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zibbe

nhd. bis Lex. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zibbe f.

Bd. 31, Sp. 874
zibbe, f., hündin, häufiger weibliches jungthier oder weibchen kleinerer haus- und feldthiere; vorwiegend ostmd., dem nd. teve, tiffe, f., hündin, übertr. geile, liederliche weibsperson entsprechende wortform, die z. th. schon in mnd. zeit, eine besondere schätzung südlicher zuchtmethoden verratend, in die nd. nachbarbezirke eingedrungen ist und neuerdings bis in Holstein hinein boden gewonnen, jedoch das westliche Niederdeutschland und den ripuarischen bereich unberührt gelassen hat; mit ihrer neuen bedeutung hat sie sich neben das heimische nd. wort gestellt; hier scheint die durch das schwinden des alten wortes au mutterschaf entstandene lücke die aufnahme begünstigt zu haben. die wbb. lassen folgende bedeutungsentfaltung erkennen: 1) hündin: ziwwe Vilmar 471; zübb Dellit ma. v. Kleinschmalkalden 239; zebb Hertel Salzung. wb. 52; sibbken, siwweken kleiner hund, besonders stubenhund (Lippe) Frommann d. maa. 6, 483; sipp, sipphund, sipphundeken brem. wb. 4, 793; 780; s. th. 10, 1, 708; z. hündin, auch weibliches kaninchen Bruns volksw. d. prov. Sachsen ostteil 77a; 2) erwachsenes mutterthier, a) schafmutter: in der mark und Posen Campe 5, 857b; Neumark zs. f. d. maa. 1910, 14; (-pp-) Weinhold schles. 2, 109b; Frischbier 2, 492a; Fallersleben Frommann d. maa. 5, 302; b) ziege: Brendicke Berl. wortsch. 195b; ziff Mensing 5, 759; c) zusammenfassend: von hunden, schafen, rehen, kaninchen Berlin; von schaf und ziege Barnim (Brandenburg); von ziege, kaninchen, hase (Harz) Hertel Thür. 264; von schaf, ziege, kaninchen, hase u. a. Liesenberg 223; sibb, siff Mensing 4, 497; zipp 5, 760; zîweke, f., weibchen mancher thiere, bes. des hasen Schambach 309a; weibliches kaninchen Block id. v. Eilsdorf 102b; Danneil 252a; Hofmann niederhess. 270a; 3) weibliches lamm: sibbe, sibchen Schottel haubtspr. 1415, a) vom schaf, ehe es zum ersten mal lämmer geworfen hat: (mark) Frisch 2, 473b; Hübner zeitgslex.31 4, 1016a; Schrader franz. wb. 2, 1677; ziwwen (Nordhausen), ziwwe (Harz) Hertel Thür. 264; zibben, f., Kleemann nordthür. id. 25c; sibblamm weibliches schaflamm (ostholst.) [] nd. korrbl. 14, 54; b) von der ziege: Jecht Mansfeld. ma. 128a. nun lehrt der vergleich mit 1zicke, dasz ältere sprachverhältnisse heute an die ränder des geltungsgebietes gedrängt auftreten und dasz der kindersprache ein wesentlicher antheil an der bedeutungsgestaltung zufällt; beide umstände lassen, auf z. bezogen, es geraten erscheinen, in lamm, jungthier die ausgangsbedeutung zu sehen: die kinder haben ihre übrigen spielgefährten, das sind lämmer, wie die hündin benannt. liter. beleg für Ostpreuszen: holt für den sonnengott einen weiszen bock, eine schwarze zibbe (mutterschaf) herbei für die erde W. Jordan Ilias (3, 104) 56. dem wgerm. auszer dem obd., das abweichende wortstämme aufweist, eigenes wort: mnd., mnld. teve, nld. teef, ags. tife, ne. dial. tib hure, tibcat weibliche katze; aus dem mnd. insn. als tæve und schwed. in der form täva. so stimmen alle unverschobenen formen in der engen bedeutung hündin, die als die älteste anzusehen ist, überein. das ostmd. musz danach den übergang zu der neuen bedeutung vollzogen haben. doch wohl von z. stammt das ital., schon bei Dante inferno 32, 15 begegnende zeba ziege.dazu die zss. zibbenlamm, n., weibliches schaflamm: (mark) Campe 5, 857b; alles andere an mir ist wandelbar, wie zibbenlämmer erst zeitschafe, dann vollzähnig werden A. v. Arnim s. w. 6, 299; sonst wird das junge schaaf bis zur ersten einwinterung lamm genannt, ... das verschnittene hammel- oder schöpslamm, das weibliche mutter-, zibben-, zickeln-, kilberlamm Thaer grundz. d. rat. landwirtsch. 5, 406; weibliches ziegenlamm: Krünitz 241, 221; sipplamm, n., Mensing 4, 497; zifflamm, n., weibliches schaf- oder ziegenlamm Mecklenburg.
3839 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ZibbeDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Die Zibbe , Mz. — n , im Brandenburgschen und im benachbarten Polen, ein Mutterschaf.

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zibbe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zibbe , das Mutterschaf, auch das Mutterkaninchen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zibbe

32 Bildungen · 32 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

zibbe‑ als Erstglied (30 von 32)

Zibbelatius

RhWB

Zibbelatius gebildet nach Pankratius u. ä. Köln-Stdt m.: dummer, einfältiger Kerl .

Zibbelieres

RhWB

Zibbelieres -ī:rəs Bergh-Heppend m.: ene engebilte Z. eingebildeter Geck.

zibbelig

RhWB

zibbelig PfWB -əliχ Adj.: 1. a. ängstlich, furchtsam, scheu Rip, SNfrk, Geld-Nieukerk ; ene z.ə Kerl Geld-Nieukerk , Jül-Tetz , Allg.; bes n…

Zibbelinski

RhWB

Zibbelinski  m.: ein Fremder aus dem slav. Osten MGladb-Rheind .

zibbeln

PfWB

zibbeln 'zupfen' s. PfWB zipfeln .

Zibbelöres

RhWB

Zibbelöres -:rəs Jül-Gr-Bosslar m.: Angsthase.

Zibbelsbirne

RhWB

Zibbels-birne (s. S.) Jül , MGladb , Rheydt , Grevbr-Hochneuk Wanlo f.: eine B.-Sorte, Flaschenbirne.

Zibbelsboz

RhWB

Zibbels-boz -ō- Dür-Winden f.: zimperl. Mädchen.

zibbelsdänzig

RhWB

zibbels-dänzig -əl- abseits Wittl-Meerf Adj.: in jmd. verschossen seiend.

Zibbelsditz

RhWB

Zibbels-ditz (-dietrich) -ələdits Köln-Stdt m.: eine Fassnachtsfigur.

Zibbelshaar

RhWB

Zibbels-haar -h·ə.r Schleid-Hohn , Bergh-Hüchelhv n.: kl. zierliche Haarlocke.

Zibbelshaupt

RhWB

Zibbels-haupt Ahrw-Remag n.: jeck Zibbeleut verrückter Kerl .

Zibbelskappe

RhWB

Zibbels-kappe PfWB ElsWB LothWB -kap Rhfrk, Mosfrk, Rip f.: -mütze.

Zibbelskerl

RhWB

Zibbels-kerl PfWB ElsWB LothWB (s. S.) -əl- Schleid-Kirschseifen , Kref-Stdt m.: Angsthase.

Zibbelslise

RhWB

Zibbels-lise (-elisabeth) -əl- MülhRh-BGladb n.: -jungfer.

Zibbelsmimm

RhWB

Zibbels-mimm -mi·m. MGladb f.(?): Antw. auf die Frage: Wohin gehst du? No Z.

Zibbelsmütze

RhWB

Zibbels-mütze PfWB (s. S.) Verbr. wie –kappe f.: Zipfelmütze.

zibbelsnass

RhWB

zibbels-nass -əl- abseits Siegld Adj.: ganz durchnässt.

Zibbelspeter

RhWB

Zibbels-peter -it- MGladb m.: Angsthase.

Zibbelsregen

RhWB

Zibbels-regen -rE:n MGladb-Rheind m.: leichter, aus nur wenigen Tropfen bestehender Regen.

Zibbelssilie

RhWB

Zibbels-silie -tse·l.əjə Dür-Langerwehe f.: in der Wend.: de Z. krije ungeduldig werden.

Zibbelssortier

RhWB

Zibbels-sortier -tsotēr Köln-Stdt m.: Angstmeierei.

Zibbelswetter

RhWB

Zibbels-wetter -wē·ə.r Kref m.: unfreundliches Wetter.

Zibbelszilliges

RhWB

Zibbels-zilliges (< Cyriakus) Dür-Langerwehe m.: ungeduldiger Mensch.

Zibbelus

RhWB

zibbe·lus

Zibbelus tsiwəlus Koch-Poltersd m.: listigschlauer Mensch.

Zibbenlamm

Campe

zibbe·n·lamm

† Das Zibbenlamm , — es, Mz. — lämmer , im Brandenburgschen  ein Mutterlamm.