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weingärtner

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weingärtner m.

Bd. 28, Sp. 923
weingärtner, m. ahd. wîngartâri ahd. gloss. 3, 137. 185, mhd. wîngart(en)er, wîngert(en)er Lexer 3, 903. seit 13. jahrh. überall möglich, obd. das begünstigte wort neben älterem rebmann und weinzürl, fränk. (wein-) häcker. schriftsprachlich nie häufig, belebt durch 23 maliges vorkommen in der Lutherbibel, von klassikern bei Herder 9, 268 S. 11) das nebeneinander starker und schwacher stammbildung in weingarte(n) (s. d.) spiegelt sich (wie bei gärtner th. 4 i 1, 1420) auch in wîn-gartâri und -gartinâri Graff 1, 887. 4, 252. formen ohne -n- sind hoch- und niederdeutsch bis 1600 möglich, obd. wîngarter Tauler pred. 31, 24 Vetter; in schwäb. urk. seit 1366 bei H. Fischer 6, 615; gemma gemm. (Straszb. 1508) E 2a, weingarter Diefenbach nov. gloss. 382b; Frankf. patr.-verm. 136; n. arch. f. gesch. v. Heidelb. 1, 168. 2, 17, md. wîngerter weisth. 1, 754; Diefenbach gloss. 619c, nd. wyngarder das. 623c. -n-formen sind seit uuînigarthenâri ahd. gloss. 3, 137 zumal md. möglich: wîngertener ratsgesetzb. v. Mühlhausen 162 Lambert; wyngertener Marienb. tresslerb. 186 Joachim; wîngertener rheinfr. voc. (1420) bei Diefenbach gloss. 620b; weingartner cod. Tepl. 1, 99 Huttler. umlaut fehlt obd. bis nach mitte des 17. jahrh.: heil.-leben, wintert. 249c; Eberlin 1, 174 ndr.; Zürcher bibel (1531) 2. chron. 26, 10; Paracelsus op. 2 (1616) 355; Bäumker kirchenl 1, 611; Albertinus hirnschl. (1664) 329, aber auch in der Lutherbibel. die heutige form wird im obd. durch schule, bildung und kanzlei durchgesetzt: weingärtner Frischlin ncl. (1586) 153b. 158b; Moscherosch ges. 2 (Str. 1650) 166; württemb. umgeltsordn. (1651) 30. seit 1666 gilt sie allgemein und ausnahmlos. 22) im süddeutschen rebland ist der w. der geplagte landarbeiter: den armen, erbarn, frommen und arbeitsamen weingartnern ... frucht fürtzesetzen, wollen wir ... bevelch ... geben Herz. Ulrich an A. Blarer in dessen briefw. 1, 619, auf seinen fleisz angewiesen: soll einem handwercksmann sein werckgezeug ... und einem w. seine karst, hauwen und dergl. gelassen werden Frankf. reform. (1611) s. 85b; aschenkrüge zertrümmert täglich der spaten des weingärtners, der seinen berieselungen ... ein neues bett graben will Gutzkow zaub. 2, 18, vom wetter abhängig und darum abergläubisch: die wein-erndte stund in einer unschätzbaren hofnung. die weingärtner vertrösteten sie auf tausend eimer wein J. Riemer pol. colica (1680) 125; der heil. Urban papst kann den weingärtnern nicht zu gutem wetter helfen Nicolai reise 9, 163. arm bleibt sein beiwort: Gaudy 19, 90, die ursache seines elends liegt zu tage: wo zerstücklung und überladung den bauern, den w. in vergebliche schinderei ... herabdrückt Fr. Th. Vischer ästh. 2, 185 f. mit der wirthschaftlichen lage sinkt die achtung: diese verdammten Württemberger, diese w. und schustersjungen haben mich so zerfetzt Hauff 1, 276. aller schimmer kommt dem stand von den neutest. parabeln Matth. 21, Mark. 12 und Joh. 15, die stets von neuem nachgebildet werden: selbst unser heyland ... hat ein sonderbares hohes belieben getragen, ... sich bald wie einen hausvatter, bald ... wie einen w. und in dergl. seinen zuhörern fürzustellen Hohberg georg. cur. 2 (1682) vorr.; entspr. M. Herr feldb. 7a; Dannhawer cat.-milch 5, 899; Claudius Asm. 7, 225; Ritter erdk. 16, 221; D. Fr. Strausz 3, 169. 6, 35. auch zu selbständiger neubildung reizen die bibelworte: (gott) sei wie ein w., der da nachlieset, und wolte doch auch gerne der edlen trauben genieszen J. Böhme 6, 13; ein weinstock ... dem w. kann eine predig machen Abr. a S. Clara etw. f. alle 1, 635. nach biblischem vorbild heiszen pfarrer die geistlichen weingärtner Chr. Weise pol. redn. 554. 33) zus.-setzungen sind seit dem 15. jahrh. obd. nicht selten: wingerteners mecz Diefenbach gloss. 474c; wingartners knecht J. Ruf (1539) bei Bächtold, schweiz. schausp. 3, 160; weingärtnerlohn J. v. Müller 10, 383 f. gelegentlich greifen sie ins westmd.: -zunft Sachsenhausen 1612 bei K. Bücher bevölk. v. Frankf. 1 (1886) 83. heute vorwiegend schwäb.: -volkswehr Fr. Th. Vischer altes u. neues 3, 319; -fest Finckh Rapunzel (1910) 133; -mädchen das. 134. 145; -gasse vielfach als straszenname H. Fischer 6, 615; -fleisch als spottname der bohnen, das.
4272 Zeichen · 184 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weingärtner

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Weingärtner , des -s, plur. ut nom. sing. ein Gärtner, welcher sich vornehmlich auf den Bau des Weinstockes verstehe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weingärtner

    Goethe-Wörterbuch

    Weingärtner [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Sprichwörter
    Weingärtner

    Wander (Sprichwörter)

    Weingärtner Wenn der Weingärtner bisweilen beschneidet, so bringen ihm die Reben mehr Frucht.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weingaertner

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von weingaertner

weingart + -ner

weingaertner leitet sich vom Lemma weingart ab mit Suffix -ner, mit Umlaut-Wechsel.

weingaertner‑ als Erstglied (1 von 1)

Weingaertnerĭa

Meyers

Weingaertnerĭa Bernhardi ( Corynephorus Beauv ., Silbergras ), Gattung der Gramineen, Gräser vom Habitus von Aira , aber mit keuligen Granne…