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wirrig

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wirrig adj.

Bd. 30, Sp. 614
wirrig, adj. , mhd. bereits sporadisch als werrecht belegt (s. u.), nhd. daneben wirricht, wirrhaft Stieler (1691) 2514, werrich, wirrisch Kramer t.-ital. 2, 1363b; zu mhd. wërre, f. (bzw. nhd. wirren, pl., s. dort), wirren, vb., meist aber zum adj. wirr gebildet; ein wort mit reicher bedeutungsentwicklung, das aber hauptsächlich mundartlich geblieben und nur selten in die schriftsprache gedrungen ist. 11) im bezug auf die geistesbeschaffenheit und stimmung von personen. 1@aa) 'geistig verworren'; so schon mhd. vereinzelt, wohl aus werre entwickelt: die prelate ..., die mit ir guten rate und mit der gotes minne die warrichaften (lesart: werrechten) sinne ... hie kunnen so besniten daz sie warbichtic werden Heinrich Hesler apok. 1108 Helm; [] im 16. jh. erneut als ableitung von wirr, adj. (s. wirr 1), auftretend, doch erst ende des 17. jh. häufig, vgl. wirrig, wirricht confusus Stieler (1691) 2514, wirrig, werrig, wirricht, wirrisch imbrogliato di cervello Kramer t.-ital. 2, 1363b; wirrig, wirr 'verworren, im kopfe verrückt' Dähnert plattdt. wb. (1781) 553b; ähnlich Mi meckl. 107, Damköhler Nordharzer wb. (1927) 222b: und rennt wie wirrig her und hin durch gassen und durch straszen das mädgen von Orleans (1821) 1, 59; da wurde er wirrig und muszte in eine anstalt Storm w. 7, 103; anfangs wird einem ein wenig wirrig im kopfe E. Th. A. Hoffmann s. w. 14, 158 Gr.; vgl. he wr krank un wirri in e kopp Mensing schlesw.-holst. 5, 666; mein kopf ist noch ganz wirrig A. Schopenhauer tageb. 1, 81; 'unklar': so glaube ich, ohne auf den wirrigen Chemnitz etwas zu geben, die verhältnisse verstehen zu müssen Dahlmann gesch. v. Dänemark 1, 376; hierher auch adverbial 'aus irrtum, fälschlicherweise': nur dasz Hvitfeld die sache wirrig in das jahr 1364 setzt ebda 2, 27. 1@bb) 'zornig, reizbar', vgl. wirrig iracundus Schottel (1663) 1444; wirrig so leichtlich verwirret wird, den man bald zornig machen kan Rädlein (1711) 1, 1066a: (ich fiel,) da ich wieder allein war ..., in mein wirriges störrisches wesen zurück Göthe 27, 145 W.; selbst seine keifenden tiraden ... werden mit leichtem sinn, gutem muthe, in wirrig humoristischer laune herausgepoltert F. Rochlitz für ruhige stunden (1828) 2, 45; von weinerlichen kindern: sieben sind ihrer (der kleinen rangen) an der zahl, noch klein und wirrig allzumal A. v. Droste-Hülshoff br. (1893) 143. 22) auf sachen und verhältnisse bezogen. 2@aa) 'verworren, verwickelt, durcheinander'; schon im 16. jh. gelegentlich bezeugt: der kaiser nam seinen weg von Hasungen nach Beiern, machet da so viel müglich die wirrigen hendel richtig C. Spangenberg mansfeld. chr. (1572) 186a; in parallele mit irrig: und ist darauff viel irriges und wirriges dinges eingefallen ebda 490b; mit bunt: wäre es auch heute so verzweifelt bunt und wirrig (mit unseren inneren verhältnissen), wie uns die fremden schildern E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen 4, 133; das revolutionstribunal, vor dem es bunt und wirrig genug hergegangen ist F. Wehl am sausenden webstuhl der zeit (1809) 1, 240; von lichteindrücken, vgl. wirr 3 b α: (der pfeil) traf, recht in die mitte den karfunkel, der nun verstreut ein wirriges gefunkel J. D. Gries Bojardos verliebter Roland (1835) 3, 78; von haaren, stroh u. ä. 'ungeordnet, unordentlich, sperrig', vgl. wirr 3 a: welk und müde hängt er (der lorbeer) uns schon im wirrigen haare G. Frenssen Bismarck 375; wird es aber wirrig eingebunden und zu dem ende krumm zusammengedrückt, so heiszt es wirrstroh L. G. Leopold hdb. d. ökonomie (1805) 505a; vergleichbar vom holz wirriga, wirrigi, wirrigs 'unspältig' Bühler Davos 2, 113. 2@bb) vereinzelt entsprechend wirr 3 c 'verwirrend und in die irre führend': dasz man, wenn einem ein bekannter weg anfange, wirrig und entfremdet zu sein, sogleich umkehren solle Stifter s. w. 2, 277 S.
3901 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wirrigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Wirrig , — er, — ste , adj . u. adv . verwirrt, sich verwirrend. Hulsius.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wirrig

    Goethe-Wörterbuch

    wirrig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    wirrig

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    wirrig Band 16, Spalte 1067 wirrig 16,1067

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wirrig

4 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von wirrig

wirr + -ig

wirrig leitet sich vom Lemma wirr ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von wirrig 2 Komponenten

wir+rig

wirrig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wirrig‑ als Erstglied (1 von 1)

Wirrigkeit

MeckWB

wirrig·keit

Wossidia Wirrigkeit f. Verwirrung: Wanda ... stamerte in säute Wirigkeit Derb. 2, 102.

wirrig als Zweitglied (2 von 2)

schwirrig

DWB

schwir·rig

schwirrig , adj. zum vorigen, unruhig, lärmend, geräuschvoll. Fulda bei Campe. vgl. schwierig 4 oben sp. 2642. von unruhigem, schwärmendem l…

verwirrig

DWB

ver·wirrig

verwirrig , adj. , verwirrt: dieselbigen müssen in dieser wüsten welt wie die Ismaeliter gantz irrig und verwirrig gemacht werden Goltwurm 1…

Ableitungen von wirrig (1 von 1)

verwirrig

DWB

verwirrig , adj. , verwirrt: dieselbigen müssen in dieser wüsten welt wie die Ismaeliter gantz irrig und verwirrig gemacht werden Goltwurm 1…