wurmbeiszig,
adj. ,
von würmern angefressen, zerfressen, wurmstichig; ahd. wurmpeizig: (
non patiar, ... ut)
cariosorum (
venereris monstra deorum) vvrimpeizigero (11.
jh.)
ahd. gl. 2, 468, 7
St.-S. (
Prudentius, contra Symmachum 1, 434);
cariosa vurmpeizigiu (
über -iz-
steht iz
übergeschrieben), vvrmpeizigiv (11.
jh.; eizigiv
auf rasur) 2, 424, 53 (
Prudentius, hymnus ad exequ. def. 141);
vgl. auch: cariosa uuur
m-betid (11.
jh.) 2, 576, 59 (
Düsseldorfer Prudentiusglossen);
mhd. wurmbeizic (
belege s. u.).
das schwach bezeugte, in nhd. zeit nur mundartlich (
im bair.-österr.)
fortlebende wort (
schriftsprachlich dafür vereinzelt wurmbissig,
s. d.)
ist wie wurmäszig
zu beurteilen und keine ableitung von mhd. wurmbeiz '
schlangenbisz, schlangenstich',
das wie wurmbeiszig
in ostobd. mundart noch begegnet (wurmbaiss Hintner
tirol. dialektforschg. 241; wurmpoass '
wurmstich im holze' Schatz
Tirol 715).
im mhd. ist es nur einmal belegt: (
der stein jaspis) ist och gǒt fur aller slahte wurmbaize (
aus clm 536; 12.
jh.)
Germania 8, 302; Schmeller-Frommann 2, 1001.
ein mhd. *wurmbîzic (
mit länge),
das seit J. Grimm
dt. gramm. 2, 542
in den wbb. erscheint (Schmeller-Frommann 2, 1001;
mhd. wb. 1, 193; Lexer 3, 1009),
findet keine sichere stütze, denn die ahd. glossenvariante vurimpizigero 2, 468, 7 (
s. ob.; hierher auch die verbesserung von vurmpeizigiu 2, 424, 53 [
mit übergesetztem iz]?)
kann den kurzvokal der tiefstufe bezeichnen, also zu biz,
m., gehören. auch darf aus den hsl. überlieferten mhd. -ai-/-ei-
formen trotz mhd. bîzic,
nhd. beiszig
ein *wurmbîzic
nicht erschlossen werden. 11)
vom holz: so man in (
den baum) nieder meizzet, so ist er wuormbeizech, er ist innen uuol unde ble getan
Rolandslied 1967
Wesle; (
hs. P [12.
jh. ende]: wuormbeizeich;
A: wormbezzech.
s. auch wurmbessick
als la. zu Stricker
s Karl 2509
Bartsch bei Schilter
thes. 2, 28
b —
formen, die von wurmaezic, wurmessig
beeinfluszt sein können).
dazu mundartliche zeugnisse: wurmbeiszig Schmeller-Frommann
bayer. 2, 1001; wurmbaissick Hintner
tirol. dialektforschung 241; wurmpoassik (
Defreggen) Schatz
Tirol 715; wurmpassig Unger-Khull
steir. 640
a. 22)
von der wurmkrankheit befallen (
zu wurm V 3): da hilft man den phAerten mit: wann sie wurm paizzig sein, so tuot man disw wort schein Heinrich
d. Teichner 83, 9
Niewöhner (Karajan
anm. 94: wurmbizzec). —