-behaglich,
adj. und adv.,
auch mit umlaut -behäglich
in der älteren sprache und noch bei Göthe
und im 19.
jh. wohlbehagen, zufriedenheit ausdrückend oder bewirkend. a)
als adj. attributiv und prädikativ bei abstrakten für '
freundlich, geneigt': unsirn wolbeheglichen
[] willen mit ganczen vermogen alles guttis ... zcuvorn (
a. 1454)
acten d. ständetage Preuszens 4, 303; noch allem unserm wolbeheglichem willen (
a. 1424)
lehnsurk. u. besitzurk. Schlesiens 1, 370.
gefällig, angenehm; darumb ist sein (
Christi) leiden als ein seligs, wolbehaglichs opffer für got geacht Diettemberger
wider das ... buch ... von dem miszbrauch der mesz (1526) d
b; wolbehagliche ding ... verkündigen Franc. Agricola
ketzerbrunn (1583) 69; zu einem ... kirchenrath hat der herr graf seinen ... lehrmeister ... wegen wolbehäglichen treuen diensten ... verordnet Joh. Just. Winkelmann
Oldenb. friedenshandlungen (1671) 64
b;
sehr behaglich, zufrieden: die vielen kaufmannsgesichter freuten mich ..., ihr ... wohlbehägliches daseyn drückt sich recht lebhaft aus Göthe III 1, 175
W.; ein antlitz, das vor wohlbehaglicher selbstgefälligkeit glänzte Eichendorff
s. w. (1864) 2, 151; sein ganzer anstand, jede bewegung war bequem und wohlbehaglich E. T. A. Hoffmann
s. w. 4, 7
Gr. substantiviert: das glück und wohlbehägliche (
la béatitude), was aus der tugend hervorstrahlt, erfüllt ihren ganzen tempel Bode
M. Montaignes ged. u. mein. (1793
ff.) 1, 121. b)
attributiv und prädikativ bei personen für '
gefallen weckend, behagen, lebensfreude ausdrückend': ein junger ... wohlbehaglicher fürst Göthe 38, 25
W.; ein wohlbehaglicher hübscher jüngling 49, 1, 265
W. beleibt: kann man sich ihn (
Hamlet) anders als blond und wohlbehäglich vorstellen? 22, 175
W. (
lehrj. 5, 6); die geschmückte schönste schale reicht ein alter, bärtig, lächelnd, wohlbehaglich, ihm, dem Bacchusähnlichen 50, 342
W. (
Pandora v. 1030). c)
als adv. voll wohlbehagen: wir waren, obgleich nicht gesprächig, doch gar wohlbehaglich beysammen Göthe IV 12, 52
W.; pater Gabriel schmunzelte, strich wohlbehaglich ... über seinen ... bart Gaudy
s. w. (1844ff.) 22, 161; überdiesz war ... mir ... so wohlbehaglich zu muthe wie es uns ... ergeht, wenn unser hunger durch eine gute, naturgemäsze speise gelabt wird G. H. v. Schubert
selbstbiographie (1856) 3, 267.
komparativ: were uns doch gar vil trostlicher, frolicher und wolbeheglicher, ... alles das euch ... zugestanden ... were, durch euer lieb selbs schrift ... zu vernemen (
a. 1471) Steinhausen
privatbr. d. mittelalters 1, 96. —