ. in Verbr. mit den Verben haben, kriegen, nehmen; he hät em ens t. gehatt einen Verweis erteilt Kemp; den han se örntlich t. gehatt arg mitgenommen Sieg-Rhöndrf, Verbr.; wer mag die Ax zw. han gehatt? wer hat die Axt so verkerbt? Rheinb-Wald, Verbr. Enge t. krige ihn zurechtweisen Aach; den Ängs (Angst) krig öm t. er bekommt A. Kemp. RA.: Wer zo Hus nit höre well, den krige fremde Lück (Leute) t. unter die Fuchtel Köln-Stdt, Mülh Ruhr. Ech han öm ens t. genomme MGladb, Rip, Nfrk. — δ. Adj.: de töschenste Bönn die mittlere Dachstube Remschd, Wuppert. — ε. Subst.: dat Töschen Sg. u. Pl. Zwischenstück eines Gerätes Wuppergeb. — b. zeitl. α. mit zwei Bezugswörtern; t. zwo un drei Auren zw. 2 u. 3 Uhr Koch-Laub, Allg.; t. siwe un acht; t. twelf (12) Uhre on Meddag überhaupt nicht Heinsb-Karken; t. Usdern (Poschten) on Pingsden Neuw-Asb, Allg.; t. Dag un Naacht Hunsr, Allg.; t. Dag un Donkel (Düster) in der Dämmerung Rip, Allg.; t. Zupp on Rengkflesch komme ungelegen Kref. Descher de Johre zw. den Jahren, zw. Weihnachten u. Dreikönig Siegld, Kreuzn-Bingerbrück, Gummb, Verbr. — Wetterregel: Wie et Weər (Wetter) t. Kresmes on Neujohr, esu blift et et ganze Johr Aach-Breinig, Verbr. — β. mit einem Bezugswort. αα. während; t. Meddag kom mi Bestevar (Grossvater) Bergh-Hüchelhv; t. de Vesper hänt se de Koh gestolle (-stohlen) ebd. — ββ. bis; t. moən (von heute) bis morgen uWupp, Sol, Elbf; dat sallste t. m. wall gewahr werden. — γγ. t. fönf, acht (usf.) Uhr gegen 5, 8 (usf.) Uhr Grevbr, Düss-Stdt. — 2. in Verb. mit Adv. u. Präp. a. mit Adv. α.da(r) -da(r)zwischen (s. Bd. I unter da-): örtl. meist in Verb. mit Verben d. sein, –setze, –lige, –komme, -lofe, –rofe, –kalle, –schwätze, –haue, –gerode usf.; medden (meddsen) d. Allg.; twe mech d. ich mitten dazw. Kref; dene han se d. nehmen ihn zw. Ottw; ich han en d. genomme Wittl; do sticht ebbes d. Simm; övverall kütt (kommt) alt ens jet d. Dür; blif d. weg Gummb. — Rätsel: T. Berg un Dal, wat lig d.? das Wort ‘und’ Duisb-Meiderich, Verbr.; als Zeitadv. inzwischen, währenddessen Verbr.; d. han ek mech jet gerest etwas ausgeruht Gummb; d. kümmt e wiər inzw. kommt er wieder ebd.; d.durch unterdessen Erk-Glimb. — β.hinzwischen: hēn-, inzwischen (s. d. u.) Kemp. — γ.hintenzwischen (s. d.): währenddessen, inzw. MGladb, Kemp. RA.: H. kackt noch männig Vögelke, wat jetz noch ke Föttchen (Hinterchen) hät MGladb. — δ.innen -innenzwischen (s. d.): dass. Heinsb-Altmyhl. — b. mit Präp. α.
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Kompositum 8
Wortbildung
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Cotta, M. (2026). „zwischenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zwischenii/rhwb?formid=Z03372
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Cotta, Marcel. „zwischenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zwischenii/rhwb?formid=Z03372. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „zwischenii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zwischenii/rhwb?formid=Z03372.
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