Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
weidlich Adj.
weidlich Adj.
weidlich Adj. ‘gründlich, tüchtig, in hohem, gehörigem Maße’, ahd. weidalīh ‘zur Jagd gehörig’ (um 800), mhd. weide(n)lich ‘jägermäßig, jagdgerecht, frisch, keck, tüchtig, ausgezeichnet, stattlich, schön’, mnd. weide-, wēdelīk ‘jägermäßig, stattlich, schön’ steht als Adjektivbildung zu ahd. weidōn, weidanōn ‘Futter suchen, jagen’ (9. Jh.), mhd. weiden, weidenen, abgeleitet von dem unter 2Weide (s. d.) behandelten Substantiv. Als Ausgangsbedeutung für das Adjektiv ist ‘jagdgerecht, jägermäßig’ anzusetzen, woraus sich bereits in mhd. Zeit ‘frisch, tüchtig’ (wie ein Jäger) und ‘stattlich, schön’ (auch von Frauen) entwickelt. Die Gebrauchshäufigkeit des Wortes geht im 17. Jh. zurück; doch nach 1800 gewinnt weidlich in der Literatursprache wieder an Verbreitung, besonders in adverbieller Funktion, die bis heute vorherrschend ist.