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wehmutter

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wehmutter f.

Bd. 28, Sp. 143
wehmutter, f. von den bedeutungselementen, die das wort mutter umfaszt, kann gerade das wichtigste, die eigentliche mutterschaft, verblassen. indem sich dann die sonst möglichen elemente strenger zusammenschlieszen, wird mutter, zumal in bäuerlichen und kleinbürgerlichen verhältnissen, die geehrte ältere frau, die waltende gattin des hausvaters (s. o. 6, 2807). auch in diesem neuen bedeutungskreis können wider die wichtigsten elemente schwinden: in niedriger traulicher sprache ist die anrede mutter weder eine ehrung, noch gilt sie nothwendig der vorsteherin des haushalts, noch auch nur der verheiratheten frau (6, 2808). dafür tritt, nothwendiger als bei dem ähnlich entwickelten muhme, der begriff der waltenden fürsorge ins licht, und in den hierher gehörigen zusammensetzungen bienen-, gast-, käse-, viehmutter ist mutter geradezu 'wärterin'. das legt die neue einschränkung auf die verantwortliche wartung nahe, zu der man von je die ältere, alleinstehende frau verwendete, auf die pflege der gebärenden: nd. ist (nach mündlicher angabe aus Holstein) moder Lürssen u. s. w. schlechthin anrede der hebamme, zusammensetzungen verdeutlichen diesen sinn: bade-, hebe-, kinder-, püppel- und am klarsten wehmutter. 11) die bedeutung 'hebamme' gilt für dieses wort von vornherein ohne schwanken. 1@aa) für obstetrix haben die Germanen keinen einheitlichen namen und auch in deutschen mundarten wechselt die bezeichnung so oft, dasz die Deutschen schon darum die sache erst nach ihrer trennung in stämme durchgeführt haben können. stellt man die alten zeugnisse mit den in den mundarten geltenden worten zusammen, so ergiebt sich ein buntes bild. 1@a@aα) der älteste name ahd. hevianna ist obd. der verbreitetste (s. o. 4 II 715): im 8. jahrh. setzt er in alem. quellen ein und gilt als hebamm schweiz. (Frisius; Maaler; Hunziker 125; schweiz. id. 1, 212 seit 1554), elsäsz. (Martin-Lienhart 1, 35) sowie im bad. oberland uneingeschränkt bis heute. schwäb. gilt hefamm Birlinger 225, bair. hefang Schmeller2 1, 1057 seit 1452, cimbr. höufing, wien. hefamm Hügel 80, tirol. hêfamm Schöpf 253 seit 1518, Frommann 6, 148, steir. hebang, hefang und hebwang Unger-Khull 334, siebenb. heewan sieb. wb. 1, 99, beide aus älterer sprache. ins md. greift hebamme nur im westen über: lothr. hebang Follmann 234, lux. hiewân lux. wb. 179, Rappenau heewam Meisinger 43, Handschuhsheim heiwam Lenz 31, ins nd. sporadisch als junges lehnwort: köln. hevvamm Hönig 76, elberf. hẹwamm Buchrucker 69, holst. hebammsch (nach mündlicher auskunft), saml. hêwamm E. L. Fischer 55, nl. hefamme Oudemans 3, 65. 1@a@bβ) die etymologie, die im zweiten bestandtheil von hevianna ahd. ana 'groszmutter' sieht, kann sich stützen auf hess. elter Weigand5 1, 826, eller Vilmar 90, kinner-, borneller Crecelius 1, 337, sudetisch bdeâle Albrecht 83, siebenbürg. gruisso sieb. wb. 1, 99, preusz. groszmutter Frischbier 1, 256, saml. grôszmutta Fischer 55, vielleicht auch auf hebamme, hebAenckele bei Megiser thesaurus polyglottus (1603) 2, 148f., wo überall worte für 'groszmutter' denselben bedeutungswandel vollzogen haben. 1@a@gγ) parallel gebildet wäre dann das im ersten bestandtheil zu hebamme stimmende hebemutter des nordwestens (s. o. 4 II 720), das nirgends auf hd. gebiet und in lebende mundart reicht: mnl. heve(l)moder Oudemans 3, 112, nl. 1777 hefmoeder Kilian 223, clev. 1477 hevelmoeder Schüren teuthonista 149, köln. hevemoeder Woeste 102, mwestf. heyvemoder Frommann 5, 361, mnd. hevemoder Schiller-Lübben 2, 263. lebendig sind westf. hiəwelsche Woeste 102, in Cronenberg hêfšə Leihener 50, die hevemoder [] voraussetzen. auch hewelsche ist jetzt ausgestorben in Elberfeld Buchrucker 69. 1@a@dδ) gleichfalls vom nordwesten gehen die dem franz. sagefemme nachgebildeten namen aus: nl. vroedvrouw (de vroevrouwe schon bei H. Junius nomenclator (Antw. 1577) 15a) wijzevrouw, aach. wiesfrau Müller-Weitz 261, clev. 1477 wisemoeder Schüren 503, köln. 1507 wijsz moder gemma gemmarum, elberf. wiese moar Buchrucker 69 als wort der älteren mundart, westf. 1379 wîsemôer Woeste 102, nd. 1741 weise mutter Frisch 2, 435c, samländ. klôk frû Fischer 55. die beziehung zum franz. hat schon Frisch erkannt, gewisz spiegelt sich darin eine sachliche förderung, die die geburtshilfe von Frankreich aus erfahren hat. 1@a@eε) ein verhüllender zug macht sich zuerst in den bildungen mit bad- als erstem bestandtheil geltend. nd. ist bademuhme, bei Frisch (1741) 1, 48b als veraltet: helgol. brmem Siebs 203, hamb. bademöhm Richey 368, Rostock 1582 bademöme Chyträus (und vom nd. badmuom 1515 in Paulis hd. Eulenspiegel 5 neudr.), waldeck. bâdmoüm Bauer-Collitz 8. daneben, dort veraltet, bademotter Bauer-Collitz 124, sonst nd. als brmôder lebendig Siebs 203, paderb. bähmoer Grimms märchen 2, 204. dieses bademutter greift über nach Obersachsen Albrecht 83, Posen Bernd 13 und Schlesien oben 1, 1071 aus Schweinichen, dazu Steinbach 2, 94, sowie nach Baiern Schmeller 1, 208, Steiermark Unger-Khull 43 und Kärnten Lexer 194 seit 1437. hierzu wieder sudet. bdeâle Albrecht 83. euphemistisch bis zur undeutlichkeit sind kindermutter in Leipzig Albrecht 146, kindmuhme in Weiszenfels 1680 oben 5, 770, kindfrau in Nassau Kehrein 223, kèngefraiwe in Thüringen Hertel 134, këannfrâ in Oberhessen Crecelius 2, 500, sowie das dortige kinnereller s. o. in gleicher tendenz wird amm aus hebamme in der Wetterau Alberus 1540 wie nach mündlicher angabe heute noch in Darmstadt und Würzburg. ein seltsames saigamm in Neckargemünd bestätigt die glosse: obstetrix seigam des variloquus bei Diefenbach gloss. 390a. alt ist auch henneb. ammefrâ Reinwald 2, 21, Spiesz 7, unterfränk. ammafra, -fräla Ruckert 10, siebenb. ommfræ sieb. wb. 1, 99 seit 1536. die schon im 16. jahrh. vorhandene volksetymologie amtfrâ das. und Kisch Nösner wörter 11 zeigt nebenher, wie früh das hebammenwesen amtlich geregelt war. specielle bezeichnungen wie schweiz. chüechlimueter id. 4, 594 seit 1650, helgol. búntə(r)wîf (d. i. wickelfrau) Siebs 206 geben der hebamme den namen nach einem nebensächlichen theil ihrer thätigkeit, verfahren also auch euphemistisch. die schönste derartige bildung hat doch auf deutschem boden keinen reflex: isl. ljósmóðir Herrmann Island 3, 101. 1@bb) für das wort wehmutter ist in diesem bilde kein platz, nirgends in deutschen mundarten ist es lebendig. 1@b@aα) in dialektwörterbüchern erscheint wehmutter höchstens als deutung des heimischen wortes, so bei Richey (1754) 368, Müller-Weitz Aachen (1836) 261, Spiesz Henneb. (1881) 7. auch die gebrüder Grimm deuten jenes bähmoer mit wehmutter. in nhd. wörterbüchern nicht vor Alberus 1540 und seit ihm auffallend häufig mit der unter weh, wehklage(n), wehmuth, wehmüthig als kanzleimäszig erkannten schreibung wehe-, also recht sichtbar als schriftwort: obstetrix amm, wehemuotter Alberus dict. m 1b; wehemutter, obstetrix Stieler 41; obstetrix ... hebamme, wehemutter Dentzler clavis (Basel 1697) 512; wehe-mutter Amaranthes frauenzimmerlex. (1715) 274 neben wehmutter 1044; wehemutter, bademutter oder hebamme a midwife. eine wehemutter, die der rechten wehemutter stelle vertritt, a midwife's deputy Ludwig (1716) 2413; an etlichen orten ist amme so viel als eine wehe-mutter, oder (wie andere reden) eine kindfrau, an etlichen orten heiszt es nur eine säug-amme J. H. Seume kl. teutsches lexicon (1731) 11; wehemütter werden sonst auch hebammen, oder bademütter genennet J. H. Hermann allg. teutsch-jurist. lexicon (1739) 1, 749; die wehemutter B. D. v. Scharffenberg kurzgef. orth. lexicon (Chemnitz 1746) 190. die schreibung wehmutter wird in den wörterbüchern erst spät durchgeführt: Hederich (1729) 2616; Steinbach (1734) 2, 95; Hayme jurist. lex. (1738) 1318; J. H. Hermann (1741) 2, 57; Frisch 1, 23c; 2, 429b; Nieremberger (1753); Adelung (1801) 4, 1437; Campe 5, 628; Meynier teutsch-franz. handwb. (1802) 2924. [] 1@b@bβ) diese verbreitung und schreibung legen den verdacht nahe, dasz wehmutter gerade als wort der nhd. schriftsprache zuletzt auf Luther zurückgeht, vor dem es völlig fehlt. ihm ist hebamme fremd, von sich aus sagt er einmal (Dietz 1, 66) amme wie Alberus, die Darmstädter und Würzburger, in der bibel braucht er achtmal wehmutter, offenbar doch auf irgendwelcher mundartlichen grundlage, von der uns sonst nur jede spur entgeht, denn hebr. ת als factitives part. f. zum stamme gebären 'die der geburt beistehende' Gesenius14 270 und das gleichbedeutende lat. obstetrix konnten nicht vorbild sein, gr. μαῖα höchstens für den zweiten bestandtheil. die älteren deutschen bibeln bieten amm, hebam, höffammen, heffammend, Luther dagegen: da es jr aber so sawr ward in der geburt, sprach die wehmutter zu jr 1. Mos. 35, 17; die wehmütter antworten Pharao: die ebreischen weiber sind nicht wie die egyptischen, denn sie sind harte weiber, ehe die wehmutter zu jnen kompt, haben sie geborn 2. Mos. 1, 19. citat aus diesem verse ist wehmutter buch der liebe (1587) 305a, aus 1. Mos. 38, 28 die wehmutter nam ein rothen faden Henisch (1616) 969, 1. sonst hat Luther das wort selten: spiritus sanctus wird yhre (Marias) wemuter sein gewest Weim. 27, 490, 10, von zeitgenossen bieten es nur ihm nahestehende protestanten Mitteldeutschlands: Lucina must wehmutter sein also bey vns in kindes fahr, sanct Margaret in sölcher fahr bey vns der weiber göttin war Alberus fab. 23, 68 Braune; ancilla, nach der wehmuter lauff Sachs 1, 90, 16 Keller; da jr aber die kreffte entgehen wolten, tröstet sie die wehemutter, es gewere dem kinde noch nicht, gott wird gnedigklich helffen Mathesius hochzeitpr. 165, 7 Lösche. dem lat. vorbild wünscht Wickram nahe zu bleiben, wenn er Ovids matres Cadmeïdes metam. 9, 304 so gibt: die wehmüttern stunden umb mich und trosten mich alsammen gmeyn werke 8, 19 Bolte; nach ihm begegnet das wort noch zweimal im Elsasz, bei dem vielsprachigen Fischart: deszgleichen thaten jhr gebür die weemütter, ausz vielen orten erfordert Garg. 156 neudr., und bei Moscherosch, der es doch nur verdeutlichend neben sein dialektwort hebamme stellt: dieser teuffel, dachte ich bey mir selbst, musz eine gute hebame oder wehemutter gehabt haben Philander (1650) 407. als verdeutlichung wol auch: ob es nicht wahr ... dasz die N. lange zeit hero alleine für eine hebamme und wehmutter, vnd nicht für eine zäuberinne ... gehalten worden sey Nigrinus von zäuberern (1592) 378; die hebamme, wehemutter und andere zur tauffe mitgehende weiber Praetorius philos. colus (1662) 105. 1@b@gγ) aus dem rückgehen auf Luther erklärt sich ungezwungen, dasz forthin die verwendung des wortes von der heimath der schriftsteller unabhängig ist und dasz kaum je ein katholik es braucht. der lebendigen sprache bleibt es fern, das scheint schon die schreibung wehemutter zu bestätigen, die weiterhin häufig ist: wodurch unschuldige hertzen und ohren heftig geärgert, ja junge mägdelein verschmitzter als alte erfahrene wehemütter werden Rist friedej. Teutschland (1653) 137, obstetrix, quae parturientibus fert opem, wehemutter oder hebamme Bas. Faber thesaurus eruditionis (1654) 1028; weil ich nicht wuste, was ich thun solte, liesz ich die wehe-mutter holen mediz. maulaffe (1719) 426; man sagt, dasz es die wehemutter bey meiner niederkunft versehen haben soll Hippel lebensläufe 3 II 552; verflucht die wehemutter, die das wort aussprach: der knabe lebt Gerstenberg Ugolino nat.-lit. 48, 266; einer andern stand eine mannsperson bey der geburt bey ... nach 3 stunden erfährt die wehemutter, dasz es nicht der mann sey Göthe Weim. IV 9, 275; die wehemütter halten deshalb gar viel auf diese kräuter Grimm sagen 21, 73 u. ö. gelegentlich beweist das metrum gegen die schreibung: ich musz sehen auff die refier, dasz ich die keiserin nicht verlier, wie ich jhr ein wehemutter bring Ayrer dramen 2, 1339 Keller; später bisweilen metrisch gesichert: [] die wehemutter staunt', es schrien die weiber: hilf Jesus! zähne bringt er auf die welt Shakespeare k. Heinrich 6. III 5, 6 Schlegel; da kommt die wehemutter herein, sie ahndet schon, was geschehen mag sein Chamisso werke 3, 283 Hitzig. 1@b@dδ) häufiger ist doch seit anfang des 18. jahrh. wehmutter: solten sich demnach alle abergläubische weiber ins hertz hinein schämen, die so viel gauckeley und zauberey mit dem kleidgen ersinnen, insonderheit theils weh-mütter, welche manche ehrliche leute, die von solchen narren-possen noch nichts wissen, fein unterrichten gestrieg. rockenphilos. (1706) 3, 188; entspr. 199; es wurde mir auferlegt, mich von zwei weh-müttern besichtigen zu lassen Schnabel insel felsenburg 307 neudr.; unter dem thätigen beistande ... der eiligst herbeigeholten wehmutter gebar Emilie endlich einen todten knaben Henr. Kühn verbildung und leichtsinn (1804) 167; die arme hexe hat jetzt einen hübschen feinen und frisirten mann, aber leider! ihr duchessen-kleid versetzt, um die wehmutter und den pfarrer zu bezahlen Möser patr. phant. (1820) 2, 89. das wort gibt gelegenheit, im ausdruck zu wechseln: eine andere (verordnung Bernstorfs), unter dem namen der hebammenordnung, hat gefährliche miszbräuche ausgerottet, und das verfahren der wehmütter der aufsicht vernünftiger ärzte unterworfen H. P. Sturz schriften (1782) 2, 129. 1@b@eε) in gehobener nhd. prosa hilft wehmutter das nüchterne alltagswort hebamme vermeiden: da ihn die wehmutter mir brachte hub ich ihn gen himmel und rief: bin ich nicht ein glücklicher mann? Schiller 2, 20 Goedeke; schnell muszten die diener eilen, um wehmutter und arzt herbeizurufen E. Th. A. Hoffmann werke 2, 227 Grisebach; eine hallische wehmutter erzählte, dasz folgendes ihrer lehrmeisterin begegnet Grimm sagen 21, 71; ärzte und wehmütter bezeugten ... kinder von sieben monaten könnten leben Dahlmann kl. schriften 328; es war roth und hutzelig und wog seine sieben pfund ... nur sein geschrei war wunderlich verhohlen und hatte der wehmutter nicht gefallen wollen Storm sämtl. werke 7, 235; entspr. 4, 255; ich muszte an der offenen thüre vorübergehen; eine wehmutter und eine nachbarin räumten auf G. Keller ges. werke 3, 95; auch schien der graf damals milder gegen sie zu werden, und blieb sogar über den sommer zu hause, das kind zu erwarten. wie aber dann die wehmutter es ihm reichte und es so schmächtig in den windeln lag ... sagte er kein wort Heyse nov. 1, 255 (grafenschlosz). 1@b@zζ) gern im vergleich: ja, die furcht ist eine wehmutter der tapfferkeit, in dem ein alles fürchtender mensch auch alles fähig zu wagen ist Lohenstein Arminius 1, 350; wir hätten von glück im unglück zu sagen, wäre seit der französischen revolution nur jede schlacht die mutterzwiebel oder wehmutter eines neuen groszen mannes geworden J. Paul dämmerungen 65; so, Green, du bist wehmutter meines wehs, und Bolingbroke ist meines kummers sohn Shakespeare Richard II. 2, 3 Schlegel. 22) aus der hauptbedeutung abzuleiten ist wehenmutter als weiblicher dämon, über den Höfler krankheitsn. 429 nach Laistner rätsel der sphinx 2, 379 berichtet, der seinerseits das thatsächliche aus Schmeller2 2, 824 f. entnimmt: eine hebamme in Augsburg hat einst die jungen kinder im namen des teufels getauft und umgebracht, nun geht sie als gespenst um und gefährdet die kreiszenden; kinder weist man zurecht mit der drohung: die wêmuətər von Augsburg kommt. 33) selbständig entwickelt hat sich wehenmutter für die wehen auslösende gebärmutter Höfler 429, wie es auch ein spruch aus Plimballen bei Frischbier hexenspruch und zauberbann in der provinz Preuszen (1870) 70 voraussetzt: wehremutter, beremutter, du willst blut lecken, das herz abstoszen. nein, das sollst du nicht thun. auch mnd. hevemoder begegnet in diesem sinne: Schiller-Lübben 2, 263.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wehmutter

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Wehmutter , plur. die -mütter, eine Hebamme, wie Wehfrau, im gemeinen Leben Kindermutter.

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wehmutter

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wehmutter , soviel wie Hebamme.

  3. modern
    Dialekt
    Wehmutterf.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Weh-mutter f. : 'Hebamme', -mutteʳ [ LU-Altr ]; Syn. s. PfWB Amme . RhWB Rhein. IX 352 .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wehmutter

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von wehmutter 2 Komponenten

wehmut+ter

wehmutter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wehmutter‑ als Erstglied (2 von 2)

wehmutterhäublein

DWB

wehmutter·haeublein

wehmutterhäublein , n. das amnion, das zuweilen ein kind auf dem kopfe mit zur welt bringt, vom aberglauben als glückverheiszend gedeutet Hö…

wehmutterhaft

DWB

wehmutter·haft

wehmutterhaft , f. das gebundene leben einer hebamme an miszliebigem orte: während ihrer fast zwanzigjährigen wehmütternhaft im kirchspiel B…