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Weck IV

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Eintrag · Rheinisches Wb.

Weck IV

Bd. 9, Sp. 327
Weck IV das Wort, ahd. weggi, wekki, mhd. wegge, wecke, as. weggi, mnd. wegge, mndl. wegghe »Keil, Gebäck«, ist allg., u. zwar węk [WMosfrk in NSaarbg, Mos Trier-Bernk, Wittl, Bitb, SPrüm -E-; Siegld węgə; Kemp-Grefr wEk; Heinsb-Braunsr -ęi-; Schierwaldenr węk; NBerg um Lennep-Beyenbg, Wuppert węi; n. ausschl. Ruhr węχ, dem lrhn. ein schmaler Streifen längs des Rheins ö. einschl. Mörs-Menzelen Vynen, Klev-Appeldorn Till Kellen Brienen entspricht]; Pl. Rhfrk, Mosfrk -gə(n) (mit stimmlosem g); Rip, Berg -kə(n) u. älter -gə(n) (mit stimmhaftem g); Nfrk -gə(n) [zu węi Pl. -ən; zu węχ Pl. -χə]; Dimin. węgəlχə(n), –kəlχə(n), –kskə m. [f. Sieg-Scheiderhöhe, Mörs-Wallach; n. hier u. da in Geld]: 1. die ursprüngl. Bed. »Keil« nur noch in zwei Geb. a. Eisenkeil, zum Spalten u. Schneiden der Basaltlavasteine, Mühlsteine May. — b. Holzkeil, über der Pflugschar eingetrieben, um diese festzuhalten Zell-Senhals, Koch, May, Ahrw-Fronr, Neuw-Dattenbg Dierd. — 2. Keilförmiges. a. ein kleines, beiderseitig keilförmiges Weizenbrötchen, dann überhaupt jedes Weizenbrötchen (aus etwas gezuckertem Blütenmehl mit Milch angesetzt; Milchw.); jedes stutenförmige Platzgebäck, meist mit Korinthen od. Rosinen, im Gegens. zum alltägl. Brot, Schwarz-, Graubrot, zum Fladen (mit Obstbelag), zum Kuchen (Honig-, Leb-, Rodong-, Roll-, Streusel-, Knippk., Bunt), stark gesüsst, in besonderen Formen u. zum kleinen, harten Konditor-, Kirmesgebäck (Plätzchen, Zucker-, Anispl., Spekulatius, Moppen) u. zum Ölgebäck (Krappel, Muze, Nau(n)ze, Ballebäuske, Berliner; s. d. W.); wette W. Weissbrot Geld; dann W. in bes. Formen, wie Reih-, Stute-, Blech- (auf Bl. gebacken), Herd- (unmittelbar auf dem Boden des Backofens gebacken), Botter- (aus Butterteig, längl, an beiden Enden abgerundet), Franze-, Pus- (vom Bäcker, im Gegens. zum Bure-), Prume- (Korinthen-), Lik- (Leich-), Kümmel-, Korinthenw. (s. d. W.); dann Gebildbrote zu bestimmten Festen: Kirmes-, Chrest-, Klos-, Neujohrsch-, Posch- (Oster-), Patenw. (auch Kranz u. Brezel zu Neujahr gehören zum W.); hēte W. nicht heisser od. heissgemachter Reihw. zu Aschermittwoch (Hetewecksdag) NBerg in Lennep, Wuppert, Mettm, Sol, Ess-Werden; harde W. unmittelbar auf dem Boden des Backofens gebacken Siegld; roare W. Butterw. ebd.; gesēnde W. gesegneter W., an Kirchentüren feilgeboten Kobl; Palzer W. (aus Trier-Pfalzel) besser W. Trier-Stdt [selten aus Wasserteig od. gebeuteltem Roggenmehl: Losw. ein aus Mehl u. Wasser mit Salz gebackener Doppelweck Rhfrk, sonst Wasserw. vielf. genannt; s. Göbbelchen, Schöss'chen; grove W. Graubrot, halb Weizen, halb Roggen Heinsb-Millen; rögge W. bestes Roggenbrot Prüm, NBergh, Grevbr]; e W. met Schneiderkäs scherzh. W. mit Kümmel Saarbr-Sulzb; e geschmerder W. der Länge nach durchgeschnittener, mit Butter bestrichener W. Siegld; ene geharschte W. geröstetes Weissbrot (Art Toast) Mörs; W. menge ansetzen; W.ə opsette die Form geben; en Schniə W. Schnitte W. SNfrk, Allg. [urkdl. eynen wecke als man die becket yn der Herren hove Trier 1259; vor wecke zu eyme breyge Siegen 1466; wei eine begengnisse doet, dei sal dem prester geven ein wecke MülhRh-Paffrath XV; für die ander VI Wittpenning süllen die Kirkmeister Weggen doen haelen Geld-Leuth 1489]. RA.: Dat git Brut wie W. geht so gut Sieg-Eitorf. Dat es so gut wie en wärmen W. Berg. Dat geht af (fort) wie wärme W., wie W. vom Lade Verbr. Dat es (gewess) wie e W. em Loden Trier bis Kobl, May, Aden, Westerw, Siegld, Saarbr, — e jen Backes Aach. Da's we der W. e Fettmännche (Münze) zweifellos Köln-Stdt, Dür-Stdt. Im Klevld war es Sitte, dass die Bäcker an den Fastnachtstagen mit einem grossen Tablett über die Strassen liefen, um ihr Fastnachtsgebäck feilzubieten: Jann Ticke, J. Tacke, J. Tut, de wärme W.ə sin gut. Wi hät se gebacke? Jann Ticke usf., J. Teppe, J. Tacke, J. Tuthahn Geld-Schravelen, — J. Tissen, J. Tacken Klev-Goch. Owe W., unnen Dreck! oben hui, unten pfui Malm-BurgReuland. De Heff es at (schon) jet alt, de Melch at jet kalt, da wiərd dat Weckelche en Messgestalt Monsch-Rollesbr. Ene W. met Krenthe för seve Sente (Centimes), den Tid kümmt neit meh trück Heinsb-Millen. All Dag W. brengt gäng (schnell) öm de Eck Prüm. Stuten sin gen W.ən Aufschneiden ist keine Wahrheit Geld-Nieukerk. W. git faule (träge) Säck Aden-Liers. Dolle (auch nicht so guter) Weck schmet (schmeckt) besser we verständig Brut Bergh-Blatzh. Bohne, die duhn mich krone, W. un Weissbrot is mir mei bitterer Dod Wend-Reichenb (in Var. auch am Nrhn.). Brut on W. opənēn (aufeinander), dat gevve decke Ben Rip, Nfrk; van Brot word gej grot, wan W. fallt gej in de Heck (Dreck) Klevld; va Br. werd mer luəs (schlau), va W. w. mer geck Jül, Aach; Köschken (Kruste) Br. hät geine Not, K. W. fällt en en Dreck Lennep-Hückeswg. Klē Weckskes backen schlechte Geschäfte machen Geld-Nieukerk. De kennt (kommt) kucken, of mer W. gebach hon zu Besuch Prüm-Waxw. De bäckt W. of de Lare (Lade) er tut alles, um angestaunt zu werden Neuw. Die hät W. in de Finster einen üppigen Busen Selfk, — de W.ən en et F. leggen Kref. Do häs ene wärme W. op de Kopp! bist nicht gescheit Kref. Wi hier Brot hät, den sall niet wegtrecke, öm W. te krige Klev. He hät et ersch de W. gegeten das Angenehme vorweggenommen Mörs; der W. vör et Brut eisse recht flott leben u. nachher arm sein Aach-Walh; e friss de W. met de Krenthe ist unverschämt Bo; de iss ene W. em Düstere macht sich mit Kleinigkeiten gross Köln, Jül. Schneid W.ən! Dreschertakt zu dritt Simm-Riegenr. Wen en Schonk (Knochen) leckt, muss dem Honn (Hunde) e W. gen wer einen kleinen, ihm nicht zustehenden Genuss, Vorteil sucht, muss dafür auf einen grösseren verzichten Prüm. De Finen (Frommen) maken Mienen on stehlen de Growen de W. ut den Owen Mörs. Hascht dem Bäcker W. weggebotzt! zu dem, der rülpst Saarbr-Quierschd. Hen hat sich ne W. opgeraft von einem, der von einem leichten Sturz sich wieder erhebt Malm-Bütgenb. Es nächscht Mol muschde mer e W. bezahle! wenn man derselben Person kurz hintereinander zweimal begegnet Saarbr. Sich den (en) W. afsehn (afkiken) sich starr in die Augen schauen; wer zuerst lacht, hat verloren Bergh, Dür, Jül, Aach, Erk, Grevbr, MGladb. Dem (armseligen Menschen) mott me en Schniə W. en der Röck halde, dat he net durbreck MGladb-Korschenbr. Tütt (Obstmus) op W., dat schmet (schmeckt) we Tart (Torte) Köln-Pulh. De lach (sät) nit (nüs), un wemmer in met em wärme W. vör de Mul schleht MülhRh. He hät Kirmes uhne W. Schadenfreude, ohne dazu Grund zu haben MGladb. — In Reimen: Aken, Baken, Note kraken, elle, welle, Wecken, trin, traf, tr., Kaiser af, ek oder du sind einmol afgeschaff! Auszählr. Mörs-Binsh. More es Sunndag, kimmt de Här vun Bumbach, brengt e mir e W., dir e W. un dem annere e Hundsdreck! beim Läuten Samstagsabend Wend-Namborn (u. so oft in Reimen). Et sot en Männeke achter de Heck, dat schraude (schrie) öm sinne wärme W., si, sam, süte Botter es dür! Mörs-Veen. Achter de Hegge liggen twee W.ə, muss neme (niemand) jet sägge! Heinsb-Millen. Sövve Katze schloge sich för ene wisse W.; ne Hongk, deə koəm en jug (jagte) se furt en froəss em met jet Speck Aach-Stdt. De domme Geck fällt mot dem W. grad en de Eck meddsen en der Dreck usf. Schleid-Hellenth. Bäcker Meck hot Brot, on och W.! Bernk-Fronhf. Hönge (hinten) op der Eck wonnt der Bäcker Geck, stipp de Fott am Fenster erus; mer ment, et wör ne Weck; küt de Frau gelofe, wellt de W. sich kofe. Frau, sed ühr geck, ming Fott es doch kene W.! Köln-Effern, Dür-OGeich. Pompeklos hatt W. geback on em ale Häresack (Hanf-); onnewennig Dag (Teig), aussewennig blach (bleich), dat sein P. sein Strach (Streiche)! Koch-Laub. Schuster, läpp, l., de Teller voll W., de T. voll Wanze, de Sch. kann danze! MGladb. Andres, deə de W.ə fresst, deə de Waffele backt, deə si Modder op en Nas kackt! Aach-Stdt. Aprelsgeck, wat gelt der W.? Ene Beissemsteck! Monsch-Rötgen; A., duə bos mer ne W.! Schleid-Dreiborn. Ene Geck, ene G., ene wärme W.! Ruf hinter dem Fastnachtsnarren Rheydt-Odenk. Krömmele mosse grusser werde, W.ə m. wasse! dass. Aach-Kohlschd. — In Ortsneckereien. Fresche Wack on Haring, die ass ich gar! auf Neuw-Rüschd. He meng Sil (Seele), ho der de W. got geroden! auf Bitb-Badem. Wehrer (May-Wehr) W.ə, Melchbrocke! Ze Adde (Adenau), ze A., do backe se W. on Fladde! En Tetz (Krs. Jül), doə backe se de W.ə spetz, de Bruder (Brote) rongk, eisse se alle Dag sieve Pongk! Op der Weəg no Terheəg (Krs. Erk) legge de W.ə op de Weəg; wuəte se dat e Wockere (Wockerath) gewahr, backe die se net miəh gar! En Nüss (Neuss), do backe se W.ə wie de Füs (Fäuste); let mer et Geld derneəve, kret mer de W.ə gegeəve! Zo Maller (Kobl-Mallendar), zo Valler (Vallendar), zo Weitersborg, do b. se Wecke, do sieht mer dorch! Kaner kemmt von Kempenich ohne W., v. Weibern o. Dreck on v. Wehr o. Spott!Volksbr. W. wurden früher nur zu den Festtagen gebacken (s. o.) u. bes. W.ən für die Kinderbeschenktage von den Bäckern (s. o.); auf Mariä Himmelfahrt hatten Knechte u. Mägde ein Anrecht auf W. u. Fla aus frisch geerntetem Weizen Selfk; um Weihnachten vergnügten sich die Kinder am W.schnappen; sie schnappten springend mit dem Munde nach einem an einer biegsamen Gerte befestigten W. Aach; früher bekamen die Kinder, wenn sie zur Beichte gingen, drei Pfennig; dafür kauften sie sich nach der Beichte beim Bäcker em Bichtweckske, ein oben gezacktes Krenthenw. Viersen; ene Likw. rundes Weissbrot beim Leichenkaffee SNfrk. — In Heischeliedern. Mer hon nach weit erumzegehn, bis bei Bäckersch Haus, do werfen se de W. met Schaufeln eraus; de Mädcher refen of, de Jongen schlehn owen drof! zu Fastnacht Bernk-Wehlen Zelting. Henger der Dür, do steht ne Geck, hät de Kipp voll heite W.; göt mer jet, g. dir jet, g. alle Noberschkenger jet! Sol. Prost Nejohr, de Weckskes sind gor, de Schnaps es klor, on ek sin dor! Klev-Goch. — Volksgl. Schweigen vom Gloria des Gründonnerstags an die Glocken, so sen se no Rom W. esse Ahrw-Remag. W., de mer Chrestnacht dann daht, zejht kai Schommel (Schimmel) Koch-Laub. — b. Weck(el)che Brot aus Teigresten Malm, Monsch, Aach; Weckske Mörs. — c. Klumpen Butter (Botterweck), wie ihn die Bauersfrauen zu Markte brachten; de Botter werd en de Botterschottel gewäsche, düchtig verarwēt (gekned), dat de B.melch drusküt on dann rond op en W. gemach (geschlagen Gummb) Rip, Berg. — d. Kern nussartiger Früchte, Noss-, Mandel.- Prommekernew. Rip. — e. auf langen Reihen gewehter Schnee Aach-Stdt. — f.α. Samenkapsel der Herbstzeitlose mit den Blättern Siegld-Weidenau; Weckelche Birkf-NHosenb. — β. Weckske Kornrade, Agrostemma githago Kemp-STönis. — g. die der Rillenseite des Spielknöchels gegenüberliegende Seite Jül. — h.α. Hode des Ebers, Stieres, Hengstes Saarl, Merz, Saarbg, Trier, Bernk, Daun-Strohn, Sieg-Fussh. — β. weibl. Geschlechtsglied Sieg-Ägid. — i. ein Kind bonde W. drohn huckepack May-Ettring.
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Cotta, M. (2026). „weckiv". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weckiv/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „weckiv". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weckiv/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „weckiv". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weckiv/rhwb.
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