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weibsen

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weibsen n.

Bd. 28, Sp. 447
weibsen, n. aus weib(e)sname wie mannsen aus mann(e)sname th. 6, 1582. 1604, rübsen aus rübsame th. 8, 1340. mhd. wîbes name mhd. wb. 2 i 306 f.; Lexer 2, 31. 3, 923, entspr. formen bis ins 17. jahrh.: wîbisnami rechtsb. d. st. Mühlhausen 10 Förstemann; wîbsnam pass. 76, 19 Hahn; weibisnam Görlitzer stat. (1434) script. rer. lusat. 1, 395; weibsnamen Gilhusius gramm. 109; weibs nam Guler v. Weineck Rätia (1616) 161b. auszer in mundartl. bestimmter rede (weibsnamen Rosegger 14, 119) herrscht weibsen seit Prätorius anthr. plut. 1 (1666) 268 uneingeschränkt im ganzen sing. und plur. selten ein gen. sing. weibsens Bode Th. Jones 1, 51 und nom. plur. weibser Chr. Reuter ehrl. frau 17 neudr. in ostmd. mundart, wo die verschmelzung und abschwächung zu haus ist, behauptet sich neben vorherrschender zweisilbiger form (weibsen Albrecht leipz. 234; waibsn Hertel thür. 255 aus Altenburg; waibs Gerbet vogtl. § 206, 2; weibszen Bernd Posen 348) auch dreisilbigkeit: wíwesen Hertel aus Nordhausen; wiibeszen M. Schultze nordthür. 46; weiwesen Jecht mansf. 123; weibesen Bruns prov. Sachsen 26. verbreitet ist das wort wesentlich im md. gebiet, in alter zeit über den heutigen mundartl. befund hinaus auch in dessen westen (Wig. Gerstenberg chron. 74 Diemar) und süden (U. v. Eschenbach Wilhelm v. Wenden 4017; städtechron. 1, 374 aus Nürnberg 1427; Schmeller 2, 831 aus Bayreuth 1724). theoretiker des 18. jahrh. nennen es ausdrücklich obersächs.: in Leipzig mannsen und weibsen Schwabe belust. 4, 424; da man in Sachsen von dem worte weib auch weibsen gemacht hat Stosch 3, 184; in Sachsen im gemeinen leben Heynatz antibarb. 2, 619. aus ostmd. mundart ist es weitergedrungen: Wickram 8, 37. 56. 89 braucht weibesnamen, soweit er Albr. v. Halberstadt widergibt, Wieland brief an Merck 12. apr. 1778 erst in Weimar. selten bei Obd. (Ayrenhoff 5, 355; Bauernfeld 1, 222; Steub drei sommer 1, 179; Keller 3, 100) und Ndd. (Hennenberger preusz. landt. 477; Möser 244; Claudius Asmus 4, 28; Lenz 1, 89; Arndt 1, 86 Rösch). das genus ist masc., so lange die bez. zu name bewuszt bleibt, der übergang zum neutr. wird aber gerade schon in der frühen zeit vorbereitet, da die zus.-setzung noch nicht vollzogen ist: in junges wîbes name, ich armes wîbes nam können junges, armes als gen. masc. gemeint sein, aber nachmals als nom. neutr. verstanden werden, nachdem pluralische und fügungen mit unbest. artikel das urspr. genus verdunkelt haben. klares neutr. ist schon an der mhd. form entwickelt: (si) strafte daʒ wîbes nam pass. 377, 3 Hahn; Waissel chron. preusz. hist. 159a; Irenius Leipz. student 1, 95; Göckingk in Bürgers briefen 2, 41 Strodtmann; K. Lessing mätr. 83; Kotzebue 13, 264; H. v. Kleist 2, 217; O. Ludwig 3, 15. so allein bei den theoretikern von Rädlein 1, 1039 bis Weigand syn. 3, 1105. pronomina des folgenden satzes nehmen weibsen mit fem. auf: ist ys abir eyn wybes namyn, so lege yr eyne czegyne longe uf den hals mitt. d. schl. ges. f. volksk. 13, 26; für ein weibsen, die einem weiter nichts angeht Salzmann Carlsberg2 1, 205; s weibsen rührt viel stob uff mit ihren langen gleedern Albrecht leipz. 234. weibse fem. bucht Unger-Khull steir. 624. der genuswandel hat die etymologie des wortes weiter verdunkelt: Stosch 3, 183 f. sieht darin einen provinzialen plur. von weib, Adelung 5, 124 hält -sen für die endung, noch Schmeller2 1, 1740 zweifelt, das richtige scheint zuerst Bronisch lausitz. magazin 1846, 260 gesehen zu haben. die bedeutung 'nomen mulieris' wird gedeckt durch weibername (s. d.) und greift nur vereinzelt in die bildung mit gen. sing. über: eyn gute christliche frawe, Claus Jungen fraw mit weibs namen Luther 18, 239 Weim.; also hat auch der erste doppelte weibsnahm, welchen Adam ... gegeben, viel in sich Dannhawer cat.-milch 3, 279. indem weibsen von zwei nebenbedeutungen von name ausgeht, ist es wie frauenzimmer bezeichnung einer einzelpersönlichkeit und zugleich collectiv. 11) mhd. name steht in umschreibungen gern für die person selbst (mhd. wb. 2 i 306). von daher wird wîbes name synonym mit wîbes bilde und wîbes lîp. während aber dieses auf das körperliche wesen, jenes auf die erscheinung zielt, richtet wîbes name den blick auf soziale stellung (Kotzenberg man, frouwe, juncfrouwe 73): dô funden si niht wen wîbes namen und arme gesindelehe ... die frauwen geflohen wâren Herbort v. Fritzlar troj. 1576, und auf die sittliche, handelnde oder leidende persönlichkeit: man finde noch guote wîbesnamme, aber wie vil der ist, das weis got R. Merswin neun felsen 43 Schmidt; das ... ein weibes namen die achte thun wolde lassen rechtsdenkm. a. Thüringen 351 Michelsen; liet ein man bi einime wiebisnamin an urin danc rechtsb. d. st. Mühlhausen 8 Förstemann. dabei tritt, wie schon hier, der geschlechtscharakter in den vordergrund: dasz man die weibsen gerne hat, ist wohl sehr natürlich Tieck nov. 12, 70, er wird bes. betont durch die häufige gegenüberstellung von mannsen Prätorius glückstopf 197; winterflucht 245; Claudius a. Herders nachl. 1, 385, und das fördert, neben der entwicklung von weib und s. sippe, die herausbildung eines verächtlichen klanges: dazu ... kenn ich die welt viel zu gut, dasz ich mich aufs wort eines weibsen verlassen sollt' Bode Th. Jones 6, 31, der doch, verglichen mit weibsbild oder gar weibsstück, stets gelind bleibt: dies Lütticher kind (Brémont) hatte bis in seine alten tage eine unverlöschliche neigung für die 'weibsen' Laube 10, 244; du, Romeo Bellmaus, nimmst dich vor den weibsen in acht Freytag 3, 46. 22) von name als umschreibung für die gesammtheit der träger einer benennung (th. 7, 331) kommt weibsen zum sinne 'alles was weib heiszt, weibliches geschlecht': ihr sollt deutlich vernehmen, warum ich nun allem weibsen so spinnefeind bin Fr. Müller 1, 125; verführe das junge mannsvolck nicht weiter zum laufen und das weibsen zur hurerey Göckingk in Bürgers briefw. 2, 41 Strodtmann; der war an schelmerei, das weibsen zu betriegen, von dem papa der lügen das echte conterfei Bürger 20b Bohtz.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weibsen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Weibsen , des -s, plur. ut nom. sing. nur in den niedrigen Sprecharten, eine Person weiblichen Geschlechtes, im Gege…

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Wortbildung

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Zerlegung von weibsen 2 Komponenten

weib+sen

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