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wodan

ahd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Wodan

Bd. 4, Sp. 330
Wodan Wodan (s. Nikolaus). Wode, Wode, hal dinen Rosse nu Voder; nu Distel und e Dorn, tom andren Jahr beten Korn. Wie in Resten von Volksbräuchen und -Sitten die Verehrung Wodan's als des weihnachtlichen Neulichts, in andern die als des siegreichen Maikönigs zu erkennen ist; so wird er im obigen Spruche in einigen Gegenden Deutschlands, wie Mecklenburg und Pommern, als Erntegott (Herbst-Wodan) angerufen. Auch andere Erscheinungen im Volksleben deuten darauf hin, wie der »Schimmelreiter« und »Haferbräutigam« bei den Erntefesten. In dem bereits erwähnten Mecklenburg, wie in der Mark, lässt man bei der Kornernte einen Büschel Getreide stehen, welcher der Vergodentheil heisst. Um diesen Büschel, der oben zusammengeflochten und mit Bier besprengt wird, sammeln sich die Arbeiter im Kreise, nehmen die Hüte ab, richten die Sensen aufwärts und rufen Wodan dreimal mit obigem Spruche an. Sie lassen den Aehrenbüschel also ausdrücklich für Wodan's Ross stehen und hoffen dafür im nächsten Jahre noch besseres Korn zu erhalten. Der Vergodentheil ist gleich »Für-Wodan« oder »Fro-Wodens«, d.i. Herrn Wodan's Theil. Wode wechselt nämlich vielfach mit Gode. Nach der erwähnten Ceremonie, welche »Erntesegen« heisst, gibt der Gutsherr den Knechten ein Gelage, das »Wodelbier« heisst. Das Bier scheint beim Wodansdienst, und besonders bei der Erntefeier, eine namhafte Rolle gehabt zu haben. Der heilige Columban traf seinerzeit heidnische Schwaben bei einem Opfer für Wodan, in deren Mitte eine Kufe stand, die dreissig Mass Bier enthielt. Bis zur Neuzeit, noch am Ende des vorigen Jahrhunderts, war es z.B. im Schaumburgischen Sitte, dass die Schnitter, unmittelbar nachdem die letzte Garbe gebunden war, den Acker mit Bier begossen, dann selbst tranken und nun, um die letzte Garbe, den »Waulroggen«, entblössten Hauptes in friedlichem Reigen tanzend, einen alten Vers sangen, der hochdeutsch lautet: »Wode, Wode, Wode! Himmelsriese weiss, was geschieht, immer er nieder vom Himmel sieht. Volle Krüge und Garben hat er, auch in dem Wald wächst er mannichfalt; er ist nicht geboren und wird nicht alt. Wode, Wode, Wode!« Noch jetzt tanzen am Steinhuder Meer, in Lippe und Hessen die Schnitter um die letzte Garbe, durch welche sie einen blumenbekränzten Stab geschoben, schlagen an die Stufen, und rufen: »Wauden, Wauden!« oder sie begehen diese Erntefeier gar auf einem »Heidenhügel«, indem sie hutschwenkend um ein loderndes Feuer tanzen. Am deutlichsten aber tritt die uralte Verehrung Wodan's, des Erntegottes, in einigen bairischen Gegenden hervor, wo die stehengelassenen Roggenbüschel zu einer Menschengestalt zusammengebunden und mit Blumen geschmückt werden. Die Gestalt heisst der Oswald (s.d.) oder Oanswald, d.i. Answalt, Walter der Ansen oder Asen, der Herrscher der Götter – Wodan. (Vgl. Wodan als Jahresgott (Herbstwodan) von M. Jähns in Grenzboten, Leipzig 1871, Nr. 8, S. 292. )
2894 Zeichen · 31 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    Wodanst. M. (a)?=PN

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    Wodan , st. M. (a)?=PN nhd. Wotan ne. supreme German god Q.: Urk (7. Jh.), Paulus Diaconus E.: s. wuoten W.: nhd. Wotan,…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wodan

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Wodan , hochdeutsch Wuotan , auch Gudan (woran die Ortsnamen Gudensberg in Hessen, Godesberg bei Bonn u.a. sowie der Nam…

  3. modern
    Dialekt
    wodan

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia wodan a. Spr. wie beschaffen: 'darna scal he bringhen breve ut der stad, dar he nelkest ghedenet hefft, wodaen …

  4. Sprichwörter
    Wodan

    Wander (Sprichwörter)

    Wodan Wodan (s. Nikolaus) . Wode, Wode, hal dinen Rosse nu Voder; nu Distel und e Dorn, tom andren Jahr beten Korn. Wie …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wodan

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

wodan‑ als Erstglied (7 von 7)

Wodanigkeit

MeckWB

Wossidia Wodanigkeit f. a. Spr. Beschaffenheit: 'nach wodanicheit des bruthschattes' (Wi) Schill.-Lübb. 5, 758 b ; formelhaft: 'dat dorp ...…

wodann(en)

RhWB

wodan·nen

wo-dann(en) w:(fan)da·n., –ę-, –dę·n.ts (s. S.) Rip, Nfrk. woher; w. küste?

Wodansheer

RhWB

wodan·s·heer

Wodans-heer wō:dəs-, wū:dəshēr, –hiər Wittl-Seinsf , Bitb-Betting Biesd Geichl Kewenig Neuerburg Preist Speicher Wiersd Wissmannsd , Prüm ; …

Wodanstag

Meyers

wodan·stag

Wodanstag (althochd. Wuotanes tac ), soviel wie Mittwoch (s. d.).

Wodanswor

RhWB

wodan·swor

Wodans-wor wū:dəswr Prüm 1856 m.: verächtl. ein ungeheuerlicher Mensch von ausserordentlicher Unruhe u. Wildheit.