-knote, -knot,
m. ,
verschiedener bildung und bedeutung, vgl. zweifel(s)knopf
und zweifel(s)strick. 11)
concret. ursprünglich wohl für einen doppelt geschlungenen knoten und aus einem *zwîfalt-,
*zweifaltknoten
entwickelt. seit dem anfang des 17.
jhs. belegt. 1@aa)
eigentlich, für einen zierknoten, eine verknotete verschnürung als zier, vgl. zweifelstrick 1: schuch unten ... mit seidnen nesteln, mit zweifelsknoten zugebunden Joh. Sommer
ethnogr. mundi (1609) 1, 54; 2 gebundt schnüre, dabei gutt gelt, silber undt seyde, daraus man zweiffelsknotten macht (
Breslauer stadtarchiv a. d. j. 1607)
neuphilol. mitt. 28 (1927) 16
u. ö. ebda; für metaxa eine tocke seiden (
aufgewundene)
it. ein zweifelsknot A. Corvinus
fons lat. (1646) 534. 1@bb)
uneigentlich von dingen in der form des zweifelsknoten:
von verschlungenen schnörkel- und zierlinien um namen u. s. w.: Medor Angelica stehn hundertmal mit namen verknüpfet, hundertmal geschrieben an beysammen, so mancher buchstab ist, so mancher zweiffelsknot (
in den baum geschnitzt), da sie hat beyde mit vereint der liebesgott D. v.
d. Werder
Ariost 23, 184; als Markhold dises bild verfAertiget hatte, so gahb er solches in einem von papihr geschnittenen hAerz- oder zweifAelsknohdten geschriben, dem Huldrich Ph. Zesen
adriat. Rosemund 103
ndr., vgl. dazu zweifelknote
nodo d'amore Kramer
t.-ital. (1700) 1, 809
c;
le lacs d'amour Chr. Fr. Schwan
nouv. dict. (1783) 2, 1146
a.
hierher auch von der schnörkelhaften umrahmung einer inschrift: do die mawren seind hoch vom schönsten stein erbawet, drinn zweifelsknoten man, rAetzlein und reime schawet Tobias Hübner
d. andere woche (1619)
herrligkeit 229.
von der form eines backwerks: hernach feine lange schnür daraus (
aus dem gerollten marzipanteig) wältzen, alsdann allerhand bretzeln, zweiffelsknoten und dergleichen formiret v. Hohberg
georg. cur. (1715) 3, 1, 166
a. 22) zweifel(s)knoten
in abstracter, bildhaft-übertragener anwendung ist beträchtlich älter belegt, häufiger und länger, bis ins 19.
jh. hinein, bezeugt. nach bedeutung und bildung von 1
zu trennen und als zusammenrückung von knoten
in dessen bildlich-übertragenen anwendung 14 a, b, c, e (
s. teil 5, 1504
ff.)
mit zweifel,
m., zu verstehen; vgl. zweifelknoten
verbum perplexabile Stieler
stammb. 998; Campe 5, 962
a.
typisch ist die verbindung mit verben wie entbinden,
insbes. lösen, auflösen,
auch aufwickeln (Chr. Weise
curiös. ged. [1693] 2, 141), auseinanderdrehen (J. Chr. G. König
ged. [1789] 35),
sowie schürzen, knöpfen
u. ähnl. zweifelknoten machen
perplexari, ambigue loqui Stieler 998.
für eine verwirrende, schwer entscheidbare frage, insbesondere religiöse oder philosophisch-wissenschaftliche: waz todes sterbet er da mite? den zwifelknoten mir enbint Heinrich v. Hesler
ev. Nicod. 4031
H.; Calvini liebhaber und verfechter machen einen zweifelsknoden in diese ketten (
bezieht sich auf Römer 8, 30) oder ziehen sie so zu sammen, dasz ein mensche darüber ersticken und verzweifeln möchte Joh. Saubert
currus Simeonis (1627) 127; bald grübelt die vernunft, doch kan ihr frecher tand und mein gewissen nichts als zweifelsknoten schürtzen v. Canitz
ged. (1727) 17; wir haben uns auch zweifelsknoten über die religion aufgelöst K. Hertzberg
Till Eulenspiegel (1779) 2, 51; soll ich mit Wolfen oder Knutzen zweifelsknoten lösen helfen? Gleim
s. schr. (1798) 2, 29; das musikalische lexikon war mir noch ganz unbekannt. ich habe schon viele zweifelsknoten dadurch aufgelöset Gottschedin
br. (1771) 1, 56; die persische Mitra hat hauptsächlich den zweifelsknoten geknüpft, weil man wohl einen persischen Mithras, aber keine Mitra kannte Fr. Creuzer
symbolik (1810) 2, 18.
entsinnlichter und allgemeiner: ich gehe aber hiermit zu dem zweiten zweifelknoten Valvassor
ehre d. herzogth. Crain (1689) 2, 78; die historischen sowol als chronologischen zweifelsknoten J. A. v. Einem
Mosheims vollst. kirchengesch. 7 (1776) 412; allen jenen zweifelsknoten ... macht die alte heilige lehre ein ende Schelling I 6, 47.
mehr im sinne von '
verwirrung', '
schwierigkeit'
überhaupt, vgl. zweifelsknote
perplexity Ludwig
t.-engl. (1716) 2663,
zwaarigheid Kramer- Moerbeek
dt.-holl. wb. (1768) 445
a: schwierigkeiten und zweiffelknoten Er. Francisci
d. eröffn. lusth. (1676) 1175; der diplomatik zweifelsknoten Pfeffel
poet. versuche (1812) 7, 4;
redensartlich: da sitzt der zweifelsknoten
there sits the knot or intricacy Ludwig
t.-engl. (1716) 2663.
mit beziehung auf den gordischen knoten, vgl. zweiffelsknote
inexplicabilis laqueus, nodus Herculeus, nodus Gordius Aler
dict. (1727) 2, 2293
a: Marbod ... der nicht ... den gordischen zweifelsknoten zerhauen ... würde Lohenstein
Arminius (1689) 2, 356
b;
vgl. 1, 965; andere ... durchschneiden mit wenig worten den zweifelsknoten Ayrenhoff
w. (1814) 4, 175.
fast wie '
verdacht': herr Edmund sendet mich als seinen boten ..., und dasz er löse jeden zweifelsknoten, hat er mir ring und schlüssel eingehändigt Uhland
ged. 1, 364
E. Schm.-H. in der ma.: der kriegt allenk den zweifelsknoten
der zweifelt leicht Müller-Fraureuth 2, 719.