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weiszfisch

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weiszfisch m.

Bd. 28, Sp. 1209
weiszfisch, m. 11) ursprünglich wohl mit allgemeiner bedeutung wie noch mundartlich: 'weiszfisch heiszen bei dem volke alle fische, welche weisze schuppen und weiches fleisch haben' Castelli Österr. (1847) 263. bei den meisten älteren nicht lexikalischen belegen ist die zuweisung zu einer bestimmten zoologischen gruppe schwierig, doch lassen die begleitenden fischnamen und angeführte eigenschaften (kleinheit, geringwertigkeit, grätenreichtum) im allgemeinen auf die gruppe leuciscus aus der familie der cyprinidae oder auch auf einzelne arten dieser gruppe schlieszen: wurffgarn zuo fischen und zuo salmen, ouch gruppen oder kopten und wyszfisch grundelen, steynbysz, schlyen und rynfisch (um 1514, Straszburg) ged. vom hausrat c 2a Hampe; fach hasel, erlitz und die kressen, rotaugen, weiszfisch und die pressen (1547) H. Sachs 4, 272 Keller; von diser güldt solt derselbig veter ... den convent versehen und geben ... hecht, karpfen und weiszvisch (1531) Knebel chron. v. Kaisheim 104 lit. ver.; als klein und geringwertig bezeichnet: die kleynen fischlin sein diejenigen, welche man die weiszfisch pflegt zu nennen Sebiz feldbau (1579) 465; schützt ... der frosch das rhinoceros, der weiszfisch den haifisch? Eichendorff s. w. (1864) 3, 447; ein anderer, der fischt, ... fangt ein weiszfisch, aber lauter grätten, bekombt ein weisze und schöne, aber ohne mittl Abraham a s. Clara Judas (1686) 1, 215; der kleine schalk hatte einen kleinen karpfen und zwei elende weiszfische Hauff s. w. (1890) 4, 211. von hier aus übertragen 'taugenichts, windbeutel': ich wette, sie (Maria) verglich mich (Sickingen) mit ihrem weiszfisch (Weislingen) Göthe 8, 86 Weim.; Fritze Reimers ist ein windsack, ein rechter weiszfisch! Storm w. (1899) 6, 37. 22) in den ältesten bedeutungsmäszig bestimmbaren belegen bezeichnet weiszfisch den aspius rapax aus der gruppe leuciscus, vgl. clauculus schiet vel wizuisch (wihuisch hs.) ahd. gl. 3, 361, 25 (15. jh.) und (nach einer mitteilung von Rud. Zaunick Dresden) den gründling gobio fluviatilis Cuv., vgl. wiszvisch gubbea vel gubba vocab. (Straszburg, Hüpfuff 1515) i 4a; weiterhin gebraucht: 2@aa) insgesamt für die gruppe leuciscus aus der familie der cyprinidae, vgl. alburnos alias appellamus allerley weiszfische als roteuglein, rotfedern, häselinge Corvinus fons lat. (1646) 37: 'weiszfisch, dieser nahme begreifft verschiedene gattungen von fischen, die insgesamt silberweisze schuppen haben, darunter sind die uckerley, die plötzen, die rothaugen, item die güstern und die flincken' haushaltungslex. (1728) 1024; von den brassen. dieser grosze weiszfisch ... ist auch ein stromfisch Döbel jägerpractica (1754) 4, anh. 76. 2@bb) für einzelne arten der gruppe leuciscus. 'uckelei' (leuciscus alburnus), vgl. alburnus blieck, zwibelfisch, weiszfisch Emmelius nomencl. (1592) 139; weiszfisch alburnus ... ist ein fisch, der mit essig und etwas garteneppich zubereitet auffgesetzet wurde Amaranthes frauenzimmerlex. (1715) 2112, vgl. Brehm tierl. (1890) 8, 282 P.-L.; so auch mundartlich, vgl. z. b. luxemb. ma. (1906) 482; Haltrich siebenb.-sächs. 68; aus zwanzigtausend weiszfischen wird ein ganzes pfund ... perlenessenz ... gewonnen Jean Paul w. 38, 45 Hempel, vgl. hierzu Karmarsch-Heeren (1876) 6, 608. 'döbel' (squalius cephalus), vgl. weiszfisch sive schnottfisch squalus minor Stieler (1691) 487. 'hasel, häsling' (leuciscus leuciscus), vgl. alburni weisfisch, hesling vocab. rei numm. (1552) G 3a. 'perlfisch' (leuciscus Meidingeri): perlfisch ... wird von den fischern am Attersee häufig auch weiszfisch schlechtweg genannt Heckel-Kner süszwasserfische (1858) 179. 'blicke' (blicca björkna), vgl. weiszfisch able, ablette Hulsius-Ravellus dict. (1616) 404; weiszfisch ablette, blanchaille Frisch (1752) 704. auch mundartlich, vgl. weiszfisch, der gieben Frischbier 2, 462; visfesch ablette Henry Colmar 238. 2@cc) für andere fische. 'wittling' (gadus merlangus), vgl. weiszling 1 a α: weiszfisch, ein dosch a whiting Ludwig (1716) 2437. 'schnäpel' (coregonus oxyrhynchus) weiszfisch, meyfisch Rädlein sprachsch. (1711) 1, 1043, vgl. Brehm tierl. (1892) 8, 359: auf der Elbe wird der salmo albula eigentlich schnepel genannt, heiszt bey anderen auch weiszfisch wegen seines sehr weiszen fleisches Hübner cur. naturlex. (1776) 1981; der magister sieht in seinem grünen flause blos wie der grüne schnäpel (weiszfisch) oder die kaulquappe aus Jean Paul 15/18, 74 Hempel. 'hausen' (acipenser huso) (sie fangen in der Wolga) die groszen weiszfische, so 4, 5 und 6 ellen lang seyn, haben sehr weisz, süsze und wohlgeschmacktes fleisch Adam Olearius pers. reisebeschr. (1696) 185. 'pottwal' (physeter katodon): der weiszfisch, wittfisch (physeter katodon) führt den namen von seiner gelblichweiszen haut Hübner cur. naturlex. (1776) 1752. 'weiszwal' (delphinapterus leucas): weiszfisch (delphinus leucas) Oken allg. naturgesch. (1839) 7, 1085. —
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    weiszfischm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    weiszfisch , m. 1 1) ursprünglich wohl mit allgemeiner bedeutung wie noch mundartlich: 'weiszfisch heiszen bei dem volke…

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weiszfischbein

DWB

weiszfisch·bein

weiszfischbein , n. , os sepiae: im rücken ( von sepia officinalis ) liegt eine gerade mürbe kalkschale, welche unter dem namen weiszfischbe…