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wellbaum

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wellbaum m.

Bd. 28, Sp. 1391
wellbaum, m. , welle, drehbarer, cylinderförmiger stamm, seit dem 12. jh. bezeugt: cylindro wellepoumo ahd. gloss. 2, 677, 6; cylindro wellistain vel welliboum 2, 688, 1 (beides glossierungen zu Vergil georgica 1, 178: area cum primis ingenti aequanda cylindro et vertenda manu et creta solidanda tenaci). im mhd. u. frühnhd. gelegentlich wellebaum, seit dem 17. jh. auch wellenbaum (s. u.). fast überall gleichbedeutend mit 3welle, und nur gelegentlich von ihm unterschieden: bei maschinen mit getrieben und bei wasserrädern, welche nur kurze achsen von holz oder eisen haben, nennt man dieselben vorzugsweise wellen. bei hammer- oder gebläserädern aber, wo diese achsen sehr massive rundstämme sind ..., nennt man sie vorzugsweise wellbäume oder gründel Scheuchenstuel österr. berg- u. hüttenspr. 262. wellbaum wird von hochd. mundartenwb. öfter bezeugt, jedoch mit landschaftlich verschiedenen angaben der verwendung: wellbâm (im mühlwerk) Schöpf tirol. 811; ebenso Schmeller-Fr. 2, 887; wellpâm Lexer kärnt. wb. 255; wellbaum in der mühle oder als welle am wagen (zum festspannen des wiesbaums) Fischer schwäb. 6, 1, 666; weallbâm radwelle Crecelius oberhessisches wb. 903; wellbâm wellbaum am brunnen wb. der luxemb. ma. 483; wällbam holzrolle für den zettel am webstuhl, an der eisenzapfen zum einstellen sind; mühlwelle Christa Trier 215; die nd. maa. kennen wellbaum anscheinend nicht (dafür aber das simplex welle, s. 3welle A 3), doch vgl.: wellboom rol van hout of steen, waarmede akkers en wegen worden gelijk gemaakt, wel Verwijs-Verdam mnl. wb. 9, 2088. 11) achse eines rades, insbes. des mühlrades, vgl. ἄξων, axis wellbaum Frischlin nomencl. (1588) 190a; axis rotae molaris ein wellbaum nomencl. lat.-germ. (Hamburg 1634) 376: mer ist beredt worden, was in den nechsten acht jaren gepruchs im grunt oder ob dem wasser, am segrat, welpaumen, kamprad, wagen ... geschee, das alles sollen die benanten müllner machen lassen (um 1464) E. Tucher baumeisterbuch d. stadt Nürnberg 122 lit. ver.; (die) dingensmid auf dem unteren hamer zu der Hadermül ... beclagten (sich), das sie ein swachen welpaum hetten ... und noch dem ... man den auf dem anderen hamer ob in ein welpaum bezalt hette, peten sie, in auch ein zu bestellen ebda 313; obe ich nuwe wellebeume oder andere mergliche nuwe wergke mechte, die sulde man mir nach zemelichkeit verlonen (1465) bei K. Bücher berufe der stadt Frankfurt 85b; mehr musz die mölen an vorrhat verschen seyn, mit ... steinaxten ..., eck- und zugbanden ..., ring ... an die groszen wellbäum, item zapffen Kirchhof militaris disciplina (1602) 25; (ein) wasserflusz ... durch welchen die achteckigen wellbäume ... umgetrieben werden A. a s. Clara etw. f. alle 2 (1711) 475; der wellbaum musz aus einem einzigen stück gesunden eichen holz bestehen J. W. Langsdorf von salzwerken (1781) 289; ein kunstmeister im volke, seinem gewerbe nach ein müller, (hatte) den gesunden geraden stamm der eiche zu einem wellbaum sich ausersehen Musäus volksmärchen 4, 73 H. achse einer radwinde: der kranich sol oben am gibel (des zeughauses) an ein eysenstangen gefaszt sein, da das seyl durch den kranich gehe, und das seyl an dem wellbaum des radts herabgehen L. Fronsperger kriegsbuch 2 (1573) 149a; im uhrwerk: der wecker selbst bestehet aus einem steigrade und einer ... spindel ... an gedachten steigrades wellbaum ist eine ausgehöhlte rolle, worinne eine schnur gehet, an welcher ein gewichte hänget, so das steigrad herum drehet allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 673; als achse schlechthin: wofern aber ein in gleicher weise sich verlängerender schwibbogen sich drehet um eine achse oder wellbaum, wird solcher deswegen aufhören ein schwibbogen zu sein Des Argues zeichnung z. steinhauen (1699) 31. — 'glockenjoch', vgl. 3welle A 1: wellbaum einer glocke mouton, beam of a bell Beil technol. wb. (1853) 1, 653; sie (sah) nach dem glockenturm hinauf, der im wesentlichen nichts war als eine vom giebel hervorgeschobene holzwelle ..., auf dem wellbaume aber ... lagen ein paar arbeiter Fontane ges. w. I 4, 117. 22) windebaum, haspelbaum, grindel; über einem brunnen, schacht, an aufzügen; sucula das holtz, dadurch man zwo oder mehr stangen steckt und daran zeugt, als wenn man wein aus dem keller zeucht etc., ein wendel, haspel, zug, welbaum Alberus dict. (1540) b b 2b; sucula wellbaum, rennbaum Frischlin nomencl. (1586) 146b; ergata wellbaum, wendelbaum Orsäus nomencl. (1623) 154; 'wellbaum ... ein horizontal liegender starker cylinder von holze, der durch eine kurbe auf seinem zapfen sich umdreht, und ein seil, mit welchem eine last auf- oder angezogen wird, um sich windet' Eggers neues kriegslex. 2, 1335; auch senkrecht stehend, bei zugvorrichtungen: sucula vel axis ist der wellbaum, umb den das seil an- oder abgewunden wirt, dicker in der mitte, unden und oben dünner Frisius dict. (1556) 217a; ergata, ein trendel, ein auszzug oder rüstung, damit man schwere lasten auffhebet, nemblich, da ein auffrechter wellbaum wird umbgetrieben, mit einem hebel, daran man sich mit den achseln oder der brust sperret und also umbtreibet, ein winde Zehner nomencl. (1645) 391; im hintergrund waren an die horizontalen arme eines senkrechten wellbaumes pferde angespannt E. Vollhann lebensbilder (1826) 2, 133. 'ankerwinde', vgl.: wellbaum, windenbaum ergata, machina tractoria axe tecto, quae obnitentibus et in orbem euntibus vectiariis versatur, qualis est qua in emolienda anchora utuntur in onerariis navibus Junius nomenclator (1567) 324b: jetzo des schiffs brustwand entsank der gewichtige anker, rasselnden schwungs, und ihm, geschleudert vom kreisenden folgte das mächtige seil wellbaum, Pyrker Tunisias (1820) 3, 20. 'weberbaum' Rädlein (1711) 1045: der weberstuhl aber mit seiner zubehör (besteht) aus dem kamm, galgen, tritt, gewicht der rollen, dem wellbaum, dem sitz Marperger hanf u. flachs (1710) 187; ähnl.: 'wellbaum am posamentirstuhl die holzwalze, auf welche das fertige aufgewickelt wird' Bucher kunstgewerbe (1884) 438a. im uhrwerk: das ... ende der feder ist hier an den säulenfusz festgemacht, das andere an der welle B, dem wellbaum Karmarsch- Heeren techn. wb. 9, 155. als teil der büchse: (als meisterstück zu machen) ein gekropfte büchsen sampt dem schlosz mit einem zertheilten welbaum (1586) Frankfurter zunfturkunden 1, 477; 1 paar pistohlen mit braunen schäften, teutschen schlössern und gelbem wellbaum (1743) bei Fischer schwäb. 6, 3399. 33) walze. als ackerwalze im mndl., s. Verwijs-Verdam 9, 2088; vgl. auch die eingangs citierten ahd. belege. an der kelterpresse: der preszzeug, wo solcher nit mit schrauben, sonder durch die welbaum presset, sol er nit uber 40 schuh lang sein Rivius Vitruvius (1575) 443; ergata ... welbaum an der kelter Corvinus fons lat. (1646) 603; wellbaum l'arbre d'un pressoir, ergata Wiederhold (1669) 414b; ähnl.: die presse (der zuckermühle) bestehet aus zween auf ein ander liegenden wellbäumen oder cylindris E. G. Happel relationes curiosae (1685) 2, 524a. 'rollholz': in Berlin hat man das ungeheure stück, Asia genannt, damit von seiner stelle gebracht. sie (die maschine) bestehet aber aus zweien wellbäumen, deren jeder zwo rollen hat Zach. Conr. Uffenbach merkw. reisen (1753) 1, 215. 44) wiesbaum: 'wellbaum palo che si lega sopra un carro di feno, ò paglia' Hulsius-Ravellus (1616) 404b. 55) cylinderförmig geschnittener baumstamm, vgl. 3welle B 1: Franz von Sickingen ... hat die stadt Trier belagert und die fursten des reichs, sunderlich den landgraven, mit einem groszen, langen, gerundten buchen welbaum, den er einer buchsen gleich formirt und herum gefuhrt hette, hochlich geaffet und beleidiget Joh. Mechtel Limburger chronik 117 Knetsch; (man hat) aus denen schweinsfedern (spieszen) ... bei denen meisten milicen spanische oder friesische reuter gemacht, indem man einen wellbaum von ungefähr zwölff schuhen lang und einen halben schuh dicke genommen ... durchlöchert und die schweinsfedern darein ... gesteckt H. v. Fleming d. vollk. teutsche soldat (1726) 252; 'wellbaum ... ein groszer, starker baum, zu einer wasserradswelle tauglich', ferner 'ein baum von 32 bis 34 zoll im durchmesser' Krünitz oec. encycl. 237, 152; ähnl. Behlen forst- u. jagdkunde (1840) 7, 489; Beil technol. wb. (1853) 1, 653. —
8339 Zeichen · 185 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêllbaum

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Wêllbaum , des -es, plur. die -bäume, 1. Ein Baum, welcher die gehörige Stärke hat, Wellen zu Mühlwerken abzugeben. …

  2. modern
    Dialekt
    Wellbaum

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Wellbaum Band 1, Spalte 1,1499

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Zerlegung von wellbaum 2 Komponenten

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