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zerklieben

mhd. bis nhd. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zerklieben verb.

Bd. 31, Sp. 702
zerklieben, verb. , ahd. ziklioban (conj. praet. zichlube divelleret Notker bei Graff 4, 547), as. teklioBan, ags. tócléofan, mhd. ze(r)klieben, mnld. teclieven; gelangt wie das simplex klieben (s. th. 5, 1161) nur ins 17. jahrh. und wird auf nd. boden schon in mnd. zeit durch das schwache trans. toklven verdrängt, während es in der Schweiz seine bedeutung verliert und dafür die von zerklauben eintauscht (zerchlǖben jem. an manchen stellen kneifen, stark kneipen schweiz. id. 3, 616). das factitive zerkleuben erscheint, entrundet mit -ei-, in theilen Mitteldeutschlands (vgl. die angabe Stielers 983: klöben, quod etiam nonnullis in locis kleiben effertur; reicht dieses -ei- auch nach Ostfranken und Nürnberg?), zumeist jedoch in der nd. form zerklöben, die auffällig genug auch in Schwaben, entrundet mit -e-, auftritt. die aus der flexion und den abweichenden landschaftlichen lautreglungen im obd. bezirk entspringende buntheit des stammvocals erschwert die scheidung von dem factitiven zerkleuben, zumal auch bei zerklieben schwache flexion eintreten kann, s. unt. 3; jedoch liegt kein anlasz vor, die obd. vocalformen -ie-, -i-, -iu-, -ui-, -oi-, -eu- (entrundet -ei-), -ǖ-, -ū-, entsprechend dem wechsel zwischen altem -io-/-iu- mit folgendem -i-/-iu- ohne folgendes -i- im präsensparadigma, einem anderen worte als zerklieben zuzuweisen, vgl. E. Mertes in zs. Teuthonista 7, 110. die th. 5, 1161 f. angesetzte sonderform kleuben wie die bedeutung kneipen und der nebenstamm klîben sind somit abzuweisen. 11) intrans. sich spalten, zerspalten, auseinander bersten, auseinander reiszen, zerspringen, einen risz, sprung, spalt bekommen, a) von gegenständen: daz den degenen milte die starken schefte zercluben Ulrich von Zatzikhoven Lanzelet 5293; zerkloben fasz Terenz deutsch (1499) 39b; H. Sachs 17, 331 G.; weil das schiff geht, so sitzt iederman drein, stehet es aber auf oder zerkleibt nun, iederman fert mit nachen davon S. Franck sprw. (1541) 2, 26b; zerkleubet 2, 149a; leuten mit einer zerklobenen glocken ist das betten und nit auffmercken A. a s. Clara Judas 2, 385; modern bair. Schmeller-Fr. 1, 1323; solche bAeum ... zerbrachen und zerkloben (von der last) G. Rivius Vitruv (1575) 26; chron. d. st. 10, 159; H. Sachs 4, 348 K.; 18, 247 G.; welch erd unwilliglich zerklaub und in sich nam Plutonis raub Wickram 7, 238 B.; des tempels vorhang zureisz und manch fels zurklbet Mich. Weisze bei Wackernagel kirchenl. 3, 259; für diese böhmisch-deutsche form zerklbet setzt Zinzendorf amerik. red. (1776) 2, 14 sein heimisches (lausitzisches) zerklOebet und das gesangbuch der brüdergemeinde 1691, v. 5 das rein mundartliche zerklebet ein; die felsen zerklüben für der starcken macht gottes Jac. Böhme schr. 4, 51; davon zerkloben die steine 3, 402; — bisz die gerste vOellig auffgeschwillt und zerkleubt Wirsung arzneib. 35a; b) vom menschlichen körper: ir herze wol zerklieben möhten von der trûtschaft minnelehre 462 Pf.; damit er (der kopf) ... nit in stucken zerkleibe Fischart binenk. (1588) 251b; 'aufgesprungen': dem die lebsen und das zanfleisch geschwollen sind oder zukloben Ortolf v. Bayerland arzneib. 24b; ebenso Gothaer mnd. arzneib. 92; de toclavenen hende 185 N.; modern bair.: des leud get schon ganz zklobm derher breitbeinig und nicht mehr frisch Schmeller-Fr. 1, 1323; e zklobme bue scherzhaft für mädchen ebda; vereinzelt in jüngerer zeit, vgl. zerkloben (schädel): A. Pichler marksteine (1874) 140; 22) trotz der offensichtlich ursprünglichen intrans. bedeutung des stammes erscheint z. schon sehr früh in trans. verwendung: up gitoh fisk an flodemid is folmun tuem, teklof imu thea kinniendi undar them kaflun nam guldine scattos Heliand 3213; zichlube divelleret Notker s. ob.; a) von gegenständen spalten; z. b. schilde: Wolfdietrich im Dresdener heldenb. 3, 35; Hätzlerin liederb. 235; (ein keil,) damit man holtz zerklbet G. Rivius Vitruv (1575) 343; durch zuo harte proben werden die dopff zerkloben S. Franck sprw. (1541) 2, 155b; gott wolt gnad mit im ieben, die perg tet er zerklieben und von ainander schieben hoch- u. nd. volkslied. 811 Uhland; b) vom menschlichen körper: ê liebe zerkliebe mîn herze gar zerstiebe Ulr. v. Winterstetten leich 3, 88; wo er hintratte, zerschmetterte er das gebeine, zerstiesze das fleisch, zerklobe die flAechszen J. W. v. Stubenberg Samson (1657) 166; c) auch refl.: die (eine veste) mit dem bock gewaltig doch erschellt teglich ie lenger mehr, dasz sie sich zerklueb also sehr, bisz an der mauer fiel ein dail H. Sachs 16, 391 G.; der stein und der tuat sich zerkliaben volksschausp. in Bayern 118, 221 Hartmann; zu 1 und 2 s. weitere belege im mhd. wb. 1, 845b, Lexer 3, 1070, H. Fischer 6, 1136, Scherz-Ob. 2098; 33) lex. und gramm.: Stieler 978 und 983 führt klieben und klöben (nebst kleiben) als trans., aufkleiben, zerkleiben, zerklieben 978 als intrans., zerklöben (-ei-) 983 in beiden verwendungen auf; als veraltet kennt Campe 5, 844a noch das intrans. z., woneben er das trans. zerklöben stellt; sonst noch: Frisch 1, 523a; zerklben (österr.) Klein 2, 244, doch österr. auch -oi-; siebenbürg. zerkliwen Haltrich 25a; — schwache formen: zerklbt oder zerknist collideretur (südl. Schwaben) Diefenbach n. gl. 101a entspricht dem schweiz. partic. perf. gchlübt schweiz. id. 3, 616; die zerkliebten felder Harsdörfer poet. tricht. 3, 172; die hohen bum die biegten sich, die hohen felsen zerkliebten sich deutsche volkslieder 340 Mittler; schlieszlich taucht noch eine vereinzelte neubildung zerkloben 'zu kloben machen, zerspalten' auf: eine eiche ... wollt er z. Simrock volksb. 1, 150; den kopf ... z. J. D. Gries Bojardos verl. Rol. 1, 29. —
5719 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zerkliebenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    zer-klieben stv. BMZ zerklieben, spalten, zerreissen, intr. Gsm. 1497 ( die stelle aus Kol. zu streichen, s. zerklîben).…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zerkliebenv., ntr

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Zerklieben , v. ntr . mit sein , zerspalten, entzwei spalten. D. Zerklieben .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zerklieben

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Ableitung von zerklieben

zer- + klieben

zerklieben leitet sich vom Lemma klieben ab mit Präfix zer-.

Zerlegung von zerklieben 2 Komponenten

zer+klieben

zerklieben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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