Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
- Anchors
- 3 in 3 Wb.
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- 2
zublasen, v. 1) im eigentlichen sinne: weilen ihnen der wind von norden zubliese M. Krämer leben und tapfere thaten (1681) 550; der schmid der schrey: sitz darinn still; erst ich weidlich zublasen will H. Sachs 17, 292 G. (vgl. kinder- u. hausm. 2, 288); eine lange reihe von nachtwächtern .., welche sich einander zublieszen Brentano 5, 148. durch blasen verschlieszen: das .. metall wird in .. zugeblasenen glasröhren aufbewahrt Liebig handb. d. chemie 446. 2) danach übertragen 'schüren, antreiben', meist zum bösen: zublasen inspirare, instigare Kirsch cornu copiae (1731) 367b; der teuffel stet do hynden und blest zcu wye eynn köler Luther 11, 24 W.; die gnädigen herren vettern und frauen basen ... haben so zugeblasen, dasz einstens ein groszes miszvergnügen unter den jungen leuten entsprang Schwetschke ausgew. schr. (1866) 1, 59. 3) trans.: und bleset ihnen (den waldvögeln) der wind, der ir gehülff und capellmeister ist, lufft zu Gabr. Rollenhagen indianische reysen (1603) 120; die (berge) recken ihre kahlen scheitel einander entgegen und blasen sich nebelwolken zu Scheffel w. 2, 140. 4) übertragen 'einem gedanken eingeben', meist im sinne des bösen und heimlichen. der nachdruck liegt gegenüber zuflüstern auf der wirkung (anders Campe), von einblasen kaum unlerschieden, wie Heynatz 2, 186b versucht: einplasen zuplasen zuraumen (zuraunen) oder raten. suggerere i. submittere voc. theut. (1482) f viiib; manic valscher red wart im geblâsen zuo Ottokar östr. chron. 58 985 Seemüller; und glaubst nit jedem schmeichler, was er dir zu-bliess H. Sachs 1, 120 K. (fast gleich 15, 106); es ist ganz merkwürdig, zu sehen, welche einwürfe und ausflüchte der erbfeind den kindlichen seelen (der wilden) zubläst Anzengruber 3, 173. 5) einem das fehlende wort zuflüstern, soufflieren, besonders bei schauspielern Campe 5, 885b, Heinsius 4, 1784b: sufflare einem heimlich etwas zublasen, wie die nechsten nachtbar in den schulen dem thun, die recitirt Corvinus (1646) 3452; darmit die sach ich bessern thu, dem wider-thail ich es zu-blasz, und redt er etwas wieder das, sag ichs dem ersten wieder an H. Sachs 5, 330 K. (ähnlich 14, 306); die worte bliesz mir Amor zu Stieler geharnschte Venus 102 ndr. sein nachbar aber ... wolte ihm die antwort zublasen, und sagte ihm in geheim zu medic. maulaffe 230. —
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15.–20. Jh.
NeuhochdeutschZublasen
Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege
Zublasen , verb. irregul. (S. Adelung Blasen .) Es ist: 1. Neutrum, mit haben, wacker anfangen, zu blasen. Blase zu! Ing…
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Cotta, M. (2026). „zublasen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zublasen/dwb
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Cotta, Marcel. „zublasen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zublasen/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „zublasen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zublasen/dwb.
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