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wohlgefaellig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wohlgefällig adj.

Bd. 30, Sp. 1128
[]wohlgefällig, adj. 11) was (sinnliches oder sittliches) wohlgefallen hervorruft; placabilis gemma gemm. (1508) t 4a; acceptus, gratus ... voluptabilis wolgefellig, angenem Alberus dict. (1540) x 3a; agréable Widerhold t.-frantz. (1669) 425b; welches beliebet und angenehm ist Rädlein 1 (1711) 1072a. 1@aa) mit dat. der person: do was er seynem himelischen vater allerwolgefelligst Tauler sermones (1508) 147a; daz sie iren herren underthenig seyen, wolgefellig in allen dingen H. Gebweiler lob Marie (1523) 41a. bei abstraktem subjekt: derselb hochmaister hab ... gesagt, das solich ainung im nit wider, sunder wollgevellig sei (a. 1453) acten d. ständetage Preußens 4, 141; es seiner ... majestat angenem, entpfengklich und wolgefellig sey manuale curatorum (1516) 62b; Peter Berner ist ... gekommen, um mich zu lieben und zu ... heirathen, aber weder das erste noch das letzte ist mir wohlgefällig Tieck schr. (1828) 9, 149; ich bitt, ihr wolt die arbeit mein euch lassen wolgefellig sein Ringwaldt christl. warnung (1588) J 5a; fangts wol an! und wie ihrs thut machn, soll es uns wolgefellig sein Jac. Ayrer dramen 175 K. häufig gott wohlgefällig: zum opffer, das da lebendig, heilig und gott wolgefellig sey (hostiam viventem, sanctam, deo placentem) Römer 12, 1; vgl.: prüfet, was da sei wolgefellig dem herrn (probantes quid sit beneplacitum deo) Ephes. 5, 10; disz leiden ... ist der recht got wolgefellig sabbath Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 134b; es entstunde die red, ... wie ein christlicher potentat mit gutem gewissen und gott dem herren am wolgefälligsten kriegen könte Zinkgref apophthegmata 1 (1628) 367; löbliche und gott wohlgefällige wercke Butschky Pathmos (1677) 208; ein heiliger und gott wolgefälliger wandel Chr. Weise polit. redner (1677) 46; das gott wolgefälligste gelübde Herder 12, 234 S.; das ist doch gott im höchsten grade wohlgefällig Rilke ges. w. (1927) 4, 71; vatter, ists wolgefellich dir, so nimb diesen kellich von mir! Hans Sachs 1, 305 K. 1@bb) ohne personalen dativ. (sinnliches, intellektuelles oder sittliches) gefallen hervorrufend: rede was wolgefellig unnd nutz ist J. Barth weiberspiegel (1565) L 6b; ein wolgefälliges liedle singen Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 97; (die) rezension ... kann als wohlgefällig angesehen werden Göthe IV 17, 200 W.; von einem wohlgefälligen eindruck überrascht 25, 275 W. τῷ θεῷ εὐάρεστον (beneplacens der vulgata) m. 12, 2 übersetzt Luther mit wolgefellig: auff das ir prüfen möget, welchs da sey der gute, der wolgefellige und der volkomene gottes wille; ebenso schon die Zainerbibel, s. erste dt. bibel 2, 48, 57 Kurr. vgl. noch: nichts anders ... begeren, dann was der wolgefällig göttlich will ist J. v. Schwarzenberg beschwerung d. teufelischen schlangen (1525) h 3b; Widmann Fausts leben 43 K.; dagegen: das sol unser kasel, stola, manipel sein, ut omnia mala vitemus ... et hoc ist den ein wolgefelligen dienst thun Luther 49, 215 W. wo in der neueren sprache 'sinnliches gefallen' gemeint ist, meist auf gesichts- und gehörseindrücke beschränkt, z. b.: ich fragte, wer ihn diese wohlgefällige form da schmieden gelehrt habe Watzlik pfarrer von Dornloh (1920) 26. aber ungewöhnlich: rauchpfannen, die einen wohlgefälligen geruch im zimmer verbreiteten Gutzkow ges. w. (1872) 6, 190. substantiviert: auge und ohr, die feinsten sinne unserer natur, die organe alles wohlgefälligen, reizenden und schönen Herder 27, 164 S.; die musik ... (hat) nicht nur das sinnlich wohlgefällige, sondern auch das geistig energische ... in das bereich ihres ... ausdruckes gezogen R. Wagner ges. schr. u. dicht. (1897) 8, 188. 1@cc) als adverb: an diesen abgelebten ... königsgräueln ... konnten sich die leidenschaften wohlgefällig (μεθ' ἡδονῆς) läutern Herder 24, 371 S.; [] da regte phantasie mir manches bild, die schätze der erinnrung sichtend, auf, und wohlgefällig schwebten sie vorüber Göthe I 10, 346 W. (nat. tochter 4, 2). 22) gefallen, wohlwollen bezeigend, beifällig: do sy (Lucretia) mich ansach lieplich mit wolgefelligen ougen Niclas v. Wyle translat. 63 K.; selbst blumen ... können uns einen wohlgefälligen blick abgewinnen Gutzkow ges. w. (1872) 6, 50. zustimmend: steln ist eyn abestellung fremdes gutes von synen nehsten an sinen wolgefelligen willen widder got und recht (vor 1468) Joh. Wolff beichtbüchlein 16 Battenb. in der neueren sprache meist adverbiell: die red ... ward von seinem hauffen wolgefellig angenommen Schaidenreiszer Odyssea (1537) 18a; e. m. wolle disz ... werklein ... wohlgefällig an- und aufnehmen S. v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 11a; ... etwas von meinem eigensten ..., das ... wie ein freundlicher grusz wohlgefällig aufgenommen ward Göthe I 24, 295 W.; (der alte Baumann) schaute wohlgefällig lächelnd zu, wie seine herrin ... den trank schlürfte Spielhagen s. w. (1872) 1, 92; er nickte Chievres wohlgefällig zu A. v. Arnim s. w. 1 (1853) 163 Gr.; diese unerschrockenheit des Johannes hatten die umstehenden ... wohlgefällig bemerkt G. Keller ges. w. (1889) 6, 77. 33) verengt für 'selbstgefällig, stolz' (s. u. Tauler-beleg s. v. wohlgefälligkeit): der vater ... konnte ein gewisses wohlgefälliges lächeln über die riesenkraft seines sohnes nicht unterdrücken Tieck schr. (1828) 19, 142; ihr nennet euch wohlgefällig das erste volk unter den völkern unsers welttheils E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 3 (1845) 107; Salerl betrachtet sich wohlgefällig im spiegel Nestroy ges. w. (1890) 1, 61; derselbe (räuberhauptmann) hatte ..., wie er wohlgefällig bemerkte, ... dreiszig menschen ermordet Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 5, 22.
5664 Zeichen · 181 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wohlgefälligadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Wohlgefällig , — er, — ste , adj . u. adv . 1) Wohlgefallen erregend. — und ich traue, daß wohlgefällig mein Rathschluß …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wohlgefällig

    Goethe-Wörterbuch

    wohlgefällig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    wohlgefällig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wohl|ge|fäl|lig adj. 1 plajor (-s, -a) 2 sodesfat (-ac, -a) 3 (froh) contënt (-nc, -a), ligher (ligri, ligra).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wohlgefaellig

5 Bildungen · 2 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von wohlgefaellig

wohlgefall + -ig

wohlgefaellig leitet sich vom Lemma wohlgefall ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von wohlgefaellig 2 Komponenten

wohl+gefaellig

wohlgefaellig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wohlgefaellig‑ als Erstglied (2 von 2)

wohlgefälligkeit

DWB

wohlgefaellig·keit

wohlgefälligkeit , f. 1) das wohlgefallen, gunst; woilgefellikeit placitum ( md. 15. jh. ) Diefenbach gloss. 439 c : wann als bald ainem men…

wohlgefälliglich

DWB

wohlgefall·iglich

wohlgefälliglich , adj. , beifällig, freundlich (15. und 16. jh. ). wolgefelchkleich placabilis Diefenbach nov. gloss. 293 b ( obd. 1502); F…

wohlgefaellig als Zweitglied (2 von 2)

gottwohlgefällig

DWB

gott·wohlgefaellig

-wohlgefällig : gottwolgefällig Neumark neuspr. teutsch. palmb. (1668) 35 ; gottwohlgefällig A. Harnack d. wesen d. christent. (1902) 55 ,

Ableitungen von wohlgefaellig (1 von 1)

unwohlgefällig

DWB

-wohlgefällig Fr. v. Heyden br. eines flüchtlings (1838) 3, 192 . —