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wohren2

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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

wohren2

Bd. 7, Sp. 1486
wohren2 , a. Spr. waren; Zuordnung einzelner mod. Belege auch zu mnd. warden (s. warden2 warten, Anwartschaft haben) möglich beobachten, im Auge halten: 'dar schall ... ein Stadt dener up waren' (achten; Wi nach 1550) Pol.-Ord.; de Kamer ..., Von wo hei allens wohren künn Reut. 1, 91; 95; Frühjohr ögt un wohrt den Ollen (den Winter) H. Schröd. Krä. 37; he wohrt den Hund StaZipp; hei hett em scharp wohrt Ma@Varch; dei (Hund des Schäfers) wohrt einen bloß de Ogen in 'n Kopp Gü@Gülz; hei (Säugling) wohrt dat Licht all Ha@Belsch; Wa@GGiev; ick wohr (Prät.) ümmer dat Finster Wi. a. Spr. bemerken: 'Wachte myner, ick hebbe dyner lange gewart' Schlue 26. a. Spr. beanspruchen, Anwartschaft haben, wie warden2 2: 'aftolatende al de ghene, de dar leen ane hebben unde lenes ane warende sint' (1358) UB. 14, 330; 'alzo dat wy ... dar nichtes ane warende scholen wesen' (1393) 22, 260. ein Amt verwalten, eine Arbeit verrichten: 'de prester, de de vicarie also langhe waret' (1392) UB. 22, 108; 'eyn islick schal waren sine wake by der muren unde vor den doren' (um 1400) 24, 143; a. Spr. auch mit Gen.: 'schal ick des Nachtes nicht schlapen unde des Dages myner Hußarbeidt waren?' Gry. Wed. I 4a; se möt de Wirtschaft wohren das Hauswesen besorgen Wa; Gü@Zern; Min Arbeit kann 'ck (ein Alter) noch ümmer wohren Reut. 5, 203. sich von einer Arbeit nicht abhalten lassen, in einem Tun beharrlich fortfahren: zīn ābęit vo·ən auf seine Arbeit achten, sich um Nebendinge nicht kümmern Jac. 1, 108; se (Schatzgräber) süllen ehr Arbeit wohren Wa; Gü@Warn; StaNBrand; wenn jem. einem Niesenden Gesundheit wünscht: Schaapskopp, wohr din Arbeit! Pa; hei wohrt sin Daun (arbeitet weiter) H. Schröd. Buerh. 3, 57; wohr din Äten! rede nicht, iß weiter! SchwPinn; Rehm Joch. 15; wi wohrten uns' Spälen waren ganz beim Spiel, spielten weiter Gü; StaZach; sei seten un wohrten dat Vertellen erzählten immerzu Wi@NKlost; hei kann sin Führen jo wohren braucht nicht anzuhalten Wi@Greese; hei wohrt sin Gahnt geht weiter Lu@TewsW; ... sinen Gang Ha@Wasch; Ma@Gnoi; wohr du dinen Weg! achte auf deinen Weg! SchwBanzk; Ruf des Wilden Jägers: wohr den Middelweg! bleibzwischen den Wagengeleisen! Ro@Ribn; Reime: Abends wohren s' dat Hahnerei, Morgens is de Bücks intwei StaSchönb; Leiw Sünn, wohr dinen Unnergang, Uns armen Hawgängers ward de Tit all lang! Ro@Bart. behüten, bewahren, bewachen: wohren hüten Mi 108b; 'eyn islick schal waren sin vr' (um 1400) UB. 24, 143; 'se ... warden (Prät.) de dore ... dach unde nacht' (um 1430) Jb. 55, 121; de müst ock dat Kuhrn warn Brückn. Pirdj. 188; Wenn hei man irst de Drittel (s. Drüddel) wohrt Reut. 1, 106; ick heff all in 't Pasterhus Hus wohrt eingehütet Lu@Con; pflegen: 'dem sturman ..., de idt pert gewart hedde' Rost.-Osl. Hand. (K.) 71; Wi Arbeitslüd hewwen em (den Eichbaum) wohrt Reut. 5, 341; dei (Kind) is slicht tau wohren Schö Schlagsd; selten mit up: sei möt up mi wohren Carl; bes. grot wohren aufziehen: ick heff sœben Kinner grot wohrt Ma@Barl; Bri. 5, 157; de ölleren Kinner müßten de lütten grot wohren Wa@Rog; Ro@Ribn; gekoppelt: dit Kind mööst du fein wohren un nohren Ha@ Lank; weigen un wohren Wa@Lev; grot weigen un wohren: Schönb. Kal. 1924; Sprww., Rdaa., Reime: 'se ... wachten ... unde waren ander Lde Hser unde vorgeten er eigen' Gry. Wed. L 6a; B 5a; Furcht wahrt dat Holt, item de Heyde Mantz. Ruh. 24, 61; de Furcht wohrt de Haid' Reut. 4, 161; Frucht (vgl. Bd. 2, 1105) wohrt Holt Ha@Red; wohrt jug' Been, säd' de Pogg', dor güng' se mank de Pir Wo. V. 2, 262; wohr din Red' un häud din Tung' Reut. 5, 362; im Wiegenlied: Din Mudder plückt de bunte Gos, Din Vadder wohrt dat Bierkros Wo. V. 3, 7; im Verwunderungslied: De Kluck, dee wohr de Kinner 2, 1581; 1557 f. refl. sich in acht nehmen, sich vorsehen Mi 108b; sich hüten Jac. 1, 108; ick ward' mi schön wohren Schö; Wa; wi willen uns woll to wohren weiten S. Neum. Märchenfrau 146; 'eyn islick schal sich waren, dat he des rades leyde nicht breke' (um 1400) UB. 24, 143; wahr dy! myn Peerd schleiht dy Mantz. Ruh. 7, 58; sick gegen de Küll wohren: Reut. 4, 288; dor möt 'n sick nah wohren davor Ro@Dob; bes. beiseite gehen Jac. 1, 108; ick möt mi wohren flüchten Wi@Fischkaten; he rep, ick süll mi 'n bäten an de Kant wohren Ro@Ribn; ick wull mi ut 'n Wäg' wohren AHag; de Damper möt sick wohren vör den Sägler ihm ausweichen Ribn; seem. auf den Wellen laufen, nicht tief eintauchen: en rank Schipp wohrt sick mihr vör de See Wo. Seem. 2, 105; en stif Schipp wohrt sick nich, dat geiht dörch 106; Warnung, sich einzumischen: wohr di, dat spillt! Wi@War; scherzh.: wohr di man, dat di de Sparlings nich angahn! Ha@Red; wohr di, wohrt juch, Großmudder will danzen! Ma@Teter; ..., ick neih! (wenn man sich mit dem Ellenbogen Platz schafft) Wa; ...,min Dochter will neihen! SchwPamp; ..., lihrt neiden! (wenn jem. mit langem Faden näht) Lu@Grab; ..., de nigen Gewehre, dei scheiten üm de Eck! Ro@Kühl; ..., Buer, de Eddelmann kümmt! Ha@Witt; zum Hund: Wacker, wohr di, ick spi! Red; Beispielsprw.: wohr di, säd' de Hahn tau 'n Hingst, süs pedd' ick di up 'n Kopp Lu@Bliev; Reime: Wer sick nich wohrt, Ward œwerkoort Ruf der Jungen beim Peikslädenfahren Ro; Ro@Bentw; Gü@Bütz; Ma@Teter; Ruf beim Lotwerfen s. Kabeljau. in der Verbindung sick vör wat, vör einen wohren etwas, jem. bemerken, sehen, beachten: Un mak dorvon man keinen Snack, Dat Vader sick nich dorvör wohrt Reut. 1, 108; Ick heww mi för em ok nich wohrt 48; dor heff ick mi nich vör wohrt darauf habe ich nicht geachtet Jac. 1, 108; dor sünd Johannimiddag ümmer Klokken rutkamen, hett sick keener vör wohrt niemand hat es beachtet Wa@Röb; anders (?): ick heff mi gistern dor nich vör wohrt Ro@ AHeide, vgl. dar hedde ik mi nig vör waret das kam mir unvermuthet Dä. 538b. a. Spr. trotz Nichterfüllung einer Verpflichtung keinen Rechtsbruch begehen: 'wan uns denne de ... van Bulowe thozegen alzo tydeghen thovoren, dat wy uns an unseme leyde waren moghen, so wil wy ... em (einem Dritten) dat gheleyde upzegen' (1396) UB. 23, 141. behalten, Sprw.: Wer de Grünn' will wohren, Möt de Barg' laten fohren StaTriepk; aufbewahren Mi 108b. in seinem ursprünglichen Zustand erhalten: Wer eigen Ort Fri wünn un wohrt Reut. 5, 342. — FN. Wohr(s)barg. Zss.: af-, be-, ge-, her%))œwer-, in-, üm-, up-, ver-, wegwohren. — Mnd. waren. — Br. Wb. 5, 183; Dä. 538b; Da. 244b; Kü. 3, 792; Me. 5, 514.
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Cotta, M. (2026). „wohren2". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wohren2/meckwb?formid=W03398
MLA
Cotta, Marcel. „wohren2". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wohren2/meckwb?formid=W03398. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wohren2". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wohren2/meckwb?formid=W03398.
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