wasserader,
f. 11)
wässerige flüssigkeit führender gang im körper; dem folgenden liegt vielleicht '
piszader' (Frischlin 74
a nach Hyrtl
kunstw. 2)
d. h. '
harnleiter'
zu grunde: (
sie) mischen das bier, gieszen wasser dreyn, dasz, wenn man eim fassz die wasserader schlagen solt, so blieb biszweilen kaum der dritte theil darinnen
F. Daul
tantzteuffel, theatrum diabolorum 1, 177
b.
im 18.
jahrh. bezeichnung der lymphgefäsze, weil sie wässerige flüssigkeit führen Blancard
med. wb. (1710) 550. Nemnich 5, 628,
auch noch bei Adelung
und Campe.
im diminutiv: mit eben solchen nach dem herzen, dem mittelpunkt, gekehrten thüren sind auch die wasseräderchen, die kürzlich erst entdeckt, versehn, die bey der allgemeinen scheidung im körper mit sich rückwärts führen viel zarte wässerichte theile. Brockes 9, 206. 22)
seit dem 14.
jahrh. bezeichnung eines unterirdischen wassergangs und seines inhalts: eʒ geschiht auch oft, daʒ gar nâhent pei enander entspringent zwai waʒʒer, der ainʒ haiʒ ist und daʒ ander kalt, dar umb, daʒ der paider waʒʒerâdern (
vena aquae) in dem perg verr von ainander sint und hie vorn zesamen koment K. v. Megenberg 103, 22; auch in der erden solches fewrs viel seye, und die wasseradern, so dardurch lauffend, von ihnen gewärmet werden Paracelsus
opera (1616) 1, 1117 C; da schmilzt zur sommerzeit das eis und der schnee, zieht sich in die erde, rinnt in verborgenen wasseradern fort J.
M. Miller
pred. fürs landvolk 2, 56; hoffentlich thut nun die herrliche luft ihrer heimath, und deren kräftige wasseradern ihnen allen wohl Niebuhr
lebensn. 2, 367. Mothes
baulex.3 1, 45
a unterscheidet die wasseradern
von den faulen, sumpfigen adern.
bildlich gern von J. Paul
verwendet: aber warum thu' ichs nicht (
manuskripte wie Lavater in die welt schicken) und lasse wenigstens eine oder ein paar wasseradern meines wasserschatzes springen und auslaufen?
Titan 2, 1; hätte sie anders eine wünschelruthe seiner geistigen gold- und wasseradern in händen gehabt
leben Fibels 30. 33)
später auch oberirdisch flieszendes gewässer, zunächst rinnsal, bach, felsquelle: bronnenkresz ... wächst bey allen frischen bronnenquellen und wasseradern v. Hohberg
Georgica (1682) 1, 565; bey einem felsen, aus dem die silberne wasseradern heraus strudlen Abr. a S. Clara
mercks Wien (1680) 141; diese kleinen, mit lautem getöse in die gletscherspalten stürzenden wasseradern Berlepsch
Alpen 284; an der hinterseite seines hauses zog sich eine schmale wasserader nach der stadt Freytag 6, 27; der waldboden trägt nur an wasseradern und sumpfblöszen dichtes niederholz Wimmer
gesch. des deutschen bodens 4.
von den strahlen eines springbrunnens J. Paul
Titan 2, 72.
schlieszlich von wasserläufen jeder grösze: durch die urwälder ... wo die zahlreichen wasseradern ... die einzigen straszen bilden Roszmäszler
der wald 562; ziemlich in der mitte von der wasserader des Rheins durchschnitten Nitzsch
deutsche studien 126. 44)
im teig (
vgl. wasserstreif, wasserstrieme): der teig zeigte weder graue wasseradern noch zusammengebackene klumpen Stratz
dienst 42.