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weidlich

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weidlich adj.

Bd. 28, Sp. 601
weidlich, adj. nur deutsch: mhd. weide(n)lich mhd. wb. 3, 554b; Lexer 3, 740 f., mnd. wedelik Schiller-Lübben 5, 654, nicht vor beginn des 13. jahrh. belegt: dô reit der rîter edele vil weidenlîche dan Nib. 898, 1 A. B (weidenlîchen C). die ahd. glossen des 8. und 11. jahrh., die vorausliegen: uenalem uueidalichan Steinmeyer - Sievers 1, 584, 42; uenale (supplicium) vueidanlihi 2, 460, 66 sind ohne zeugniswerth, schon weil sie für venalis eine übersetzung versuchen, die höchstens für venatorius zuträfe. das wort ist vielmehr nach mhd. bildungsgesetzen zu beurtheilen. charakteristisch ist die dreiheit der formen weidenlich, weidelich, weidlich, ihr stehen parallel die gleichen schwankungen bei verbaladj. wie lîd(en)lich, trost(en)lich, vergezz(en)lich, würk(en)lich. faszt man auch weidlich als verbaladj., so erklären die beiden ahd. verba weidôn und weidanôn die doppelte stammbildung. bisher hat man weidlich zu weida 'jagd' gestellt, so noch Wilmanns wortbild. 2 § 368. diese auffassung geht zurück auf Schmeller 4 (1837) 27, sie ist J. C. v. Schmid schwäb. (1831) 522 noch fremd. auf rechter spur war schon Heppe: es wird aber der name weydmann hergeleitet von dem uralten deutschen wort weydlich aufr. lehrpr. (1751) 4, nur dasz er das verhältnis auf den kopf stellt. dagegen lehrt Adelung 5 (1786) 132 zus.-hang mit ags. hwate, schwed. (h)vat 'hurtig, vortrefflich', isl. hwatur 'schnell'. er übernimmt den irrthum aus Wachter (1737) 1847, der seinerseits eine noch ältere ableitung von Wodan ablehnen musz. so ist der etymologische zus.-hang jahrhundertelang verdunkelt gewesen. einer volksetymologie dankt wol die schreibung weitlich ihre existenz. sie begegnet im 16./17. jahrh. bei Ostmd. n (Ayrer proc. 2, 3; Chemnitz schwed. kr. 2, 5. 158; Prätorius glückst. 274; Butschky Pathmos 262) und hd. schreibenden Nd. n (Pomarius magd. stadtchr. Bb 1b; Rist friedew. Teutschl. 18; A. U. v. Braunschweig Oct. 3, 863). gelegentlich scheint weidlich auch in seiner bed. von weit beeinfluszt zu sein: ich bin nur ein armes garnichts. mein verdienst, vom sonnenstäubchen wird es weidlich überwogen Immermann 12, 12 Hempel. so dasz mitunter keine sichere zuweisung möglich ist: als denn die hantfesten der vorschreibunge von uns doruff gegeben weytlich ausweisen lehnsurk. Schlesiens 2, 181. verbreitung. weidlich bleibt der höfischen dichtung des mittelalters fremd, bei einem Pseudo-Neidhart (minnes. 3, 292b v. d. Hagen) und im stil der volksepik (Lohengrin 4595 Rückert; herzog Ernst 4672. 75 v. d. Hagen; Reinfried v. Braunschweig 22126 Bartsch) faszt es zuerst fusz. mit dem socialen abstieg der literatur wird weidlich im 15. jahrh. häufiger, im 16. folgt seine blüthezeit: 240 von 630 belegen gehören diesem jahrh. an, aber sogleich im 17. jahrh. sinkt es auf 82 belege, 1698 musz es Bödiker grunds. d. d. spr. 173 in seine sammlung von Lutherwörtern aufnehmen, die im ersten anblick nicht verstanden werden. 1733 bezieht sich Seume kl. t. lex. 269 zur erläuterung des wortes auf Bödiker, Adelung nennt es ein nur im scherze oder den vertraulichen sprecharten übliches wort, Teller vollst. darst. 1 (1794) 49 nennt es ganz, Heynatz antibarb. 2 (1797) 620 mehrentheils veraltet. dem entspricht, dasz die jahre 1701 bis 1770 nur 25 zeugnisse bieten, dasz Herder (26, 298) und Schiller (1, 352) weidlich nur je einmal gebrauchen. der schlusz des 18. jahrh. bringt es auf 75, die zeit seit 1801 auf 126 zeugnisse, Campe 5 (1811) 640a kann es als altes aber brauchbares und zum teil auch von neueren gebrauchtes wort bezeichnen. das ist der zutreffende ausdruck dafür, dasz weidlich zur zeit des sturms und drangs eine neubelebung aus obd. mundart erfahren hat, in der es bis heute lebt: Martin-Lienhart els. 2, 792a; Henry colm. 237; Mankel münstert. 169; Kaiser Todtmoos (1910) 25; Stalder schweiz. 2, 442; aarg. Frommanns d. mundarten 5, 257; aus Bregenz das. 6, 118; aus Öhringen das. 3, 534; Schmid schwäb. 522; Schmeller bair. 2 2, 854; cimbr. 174; Unger-Khull steir. 625a. Auerbach kennt das wort aus seiner heimath im württ. Schwarzwald, meint es aber nhd. lesern deuten zu müssen: die mutter hatte es vollkommen getroffen, wenn sie nach dem landesüblichen ausdrucke sagte: mein Alban ist ein waidlicher bursch, denn mit waidlich bezeichnet man das hurtige wie das jugendfrische dorfgesch. 4, 23. die form. 11) weidenlich gilt obd. vom ende des 13. bis nach mitte des 16. jahrh.: Reinfr. v. Braunschw. 5603 Bartsch; Lindener rastbüchl. 47 Bolte. sie ist alem.: Egenolf Peter v. Staufenberg 551 Jänicke; Rost v. Sarnen Heidelb. liederhs. 949 Pfaff; Suso 14, 20 Bihlmeyer; Terenz (Str. 1499) 43b, schwäb.: J. v. Würzburg Wilhelm 7819 Regel; Lirer alte schwäb. gesch. b 2b; städtechr. 5, 249, bair./östr.: Hadamar v. Laber 28; Vintler blume d. tug. 8559; Sterzinger spiele 15, 123 Zingerle, und ostfränk.: städtechr. 3, 361; Stainhöwel cl. mul. 270; fastn. 401, 20 Keller u. ö.; Thomas v. Absberg 196; Cochläus trag. J. Hussen 29 neudr. diese verbreitung stimmt nach zeit und raum zu der des verb. weidnen, s. u. 22) weidelich ist mhd. die häufigste form, zuerst B. v. Holle Crane 3497 und K. v. Würzburg Parten. 6544, zuletzt Waissel chron. (1599) 214a. sie herrscht md. von ost bis west: H. v. Freiberg Trist. 1135 Bernt; Leipz. märchenhs. des 15. jahrh. bei Haupt altd. bl. 1, 157; Ködiz v. Saalfeld leben d. heil. Ludwig 93, 29 Rückert; Stolle thür. chr. 88 Thiele; Wig. Gerstenberg chron. 162 Diemar; Alberus fab. (1534) 21, 391 neudr.; rheinl. voc. bei Diefenbach gloss. 545b; n. gloss. 21; Scheidt grob. 2844 neudr., später auch am Oberrhein: Brant narrensch. druck N zu 111, 22 Zarncke; Terenz (Str. 1499) 143a; Murner geuchm. 1506 Uhl, sodann bei hd. schreibenden Nd. n.: Oldecop chron. 128. 141 Euling; satiren u. pasqu. 1, 60 Schade. 33) eine mnd. nebenform weyderlik Schiller-Lübben 5, 654 (aus e. Bremer gebetb. des 15. jahrh.) erklärt sich wie mnd. schedderlik neben schedelik das. 4, 58. einschub eines t (wie in gelegentlich, ordentlich, wesentlich) bleibt selten: bescheidentlich, weidentlich Lehman flor. pol. 3, 31; weidentlich Westenrieder (1816) 660. die nebenformen weidiglich schriften f. schlesw.-holst. kirchengesch. 2 ii 211 (aus Tönning 1608), weidachti(g) Klein prov.-wb. 2, 229 (aus d. bair. wald) spielen kaum eine rolle. 44) weidlich ist die nhd. normalform geworden. sie ist vor Luther ganz selten: Schernberg spiel v. frau Jutten 48 Schröder; Terenz (Str. 1499) 76a; Keisersberg bilg. 37a, aber früh die regel in Wittenberger Lutherdrucken: 15, 622. 18. 268. 28, 137. 30 ii 369. 32, 443 Weim. Luthers anhänger und landsleute schreiben und drucken so: Rörer bei Luther 32, 161 Weim.; Sachs 9, 80. 17, 35. 21, 68 Keller-Götze; M. Agricola musica instr. 124; Rebhun hochz. zu Cana 3, 327 Palm, Waldis Esopus 1, 17 v. 96; 1, 48 v. 22; 2, 22 v. 31 Kurz; Alberus fab. (1550) 44, 81 neudr.; Flacius Lucifers sendbr. B 3a. obd. setzt sich die form durch seit Pauli schimpf u. ernst 360 Österley; Zwingli 2, 149. 169 Egli; Hedio chron. germ. K 2b; Schaidenreisser Od. 111, 31 Weidling; J. Ruf des herrn weing. 886. 1549. 2497 Bächtold; H. R. Manuel weinsp. 628 neudr.; Wickram 6, 103 Bolte. seitdem ist weidlich die häufigste von allen formen. 55) die schreibung waidlich tritt zuerst 1519 auf: Uhlands volksl. 181, 16. sie ist, wie die entspr. schreibung von weiden v., wesentlich bair./östr.: Rösch v. Geroldshausen wunschspr. 152 Fischnaler; Nas antipap. eins u. hundert 1, 5b; erzh. Ferdinand spec. 7 neudr.; Albertinus zeitk. 56b, doch auch in Augsburger und Ulmer drucken verbreitet: Luther 10 iii 240 Weim.; Schaidenreisser Od. 38, 10 Weidling; Frank chron. Germ. 172a; moriae encom. 55a, seltener alem.: Fischart glückh. schiff 666; kehrab 294 neudr.; Rompler v. Löwenhalt reimget., vorr. 5 und ostfränk.: Sachs 22, 494 Keller-Götze; Götz v. Berlichingen 45 neudr.; Fischer-Tümpel kirchenl. 1, 151. hier überall zeigt die schreibung, dasz altes ei von î durch offnere aussprache geschieden war. wenn dagegen Arndt briefe an freunde 8, 70; erinn. 359; ged. 139 und nach ihm Treitschke d. gesch. 2 292. 386 waidlich schreiben, so ist ihnen der zus.-hang mit waidmann, -werk lebendig. 66) Lanckischs bibelconc. (1677) ordnet weidlich neben weide 'salix' 70 spalten vor weyde 'pascua' ein und beweist damit den mangel etym. bewusztseins. die schreibung weydlich, die man nach dem sp. 541 und 562 gesagten im 17./18. jahrh. als norm erwarten sollte, begegnet zwischen 1512 (Keisersberg bilg. 162b) und 1751 (Heppe aufr. lehrpr. 247) nur 70 mal in absichtlosem wechsel mit weidlich, kaum je bei theoretikern. bedeutung. auszugehen ist von der bed. 'jagdgemäsz': habich und sperber und sogetone krimende oder weideliche vögel die zuo weidewerck gehören Sachsensp. 3, 48 glosse, jagst du under stunden? nein, daʒ laʒ ich beliben ... des gan ich junc und alten und ouch verhœren weidenlichiu mære Hadamar v. Laber 45; kanstu mir des ützit gesagen, so wil ich dich für ein weidelichen knappen haben Uhlands volksl. 1 str. 3; in str. 5 entspricht jegerlich. die entspr. bed. gilt bei geweidlich th. 4 ii 5432 noch 1649. weidlich wird gel. noch nach ende des 17. jahrh. von jagd und jagdthieren gebraucht: der graf ... läszt sich mit horn und hunden weidlich hören Hoffmannswaldau heldenbr. 133; die schöne jagd, so weidlich war sie nicht auf deutschem boden Klinger Otto 10 neudr.; denn er war auch ein weidlicher spürhund (ἴχνεσι γὰρ περιῄθη) Voss Od. (1781) 17, 317; der mann ... hat wieder einen weidlichen hasen geschickt Bürger briefe 1 nr. 54 Strodtmann. eine erinnerung an den ursprung des worts ist dabei nicht mehr vorhanden: weidlich, welches so viel als wacker oder brav heiszet Döbel n. jägerpract. 4, 25, vielmehr ist weidlich schon seit dem 14. jahrh. in derselben richtung entwickelt, wie jägerlich th. 4 ii 2222: der wehrhafte, körperlich behende, seines auftretens sichere jäger steigt zum ideal des mannes in seiner äuszeren erscheinung: Wildehelm berait sich mit sim gesinde waidenlich nach siten der welt Joh. v. Würzburg Wilh. 9198 Regel; da inne sasz under den andren ein weidenlicher kneht, der truog hofflichú kleider ane Suso 149 Bihlmeyer; (wärest du bei unserm turnier gewesen) inde heyddes de weydelichgen rytter inde kneychte alle geseyn, de day wayren privatbr. d. mittelalt. 1, 8 Steinhausen. für den ursprung des wortes bleibt bezeichnend, dasz es allein unter seinesgleichen später von frauen- als von männerschönheit gebraucht wird: ir rock waidenliche waʒ an iren zarten lib gesnitten nach waidenlichen sitten liedersaal 1, 142, 568 Laszberg; ir corpus, ir gelider so hübsch und waidenlich gestalt daʒ klüger bild nie ward gemalt 382, 253. hier wie in der weiteren entwicklung tritt prädicativer gebrauch kaum je hervor: als ich jung war und waidlich, da hatt' ich ein kind Arndt ged. 312. auch die steigerungsformen spielen eine geringe rolle: wer am waidlichsten sauffen ... kan, der ist der aller feinst mann Albertinus de conviv. 35a; nicht fröhlicher, weidlicher, kühner schwang vormals der braune Sabiner mit männlicher freyheit den hut Hagedorn 3, 147. subst. gebrauch ist überhaupt nicht belegt, so dasz sich die entwicklung wesentlich im attr. adj. und adverb vollzieht. II. das attr. adj. ist in seinen gebrauchsweisen ziemlich starr. I@AA. an die grundbed. knüpft weidlich als attr. von thieren an: den morgen thet er Reynharts braunen, das weydlich pferdt daher furen Aymon b 2; Deutschland ist wie ein schöner waidlicher hengst, der futter und alles gnug hat, und fehlt im nur an einem guten reuter Henisch 684, 43; das ein solcher groszer weydlicher hund so faul sein solt Eppendorf Plinius 8, 74; aber Alkinoos gab zwölf weidliche schafe zum opfer Voss Od. 8, 59; weidliche stiere zu schmücken folget in's weihgeheg' R. Wagner 2, 204. I@BB. viel häufiger steht weidlich als attr. von menschen. I@B@11) vom mann gebraucht steht das bed.-element der wehrhaftigkeit in älterer sprache voran: (mancher führt kriege) das er so ein weydlicher man sey und angesehen werde Luther 19, 658 Weim.; von den ackerleutten werden geboren kuene, weydliche helden Agricola 750 sprichw. Q 8a; ein weydlicher kriegszmann und gelerter fürst Frank weltb. (1542) 61b; das ist ein weidlicher bruoder im feld Sleidan reden 102 Böhmer; weidlich robustus, vir militaris Spangenberg adelssp. 1, 413. noch im sinn der grundbed. ist es, wenn das bed.-element der thatkraft und geistesgegenwart bes. hervortritt: sydmal ich aber davor des weidlichen diener gottes Martini Luters gedacht hab Zwingli 2, 144 Egli; praesens animus ein weydlicher odder endlich man Franck sprichw. (1545) 1, 13b; weidliche handtetige männer Schütz hist. rer. Pruss. 1 C 4d. von da entwickelt sich weidlich in zwei richtungen. I@B@1@aa) es wird zum allg. lob des 'rechten kerls': es war auch ein man ... mit namen Boas, der war ein weidlicher man Ruth 2, 1; waz wilt ir schicken, damit sie dich für ein weydlichen man, nit für ein küssenpfenning achten? Wirsung Calistus q 4; also wise er in zuo einem wirt, den hett alle welt für ein frumen und weidlichen man Wickram 2, 249 Bolte; es wohnte aber eine stunde von Waldstätt ein weidlicher kaufmann Jung-Stilling 1, 230, früh auch ironisch gewendet: gar ein feiner, weidlicher tyrann Luther 19, 416 Weim.; ein weidlicher hach und ein weltkind Mathesius hochzeitpr. 78, 31 Lösche; du bist gwüszlich ein weydlich man, nach dem, als du mich sur gsichst an H. R. Manuel weinsp. 628 neudr. I@B@1@bb) weidlich richtet sich auf körperliche stattlichkeit: ein weidenlich wolgestalter knab gesta Roman. 62 Keller; ein student, der war ein weydlicher, starcker und langer gesell Schumann nachtb. 221 Bolte; es kost disz göttelkindlein manchen feinen Abbezellerchnaben, und manch weydlichen pfettern Garg. 167 neudr. I@B@22) erst von hier aus wird übertragung auf die frau möglich, von der es 'schön, stattlich' bedeutet: genad, ain freulin waidelich O. v. Wolkenstein 20, 4 Schatz; jungfraw! ir sint edele, ir sint ein weidelich wip Uhlands volksl. 36, 7; ja, mir gefelt die weidlich dirn Sachs 7, 151 Keller; heroides ... herrliche und weidliche frawen Calepinus XI ling. 647a. ironischer klang ist auch hier möglich: darzuo hat er sich geförcht diser weidlichen metzen unbillich zethuon Boltz Terenz (1539) 15a; sie war eine weidliche frau, klug und sparsam, oder vielmehr genau Kortum Jobsiade 1, 35. I@B@33) von einer mehrheit von menschen gebraucht bed. weidlich 'rüstig': synt vroim lude ind starck, ind rydend zo samen mit groiszen weydeligen schairen orientreise des 15. jahrh., zs. f. d. phil. 19, 18; Galmy ... mit einer weydlichen gesellschafft zuo Vannes auszreyt Wickram 1, 108 Bolte; wo findt man by uns mer, die springen, steinstoszen, louffen, anders me, das man byn alten vor hat gse? drumb warend es gar weydlich lüt H. R. Manuel weinsp. 3300 neudr.; Fortuna sucht ein weidliches geschlecht Immermann 15, 388 Hempel. I@CC. als attr. unpersönlicher nomina steht weidlich zuerst im 14. jahrh.: mir trombt ain waidenlicher trom liedersaal 1, 131 Laszberg. meist sind es sichtbare objecte, in der landschaft: by synen tyden ... was ene ververlich ertbevynge, dar weydelike stede, sloete, dorpe gans vergengen münst. chron. 1, 131 Ficker; lieben herren sehent, was weydliches schlosz Aymont a 6b; kam ich einsmals in einen groszen weidlichen ungehewren wald engl. comed. (1624) M 2b; was, halbträumender, sinnst du im gras an dem weidlichen birnbaum? Voss 2, 202, oder auch ganz allg. optische eindrücke: steh, Grieche, steh, du bist ein weidlich ziel (thou art a goodly mark) Shakespeare Troilus 5, 6; der noch gelbschnablichten jugend ziemt ein weidlicher sprung, man kälbere, weil man ein kalb ist Voss Luise (1825) 3, 1, 543; (der fuchs lauscht) waidlichem schritt edeler hirsche Arndt ged. 348; ein weidlicher blick (anblick ist) der gestreckte feind Klinger n. theater 1, 257. sodann hörbares: es sthen gar grosze weidliche lugen drinnen Luther 27, 21 Weim.; (ein vorwurf, mit dem) man dann gemeyniklichen alle weydliche und ehrliche fürschleg pflegt zuo verhindern Micyllus Tacitus (1535) 215b; ein weidliches pereat Sintenis Max Wind und cons. (1780) 472; es erscholl ein weidliches gelächter Langbein 6 (1841) 279; du sollst meinen söhnen auch lustige und waidliche geschichten erzählen Arndt mährchen 1, 103, ferner eindrücke, die durch gefühl und geschmack wahrgenommen werden: (zur schönen frau gehören) zwai diechlin waidelicher hitz O. v. Wolkenstein 66, 21 Schatz; auf diese ... folgte ein weidliches trinkgelag Bode Th. Jones 4, 329; so mich euer fürwitz noch eine viertelstunde länger ungehindert gelassen, könnt' ich euch zu einem weidlichen bissen sauwildbret einladen Scheffel Ekkeh. 77. selten ist weidlich attr. von übersinnlichem: de zele leet he vorroten unde achtet dat weydelyke bylde godes nicht gebetbüchl. (Lübeck 1485) C c 7; ey das dich der lieb Jesus bhüt wie tregstu so eyn weydlich gmüt Wickram 4, 66 Bolte; einen scharfen und weidlichen verstand, der nicht tölpisch noch bewrisch ist Leonhart H. Schotens vita honesta (1613) 13; der nordteutsche sinn an sich ist schon streng und spröd, despotisch angestrengt ist er dem waidlichen südteutschen noch viel fremder geworden Arndt geist d. zeit (1806) 315; Christian ... beschlosz sich einen weidlichen mut anzutrinken Ilg brüder Moor (1912) 6. IIII. das adverb ist freier, breiter und mannichfacher entwickelt. II@AA. auf das thun eines thiers angewendet bed. es erst 'muthig', dann 'tüchtig'. von der grundbed. her erklärt sich, dasz weidlich zumeist vom hund gebraucht wird: (ein jäger) thet jn (seinen hund) auf den hasen hetzen, das er solt weydlich an jn setzen Waldis Esopus 1, 22, 4 Kurz; otterhund, die beiszen sich weydlich mit dem otter Sebiz feldb. 576; indesz er weidlich boll Lohenstein Armin. 2, 1486a; hätte er ihn doch eben so leicht ... von dem bullenbeiszer weidlich können zerzausen lassen Liscow samml. sat. schr. 105. im kreise der jagd bleiben auch: gefährlich war die jagd mit diesen wilden säuen: sie wehreten sich steif, sie liefen weidlich an lieder des 30 jähr. kr. 279, 73 Opel u. Cohn; so soll man es (ein pferd) weydlich lauffen lassen, bisz es wol erwarmet Tabernaemontanus (1664) 587; das pferd fieng weidlich an zu treten für ungedult Claudius Asmus 1/2, 153; fallen fünf wölf in die heerd' und packten weidlich an Göthe I 8, 23 Weim. selten wird diese sphäre verlassen: eine dicke ... kleiderlausz ... tummelte sich oben gegen den schuldern weidlich Kirchhof 2, 78 Österley; wil die warheit nit verhälen, nirgend besser blumen sein: dorten wollet waidlich stehlen (ihr bienen), rauben, klauben honig ein Spee trutznacht. 102; krummschnabel frech ... tummelt sich weidlich bei der zech Arnim 21, 263 Grimm; im frühjahr haben die hasen dem roggengras weidlich zugesprochen Kotzebue 2, 40. dabei kann anlehnung an weide 'pascua' im spiel sein: wer kennt das thal mit grüner au ... wo fette herden weidlich springen? Hegner (1828) 261. zum folgenden leitet über weidlich gebraucht von thieren, deren thun menschlich gedacht wird: damit er denn mein geschlecht weidlich hat bethört Reinicke Fuchs (1650) 43; (der fuchs schlägt dem hasen vor:) i machə dir's meidli d' chrä gigət is weidli deutsche mundarten 1, 298 Frommann. II@BB. viel häufiger steht das adverb vom menschen. nur unter bes. umständen bestimmt es ein leiden: sie hätte meinen schäfer-stock weidlich kosten sollen Chr. Weise Jacobs dopp. heirat 170; selbst die groszen der welt muszten für ihre einfalt weidlich büszen neuest. a. d. anm. gelehrs. 1, 520 Gottsched; einer von unsern edelleuten, welcher gar weidlich vom podagra mitgenommen ward Bode Montaigne 1, 34; ich bin weidlich geschunden, und doch freut michs Göthe IV 3, 78 Weim. in der masse der fälle ist das adv. weidlich bestimmung menschlichen thuns. II@B@11) in der regel ist es ein körperliches thun, diese verwendung steht auch zeitlich voran: wiltu schande dich her weren, so soltu waidenlichen zern din gut liedersaal 1, 572, 478 Lassberg. von den synonymen, denen es hier am nächsten kommt, unterscheidet sich weidlich dadurch, dasz es von haus aus keinen ethischen inhalt hat, doch kann es nachmals mit wacker, tüchtig, gehörig geradezu vertauscht werden: die ihre beutel weidlich gespickt hatten westf. Robinsons (1748) 156; ihr habt mich weidlich schwitzen machen Göthe I 4, 66 Weim.; sie hatten ihre gemeindewälder weidlich ausgehauen Riehl d. arbeit 271. gegen sehr enthält weidlich mehr gesinnung und bleibt farbiger: der ander ... hett zur besoldung monats sechsz gülden, sparet aber weydlich Kirchhof wendunm. 1, 133 Österley. II@B@1@aa) dem ursprungsbereich nahe bleibt weidlich in der häufigen anwendung auf kampf und krieg: yn solchem streit hat er auch widdersacher gehabt, die sich weidlich geweret haben Luther 23, 656 Weim.; wie sie in kriegsrüstung sich wider Hannibal weidlich und redlich erzeigt Petrarcha trostb. 93b; keiner soll bleiben unbegabt, der sich an feind nur weidlich wagt Rollenhagen froschm. Yy 2a; die Rugianer ... haben sich in Pommern warlich weydlich herumb geworffen Micrälius a. Pommerland 1, 34; fiel er dem Juden mörderisch in den bart, zausete ihn weidlich, risz ihn zu boden Musäus volksm. 1, 22 Hempel; eine festung, die ... die priestercolonien ... stromab weidlich gefährden mochte Ritter erdk. 1, 617. eine stufe niederer steht weidlich als bestimmung von schlagen und seinen synonymen: der pfaff schlug weidlich zu Fischart Eulensp. 5116 Hauffen; die diener ... zerklopften ihm die hände weidlich Olearius pers. baumg. 69; Brounia, Juditha, was eine engelländische quäckerin, ward aber ... auf einen wagen gesetzet, mit ruthen weidlich gestrichen Amaranthes frauenz.-lex. 266; daher er sie ... mit der ofengabel ... weidlich durchdrosch Göthe I 22, 114 Weim. auch figürlicher gebrauch ist hier möglich: der putz unserer weiber ist die zuchtruthe, womit wir weidlich gestäupet werden Möser 1, 154 Abeken. II@B@1@bb) von körperlicher bewegung steht weidlich von alters in ernst und scherz: wir wellen tanzen waideleich fastnachtsp. 403 Keller; das yhr gar wedlich daumelt Luther 23, 643 Weim.; Gernier ... welcher sich den tag auch weydlich gedummelt hat Wickram 1, 268 Bolte; manch franzosch cavalier folgete dem hasen-panier und rissen weidlich aus lieder d. 30 jähr. kr. 166 Opel-Cohn: dasz meister Martins bauch weidlich wackelte E. Th. A. Hoffmann 7, 166 Grisebach. wenn hier das verb den sinn einer raschen bewegung enthält, kann weidlich aus seiner allg. steigernden bed. in die von 'schnell' übertreten: diffugere ... weidlich lauffen oder fliehen gemma gemm. (Hagenau 1512) b 4b; weidlich oder redlich gon, eylen Frisius dict. (1556) 1067a; dasz sie weidlich lauffen und rennen müssen Heyden Plinius (1565) 220. diese bed. ist für das alem./schwäb. seit 1697 ausdrücklich bezeugt: weidlich, schnell Dentzler clavis 2, 345; weidle, waidle, geschwind. z. e. geh weidle, waidle fort Klein prov.-wb. 2, 229 aus Württemberg; weidlig adv. hurtig, schnell (allg.) Stalder 2, 442; weidlich behend Schmid schwäb. 522; wailə 'schnell' mündlich aus Bleibach und Oberglotterthal im Breisgau, waidli aus dem bad. oberland und Schwarzwald. in mundartl. dichtung des gebiets kehrt die bed. wider: der lieb gott het zum winter gseit: deck weidli zu, was übrig ist Hebel 2, 233 Behaghel; meidel, meidel, meidel, wacker rum, weidl, weidl, weidl um und um gesellschaftsl. 168, 1 Hoffmann; ach, Fridli, du muest chlei weidliger goh, din wib und kind sie schreien dir noh schweiz. volksl. 1, 106 Tobler. in nhd. prosa ist sie selten eingedrungen: die andern sprangen alle weidlich davon: nur der Knöpfleschwab blieb und half Aurbacher volksb. (1835) 228; so gang, Madlee, weidlich in den keller! hol ein krüglein Reggenhager Burte Wiltfeber 81. II@B@1@cc) von der nahrungsaufnahme steht weidlich seit mitte des 16. jahrh.: es ist ein alt herbrochter sitt, wer weidlich iszt, den hungert nit Scheidt grob. 3008 neudr.; (der adlige) lag ein tag oder zwölffe in der herberg, lud gäste, und dempffet weidlich Hertzog schiltw. D 4; da erwischte er mich beym confect kasten stehen und weydlich schlecken Albertinus Gusman 120; man soll noch einmal weidlich schmausen bey dem ächter Otto Babo schausp. 135; das pfäfflein, das wuszte sich besser zu hegen, und weidlich am tisch und im bette zu pflegen Bürger 66a; da wir wohl hinter'm ofen saszen, Borsdorfer äpfel weidlich fraszen Göthe I 4, 201 Weim.; so frasz sich der landflüchtige Amrain auch glücklich durch die fernen, und obgleich er nichts groszes mehr wurde, asz und trank er doch irgendwo in der fremde so weidlich wie zu hause G. Keller 4, 162. das trinken ist von anbeginn im übergewicht: sauff weidlich, sprich: der wein ist bon, und trinck dir da ein reuschlin ein Scheidt grob. 2556 neudr.; netz weidlich, es trocknet sich schön Garg. 153 neudr.; sie kamen auch hefftiger aneinander, da in aestu disputandi die gläser weidlich herumgiengen Tentzel unterred. (1689) 238; und wurde da ... Siegfriedens und seiner liebsten gesundheit von zwergen weidlich herum getruncken volksb. v. geh. Siegfried 82 neudr.; das grosze, goldne deckelglas, gefüllet mit tokaier, gosz ihre kehlen weidlich nasz Hölty ged. 26 Halm; nachdem sie ... ihren bauch weidlich voll bier geschlungen hatten Laukhard leben 1, 217; man schmauste tapfer und zechte weidlich dazu Immermann 6, 13 Hempel; setzte sich mit mir an den wirthstisch und trank mir weidlich zu Kerner bilderb. 226. II@B@1@dd) im übergang zu 2) steht weidlich vom reden, zuerst 1521: der ist gt euangelisch, er schilt die pfaffen waidlich Eberlin 1, 195 neudr. auch fortan, kraft seiner steigernden bed., mit vorliebe bei ausdrücken für kräftiges, leidenschaftliches reden, meist im ungünstigen sinn: da viel doch küne genug sein, itzt das maul wieder mich weidlich auffzusperren Pape bettelteufel F 5b; können nichts als weidlich schreien Reinicke Fuchs (1650) 269; sie ihren zorn weidlich ausliesze A. U. v. Braunschweig Oct. 3, 165; er filtzt das glücke weidlich aus Lichtwer fab. 43; auf das leidige und unnöthige gold und silber weidlich loszuziehen Wieland Lucian 1, 332; nachdem sie weidlich beinahe das ganze fischweiberlexikon geplündert haben Görres 1, 14; unterwegs wurde ein grobes brot verzehrt und dabei gegen mich weidlich geprahlt Hebbel tageb. 2, 230; mit der waffe in der hand für deinen gott einzustehen, für den du so weidlich zu schimpfen weiszt G. Keller 2, 244. selten steht weidlich als bestimmung warmer fürsprache und von beifälligem reden: es ist bösz kirschen mit königen essen, wer ir huld behalten wil, muosz weydlich ja herr sagen können Petrarcha trostb. 46b; niemand will, dasz von seines landes ... verfassung öffentlich geurtheilt werde, es müszte denn etwan nur weidlich gelobt werden Nicolai reise 1, XIII; Zimmermann hat euch weidlich gepriesen Göthe IV 2, 298 Weim.; er hätte gern gehabt, sie möchte ihm weidlich mit ... bitten zusetzen Auerbach 11, 59. II@B@22) geistiges thun des menschen bestimmt weidlich verhältniszmäszig spät und selten. im übergang stehen wendungen aus der körperlichen welt, die ins geistige umgedeutet sind: darüber werden denn die leute in einander gehetzt, und lassen sich ... etwan gute gesellen, das redlein weidlich zu treiben, gebrauchen C. Spangenberg mansf. chron. 17a; gewisz, ihr habt mit rath und that weidlich geschoben an dem rad lieder d. 30 jähr. kr. 181, 64 Opel u. Cohn; weil die welt ohne dasz die geistlichen mehr als alzuviel weis durch die hechel zu zihen und ihren bart und kopf weidlich zu waschen Reinicke Fuchs (1650) 268; da dann der pabst und die clerisey das feuer weidlich auffblasen halffen Arnold kirchen- u. ketzerhist. 2, 22b; worin ihm denn freilich sein herr und meister (Newton) weidlich vorgegangen Göthe II 4, 197 Weim. vorbereitend hat auch hier wider geistlicher gebrauch gewirkt: die aposteln haben esz (das wort) weidlich getriben Luther 32, 60 Weim.; wann du fromb sein wilt und weidlich beten Montanus 25 Bolte; (die phlegmatische seele) beiszet weidlich an an die grewel der welt J. Böhme (1620) 4, 225. dem wortgebrauch der körperlichen sphäre nahe steht der von geistigen kämpfen: die beyden universitäten zu Straszburg rieben sich weidlich über Luthers schiffarth Bode Tr. Schandi 4, 53; ein gedanke ... der den doktor Paulus weidlich schlagen musz Hauff 7, 37 Hempel; die andern fielen dagegen gar weidlich über diese her, verfochten die religion Eichendorff 2, 219; wie es nach den zeitungen scheint, so haben sie sich und andre wieder weidlich geärgert Roon bei Bismarck ged. u. erinn. 2, 171 volksausg. auch literarische thätigkeit bleibt gern im bereich des kampfs: gedenck nun weydlich widder die lutherischen zu schreiben Alberus w. Jörg Witzeln K 8b; ein von der Klotzischen kunstrichterey weidlich ausgepfiffner übersetzer Gerstenberg d. lit.-denkm. 128, 309; wäre ich ein recensent, so würde ich ihre schriften weidlich herunterhunzen E. Th. A. Hoffmann 13, 91 Grisebach. vereinzelt steht weidlich als bestimmung geistiger arbeit: so ier weidlich wend studieren, dörffend ier mier nütz zgen Th. Platter 32 Boos, und seelischer genüsse: Bölling ... hat an der erscheinung seines freundes sich weidlich gelabet Elis. Göthe schr. d. Götheges. 1, 40, vom walten eines gefühls: wenn so einen denn die liebe weidlich hudelt Göthe I 9, 44 Weim., und von charakterentwicklung: sie hatten im guten wie im bösen ihren charakter weidlich ausgebildet Heine 1, 488 Elster. früher und häufiger steht weidlich bei verwerflichem thun, einem irren und täuschen: aber er feylet auch gar weydlich und leufft getrost an Luther 19, 204 Weim.; hettet yhr uns nicht weidelich betrogen 23, 116, lästern und verhetzen: dar he (Luther) dem elichen stande weidelich und untuchtich in de wulle gript Oldecop chron. 471 Euling; da hetzt sie doctor Stoltz weidlich an, ein ursach von eim zaum zuoreiszen Kirchhof wendunm. 1, 44 Österley, lügen und vexieren: weistu nicht, wie ich so weidtlich log ... halffestu doch dasselbig mahl auch weidlich darzu Ayrer proc. 150; reicht man mir pasteyten und läszt mir das maul nicht frey, sagt mir, ob nicht dieses sey einen weydlich reiten? Dach 793 Österley, verläumden und zanken: man müste die lehre dieser europäischen priester nur weidlich durchhecheln und verspotten Happel akad. roman 420; vor zeiten hatten ... die lutherischen und reformirten ... weidlich mit einander gehadert Nicolai Nothanker 2, 97. II@CC. von übermenschlichen wesen steht weidlich, wenn sie menschlich handelnd gedacht sind: darauff trasch weidlich Lachesis Scheidt fröhl. heimfart J 4a; damit wird die welt betrogen, und spielet der teuffel sein fastnacht-spiel weidlich Prätorius saturn. 160; deinen saal füllten wir (die walküren) weidlich: viele schon führt' ich dir zu R. Wagner 6, 39.
30872 Zeichen · 708 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    weidlichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    weidlich , Adj. Vw.: s. weidenlich

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weidlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Weidlich , -er, -ste, adj. & adv. ein nur im Scherze, oder den vertraulichen Sprecharten übliches Wort. 1. Tapfer, stark…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    weidlich

    Goethe-Wörterbuch

    weidlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    weidlich

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    weidlich , wei d lich , weiglich [waitlik S. O.; daneben öfter auch die verkürzte Form waitli bis Bf. , früher auch in S…

  5. Spezial
    weidlich

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    weidlich как следует, основательно, по первое число идиом. j-n weidlich ausnutzen - основательно кого-л. использовать; и…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weidlich

4 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von weidlich

weid + -lich

weidlich leitet sich vom Lemma weid ab mit Suffix -lich.

weidlich‑ als Erstglied (2 von 2)

weidlichkeit

DWB

weidlich·keit

weidlichkeit , f. rüstigkeit, bei Arndt : seine ( des französ. studenten ) kümmerlichkeit hat im guten und bösen mit der germanischen weidli…

weidlich als Zweitglied (1 von 1)

überweidlich

Idiotikon

überweidlich Band 15, Spalte 533 überweidlich 15,533

Ableitungen von weidlich (1 von 1)

geweidlich

DWB

geweidlich , gewaidlich , adj. , verstärkte form zu weidelich, weidlich ( s. d. ). zu rechter gewaidlicher zeit und weil jagen, und nit wan …