wodurch,
adv. in älterer zeit noch in zwei worten geschrieben, so mhd. wâ durch Frauenlob
spruch 256
Ettmüller (
gemäsz den aus dem 15.
jh. stammenden hss. F [
wo durch]
und t [wa dorch, wo dorch]).
zusammengerückt seit dem 15.
jh. belegbar in den formen wardurch Mathesius
Sarepta (1571) 27
a; Rompler v. Löwenhalt
erstes gebüsch (1647) 32; wadurch Luther 23, 692
W.; Moscherosch
insomnis cura parent. 107
ndr.; verdumpft wordurch (1700) Joh. Grob
epigr. 218
lit. ver.; Belemnon
cur. bauernlex. (1728) 48; wodurch (1474)
nach B. Arndt
der übergang vom mhd. zum nhd. in der sprache der Breslauer kanzlei (1898) 98; H. R. Manuel
weinspiel v. 1709
ndr.; Stephan Fridolin
dtsche pred. 104
Schmidt. zur landschaftlichen verbreitung und zeitlichen folge der formen vgl. unter wo
sp. 904
f. vereinzelt findet sich wo
und durch
durch andere worte getrennt: wo ist das durch geschehen? Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1374
c;
vgl. Adelung 4 (1801) 1590. 11)
als interrogativum in direkter und indirekter frage. in lokalem sinne, entsprechend durch A I 1,
teil 2, 1568
ff., ungebräuchlich: allhie zu erzehlen, wadurch und wahin ich (
in der vision des totenreiches) geführet worden, das ist mir unmüglich Moscherosch
Philander v. Sittenwald (1650) 1, 184; ich weisz nicht, wodurch er seinen weg genommen
nescio, quacunque iter fecit Steinbach (1734) 1, 310; Adelung
a. a. o. gewöhnlich gemäsz der verwendung von durch A II
bei kausalverhältnissen: wâ durch (
um wessentwillen) ist, werlt, dîn wünne? wâ durch ist men(sch)lich vreude gar? ... wâ durch ist manlich ritterschaft? ... wîp, reine vruht, daz weistu wol, durch dînen lîp ist alliu güet gevieret Frauenlob
spr. 256, 1
ff.; ich wolt gerne zu Christo komen, ich weys nicht, wadurch ich yhm gefallen kan Luther 23, 692
W.; nun stellet ihr uns vor ..., wie friede nöhtig sei, wodurch man ihn erhält Joh. Rist
das friedewünschende Teutschland (1648) 40; wodurch ist er so arm geworden? Kramer 2 (1702) 1374
c; und dieser grundsatz, wodurch kann er wohl besser eingeschärft werden,
als durch das beyspiel des monarchen? Th. Abbt
verm. w. (1768
ff.) 2, 49; wodurch bewegt er alle herzen? wodurch besiegt er jedes element? ist es der einklang nicht, der aus dem busen dringt und in sein herz die welt zurücke schlingt? Göthe 14, 13
W. (
Faust v. 138
ff.); auf mich hatte diese erzählung, ich weisz nicht wodurch, in frühen jahren einen groszen eindruck gemacht H. Steffens
was ich erlebte (1840) 1, 18. 22)
in relativischem gebrauch, vgl. wo II A,
insbesondere 1 b, 3
und 4.
entsprechend der ablösung von älterem da
durch wo,
s. sp. 913,
an stelle von da(r)durch (3),
s. teil 2, 673. 2@aa)
auf ein substantiv bezogen. 2@a@aα)
in lokalem sinne, entsprechend durch A I 1: an denen drey engen furthen, wodurch das römische heer seine flucht zurücke nahm Lohenstein
Arminius (1689) 1, 50
a; das alte thor, wodurch man ehmals aus der alten stadt zur neuen herauskam Hölderlin
ges. dicht. 2, 139
Litzm.; ich sah recht um der lunge sitz das tuch, wodurch ein streif sich nasz und dunkel wand Annette v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878
f.) 2, 98. 2@a@bβ)
in kausalem sinne, entsprechend durch A II: daz uns der herr lere syn rechtfertigung, wodurch er uns gerechtfertiget hat durch eittel widerwerttige ding Steph. Fridolin
dtsche pred. 104
Schmidt; die ehre ist ein sporn und eine fackel, wordurch grosze geister zur tugend angespöret und angeflammet werden Birken
ostländ. lorbeerhäyn (1657)
vorr. )( 2
b; die mittel ..., wodurch man glücklich werden kann Rabener
s. schr. (1777) 1, 155; der ausdruck von freundschaft ..., muthwille und neckerei, wodurch sich die briefe (
Winckelmanns) an die Schweizer charakterisiren Göthe 46, 13
W.; (
sie sang) mit jenem ... aufwand von stimme und gefühl, wodurch der vortragende auszudrücken wünscht, dasz ... Fontane
ges. w. I 1, 129.
der älteren, bis ins 18.
jh. bezeugten verwendung von durch
nach verstehen
entsprechend für heutiges worunter,
s. unter verstehen,
teil 12, 1, 2, 1687
f.: (
gott) schwöhrt, es werd ein amm ihrs kindleins eh vergessen, als er des Efraims (wardurch er dann versteht ein jede traute sel, die ihm entgegen geht) Rompler v. Löwenhalt
erstes gebüsch (1647) 32; ein kurtzweilig buch ... in welchen ich lauter politische maulaffen deiner vernünftigen censur vorlege. wodurch ich denn nichts anders verstehe als hoffärtige ... leute Joh. Riemer
polit. maulaffe (1679)
vorr. ):( 7
a; Apinus
gl. nov. (1728) 68. 2@bb)
auf das neutrum eines pronomens oder eines pronominalen adjektivs bezogen: mathematische sätze sind wahr, weil dasjenige als wahr angenommen worden, wodurch sie wahr werden Gerstenberg
Hamburg. n. zeitung 151
lit.-dkm.; etwas, ... wodurch wir uns und andern ein vergnügen bereiten Göthe 21, 127
W.; diesem fürchterlichen und grausamen manne hat alles recht gedäucht, wodurch die macht wächst E.
M. Arndt
schr. f. u. an s. lieben Deutschen (1845) 1, 233. 2@cc)
auf den inhalt des übergeordneten satzes allgemein bezogen, vgl. wo II A 4, welches D 2 c
sowie gleichartig verwendetes was (
s. unter wer),
ferner wobei 2 c: am h. sontag zwischen der predigt, sie (
die gelehrten) solchen dingen dan nachdencken (,
die sie die woche über beschäftigen); wadurch der böse feind sie dan ... in die stricke führet Moscherosch
insomnis cura parent. 107
ndr.; was will der zwerg, rief ich aus, mich heftiger gebärdend, wodurch ich den becher umstiesz Göthe 25, 148
W.; Scipio ... schosz die holzthürme der feinde in brand, wodurch er den quai ... in seine hand bekam Mommsen
röm. gesch. 2 (1865) 36. wodurch dann (denn),
vgl. wo dann: entweder man ... haftete (
in der vergleichenden anatomie) blosz an der erscheinung oder man suchte sich durch endursachen zu helfen, wodurch man sich denn nur immer weiter von der idee eines lebendigen wesens entfernte Göthe II 8, 9
W. mit vorangehendem als
zur hervorhebung des kausalen verhältnisses, vgl. als welch
unter welch D 2 d: was kan aber den menschen eher tugendhafft machen als gute künste und wissenschafften erlernen; als wordurch (
weil durch sie) der verstand ... geschärffet ... wird Lohenstein
Arminius (1689) 1, c/c 2. 33)
in indefinitem gebrauch nur vereinzelt bezeugt: es musz doch wodurch geschehen seyn,
in vece durch etwas,
egli dee pure essere arrivato per qualche accidente Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1375
a;
vgl. Ludwig t.-engl. (1716) 2514.